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Volkswagen fordert EU-Zölle auch für chinesische Plug-in-Hybride

Volkswagen-Chef Oliver Blume will die EU-Schutzmaßnahmen für chinesische Elektroautos auf Plug-in-Hybride ausweiten. Die Debatte betrifft Europas Autoindustrie und die stark exportabhängigen österreichischen Zulieferer unmittelbar.

Volkswagen fordert EU-Zölle auch für chinesische Plug-in-Hybride

Volkswagen zielt auf eine Lücke im EU-Handelsschutz

Volkswagen-Chef Oliver Blume drängt die Europäische Union, ihre bestehenden Schutzmaßnahmen gegen in China produzierte batterieelektrische Pkw auf Plug-in-Hybride auszuweiten. Der Vorstoß folgt auf den raschen Ausbau chinesischer Anbieter in einem Segment, das von den seit Oktober 2024 geltenden zusätzlichen Ausgleichszöllen nicht erfasst wird.

Industrie Magazin zufolge liegen die Zölle je nach Hersteller zwischen 7,8% und 35,3%. Für BYD gelten 17,0%, für Geely 18,8% und für SAIC 35,3%. Grundlage ist eine EU-Antisubventionsuntersuchung, laut der die chinesische Wertschöpfungskette für batterieelektrische Fahrzeuge von staatlicher Förderung profitiert und europäischen Produzenten eine wirtschaftliche Schädigung droht. Plug-in-Hybride sind bislang ausgenommen. Von der Publikation zitierte Dataforce-Daten zeigen, dass chinesische Marken im ersten Halbjahr 2026 rund 28% des europäischen Plug-in-Hybrid-Marktes erreichten. Über alle Antriebsarten hinweg lag ihr Anteil bei etwa 9,5%.

Handelsgefälle verschärft die Branchendebatte

Reuters berichtete im Juni unter Berufung auf Handelsblatt sowie Quellen in EU- und Industriekreisen, dass die EU mögliche zusätzliche Ausgleichszölle auf Plug-in-Hybrid-Importe aus China vorbereitet. Eine formelle Entscheidung der Europäischen Kommission lag damals nicht vor. Der Verband der Automobilindustrie bestätigte Handelsblatt Mitte August 2026, dass er eine Anpassung seiner bisherigen Position prüft. Zugleich hält der VDA an freiem und fairem Handel fest und fordert China auf, Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen.

ACEA-Daten verdeutlichen die Größenordnung. Die EU importierte 2025 rund 1,106 Millionen Neufahrzeuge aus China, darunter fast 1,003 Millionen dort produzierte Pkw im Wert von 13,7 Milliarden Euro. Fahrzeuge aus chinesischer Produktion standen für 7% der europäischen Pkw-Verkäufe, bei batterieelektrischen Autos für 20% und bei Plug-in-Fahrzeugen für 12%. Die Statistik umfasst auch Modelle westlicher Hersteller, die in China gefertigt werden. In der Gegenrichtung exportierte die EU rund 161.500 Neufahrzeuge im Wert von 8,5 Milliarden Euro nach China. Das Land war nur noch der fünftgrößte EU-Exportmarkt für Neufahrzeuge.

Europas Kapazitäten bleiben groß, aber teuer

Europa hat seine industrielle Stellung bei Elektroautos nicht vollständig verloren. Nach Angaben des VDA ist Deutschland hinter China weiterhin der weltweit zweitgrößte Produktionsstandort. Deutsche Werke fertigten 2025 rund 1,7 Millionen elektrische Pkw, darunter etwa 1,2 Millionen reine Batterieautos. Elektrofahrzeuge erreichten 40,2% der gesamten deutschen Pkw-Produktion.

Der Kostendruck bleibt dennoch hoch. In einer VDA-Befragung Anfang 2026 erklärten 72% der teilnehmenden Unternehmen, geplante Investitionen in Deutschland verschieben, ins Ausland verlagern oder streichen zu wollen. Weitere 64% gaben an, bereits 2025 Beschäftigung in Deutschland abgebaut zu haben. Dabei handelt es sich um Ergebnisse einer Branchenumfrage und nicht um eine amtliche Beschäftigungsstatistik. Sie spiegeln jedoch die Sorgen der Hersteller und insbesondere der mittelständischen Zulieferer wider. Neben Zöllen entscheiden daher Energie- und Arbeitskosten, Genehmigungen, Forschung, Batterietechnik, Software und Industrialisierungstempo über Europas Wettbewerbsfähigkeit.

Österreichische Zulieferer sind direkt betroffen

Österreichs Automobilbranche hängt eng von den Entscheidungen großer europäischer Hersteller ab. Laut ADVANTAGE AUSTRIA erreichte sie 2024 einen Produktionswert von rund 42,5 Milliarden Euro und beschäftigte direkt oder indirekt etwa 192.000 Menschen. Rund 87% der Produktion wurden exportiert. Zu den großen Unternehmen gehören BMW Motoren in Steyr, Magna Steyr, AVL, Kromberg & Schubert und ZKW.

Veränderungen der europäischen Fahrzeugproduktion schlagen schnell auf österreichische Aufträge für Motoren, Getriebe, Lichttechnik, Elektronik, Metallteile, Engineering und Produktionsanlagen durch. Der Binnenmarkt bietet etwas Unterstützung: Laut Statistik Austria stiegen die Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 15%. Zölle allein beseitigen jedoch weder Produktionskosten noch Versorgungsrisiken. Der VDA verweist zudem auf chinesische Exportbeschränkungen für Seltene Erden und Permanentmagnete, die 2025 Europas Industrie belasteten und kritische Bauteile wie Elektromotoren betreffen.

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