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Vietnams Textilausfuhren erreichen 27,02 Mrd. $ bei schwächerer Nachfrage

Vietnams Textil- und Bekleidungsexporte erreichten in den ersten sieben Monaten 2026 27,02 Milliarden $, wuchsen aber nur noch um 2,67 %. Schwächere Nachfrage, Inflationssorgen und regionale Konkurrenz belasten Preise, Aufträge und Margen.

Vietnams Textilausfuhren erreichen 27,02 Mrd. $ bei schwächerer Nachfrage

Exporte wachsen nach sieben Monaten moderat

Vietnams Textil- und Bekleidungsindustrie setzte ihr Wachstum in den ersten sieben Monaten 2026 fort. Das geringe Tempo macht die Hersteller jedoch anfällig für ein schwierigeres Auftragsumfeld im weiteren Jahresverlauf. Nach Angaben von Nhân Dân erreichten die Exporte 27,02 Milliarden $, 2,67 % mehr als im Vorjahr.

Im Juli beliefen sich die Ausfuhren auf 4,67 Milliarden $. Das waren 8,2 % mehr als im Juni und 4,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Die monatliche Belebung bot etwas Unterstützung, nachdem die Exporte in Teilen der Produktionskette im Juni und Juli nachgegeben hatten. Ein Vinatex-Dokument bezifferte den kumulierten Konzerngewinn nach sieben Monaten auf 1,295 Billionen Dong. Das entsprach 98 % des Vorjahreswertes und 46 % des Jahresplans.

Die jüngsten Ergebnisse zeigen eine Abschwächung gegenüber dem Jahresbeginn. Nhân Dân meldete für die ersten fünf Monate Textil- und Bekleidungsexporte von 18,8 Milliarden $, 5,6 % mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr lagen sie bei rund 22,2 Milliarden $, ein Plus von 1,7 %. Damit wurde das Wachstum im Jahresverlauf ungleichmäßiger.

Inflationssorgen halten Einkäufer zurück

Die Nachfrage in Vietnams wichtigsten Auslandsmärkten dürfte in den letzten Monaten 2026 unter Druck bleiben. VOV berichtete, dass Verbraucher in großen Märkten ihre verzichtbaren Ausgaben begrenzen. Importeure und Marken kontrollieren zugleich ihre Bestände und vermeiden langfristige Auftragszusagen. Inflationssorgen können dieses Verhalten verstärken, weil Haushalte mehr Geld für notwendige Güter und weniger für Bekleidung vorsehen.

Das verschlechtert die Planbarkeit und erhöht den Preisdruck. Kurze Laufzeiten erschweren den Fabriken die Kapazitätsplanung. Gleichzeitig drücken Preisforderungen der Käufer auf die Margen, während Arbeits-, Energie- und Logistikkosten hoch bleiben. Das Exportziel von 48 bis 49 Milliarden $ für 2026 verlangt ebenfalls ein hohes Tempo: Laut VOV benötigte die Branche nach fünf Monaten weitere 30,19 bis 31,19 Milliarden $, monatlich durchschnittlich 4,31 bis 4,46 Milliarden $ in den verbleibenden sieben Monaten.

Regionale Anbieter verschärfen den Preiswettbewerb

Vietnamesische Hersteller stehen zudem unter wachsendem Konkurrenzdruck aus Bangladesch, Sri Lanka, Indien und Indonesien, wie Znews unter Berufung auf Vinatex-Chef Cao Huu Hieu berichtete. Die Länder konkurrieren über Preise, Lieferzeiten und Fertigungskapazitäten. Vietnams Textillöhne zählen laut den von Znews zitierten Vinatex-Daten bereits zu den weltweit höchsten und liegen nur hinter China. Das belastet arbeitsintensive Fabriken zusätzlich.

Die Unternehmen reagieren mit strengerer Kosten- und Lagerkontrolle, neuen Absatzmärkten sowie Investitionen in Automatisierung, Robotik und künstliche Intelligenz. Anforderungen an Recyclingmaterialien und eine umweltfreundlichere Produktion erhöhen den Wettbewerbsdruck. Exporteure müssen ihre Auslastung sichern, ohne margenschädliche Aufträge anzunehmen. Einkäufer erhalten durch die schwächere Nachfrage dagegen mehr Verhandlungsmacht und eine größere Auswahl regionaler Lieferanten.

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