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Hohe und volatile Gaskosten setzen Europas Ammoniak- und Düngerhersteller unter Druck

Hohe und volatile Erdgaspreise verschlechtern die Wirtschaftlichkeit der europäischen Ammoniak- und Stickstoffdüngerproduktion. Grupa Azoty warnt, dass eine geringere regionale Erzeugung das Angebot verknappen und die Importabhängigkeit erhöhen könnte.

Hohe und volatile Gaskosten setzen Europas Ammoniak- und Düngerhersteller unter Druck

Gasvolatilität belastet die Produktionskosten

Europäische Düngerhersteller stehen weiterhin unter dem Druck hoher und volatiler Erdgaspreise, erklärte Marcin Celejewski, Vorstandsvorsitzender von Grupa Azoty. Gas ist ein zentraler Rohstoff für Ammoniak und Stickstoffdünger. Sein Preis bestimmt daher maßgeblich die Produktionskosten und die Rentabilität der Anlagen.

Nach Angaben von WNP.pl geht Europa mit vergleichsweise niedrigen Gasvorräten in die Wintersaison. Zugleich verschärft die Verringerung eines Teils der Lieferungen von Flüssigerdgas den Wettbewerb um verfügbare Mengen. Celejewski zufolge halten diese Bedingungen die europäischen Gaspreise hoch und verteuern unmittelbar den Betrieb energieintensiver Industrien.

Der Druck könnte in den kommenden Monaten anhalten. Für Düngerunternehmen ist entscheidend, ob die Marktpreise der Endprodukte ausreichen, um die Gaskosten zu decken und angemessene Margen zu erzielen. Verschlechtert sich dieses Verhältnis, müssen Hersteller zwischen geringerer Rentabilität, einer niedrigeren Anlagenauslastung und einer vorübergehenden Drosselung der Ammoniakproduktion wählen.

Ammoniakproduktion könnte weiter sinken

Einige europäische Unternehmen reduzieren bereits ihre Ammoniakproduktion oder erwägen entsprechende Kürzungen, weil das Verhältnis zwischen Düngerpreisen und Gaskosten keine ausreichende Rentabilität mehr ermöglicht, sagte Celejewski. Damit betrifft das Problem nicht nur einzelne Hersteller, sondern die gesamte europäische Düngerindustrie.

Grupa Azoty nutzt nach dem auslaufenden Wartungszeitraum die derzeit verfügbaren Produktionskapazitäten, um die Marktnachfrage zu bedienen. Gleichzeitig beobachtet der Konzern Gasverfügbarkeit und Preise genau, da beide Faktoren für die Wirtschaftlichkeit der Produktion ausschlaggebend bleiben. Der polnische Staat hält 33% der Aktien von Grupa Azoty.

Der Konzern ist der zweitgrößte Produzent von Stickstoff- und Mehrnährstoffdüngern in der Europäischen Union und der einzige Melaminhersteller Polens. Zum Portfolio gehören außerdem Polyamid, Oxo-Alkohole, Weichmacher und Titandioxid. Aufgrund dieser Größenordnung sind Veränderungen der Auslastung für die Düngerverfügbarkeit in Polen und im breiteren EU-Markt relevant.

Importabhängigkeit Europas könnte steigen

Eine geringere Düngerproduktion in Europa bedeutet nicht zwangsläufig eine schwächere Nachfrage. Celejewski zufolge könnte die regionale Erzeugung langfristig sinken, das Angebot europäischer Werke abnehmen und die Importabhängigkeit wachsen. Ein größerer Teil der Versorgung würde damit auf Hersteller entfallen, deren Kostenbasis weniger stark von europäischen Gaspreisen beeinflusst wird.

Für Landwirte und Düngerhändler liegen die wichtigsten Risiken in einer knapperen regionalen Verfügbarkeit und einer stärkeren Abhängigkeit von externen Lieferbedingungen. Die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller hängt wesentlich vom Gaspreis und davon ab, ob Düngerpreise die Energie- und Rohstoffkosten ausgleichen. Grupa Azoty verbindet die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zudem mit der Stabilität des Düngermarktes, den landwirtschaftlichen Produktionskosten und der Ernährungssicherheit.

Konkrete Produktionskürzungen, Werksschließungen oder Prognosen für Düngerpreise wurden nicht genannt. Das unmittelbare Marktsignal betrifft daher ein Betriebsrisiko und noch keinen bestätigten Angebotsschock. Eine anhaltende Gasvolatilität könnte den Margendruck jedoch in weitere Drosselungen verwandeln und Europas Bedarf an importiertem Ammoniak und Stickstoffdünger erhöhen.

Vollständige Marktanalyse

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