Vietnams Teeexporte nach Malaysia steigen und könnten 2026 über 6.000 Tonnen erreichen
Vietnam exportierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 3.300 Tonnen Tee im Wert von rund 2,5 Millionen $ nach Malaysia. Im Gesamtjahr könnten die Lieferungen angesichts der Nachfrage nach Grüntee, Schwarztee und verarbeitetem Tee 6.000 Tonnen übersteigen.
Liefermenge und Exportwert steigen im Juni
Vietnam exportierte im Juni 2026 insgesamt 642 Tonnen Tee im Wert von 493.050 $ nach Malaysia, wie Soha unter Berufung auf Zolldaten berichtete. Gegenüber Juni 2025 erhöhte sich die Menge um 12%, während der Exportwert um 8,9% stieg. Die unterschiedlichen Wachstumsraten deuten auf einen niedrigeren Durchschnittswert je Tonne hin, obwohl malaysische Käufer mehr vietnamesischen Tee abnahmen.
In den ersten sechs Monaten 2026 erreichten die Lieferungen 3.300 Tonnen im Wert von rund 2,5 Millionen $. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Menge um 5,7%, der Wert um 6,4%. Bei der aktuellen Entwicklung dürften Vietnams Teeexporte nach Malaysia im Gesamtjahr die Marke von 6.000 Tonnen überschreiten, so Soha.
Malaysia gewinnt als Absatzmarkt in der ASEAN an Bedeutung
Malaysia zählt zu den 18 größten Exportmärkten für vietnamesischen Tee. Zusammen mit Indonesien und den Philippinen gehört das Land zudem zu den drei wichtigsten Abnehmern innerhalb der ASEAN. Die jüngste Zunahme der Käufe stärkt Malaysias Rolle als wachsender regionaler Absatzmarkt, auch wenn das Land nicht zu Vietnams weltweit dominierenden Zielmärkten zählt.
Für vietnamesische Anbieter bestehen Chancen in mehreren Kategorien. Grüntee und Schwarztee bleiben wichtige Produkte, während stärker verarbeiteter Tee zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen kann. Das weitere Wachstum hängt nicht nur von der Liefermenge ab, sondern auch von Qualität, Lebensmittelsicherheit und transparenten Herkunftsangaben, die Kaufentscheidungen zunehmend prägen.
Breite Produktionsbasis stützt das Exportwachstum
Vietnam steht laut Soha weltweit an fünfter Stelle bei den Teeexporten und an siebter Stelle bei der Teeproduktion. Tee wird in zahlreichen Provinzen angebaut, besonders im Mittelgebirge und in Bergregionen, wo die Kulturpflanze vielen Menschen im ländlichen Raum den Lebensunterhalt sichert. Vietnam verfügt über rund 130.000 Hektar Teefläche und produziert jährlich etwa 1,02 Millionen Tonnen frische Teetriebe, entsprechend ungefähr 196.000 Tonnen getrocknetem Tee.
Vietnamesischer Tee wird in mehr als 70 Ländern und Gebieten verkauft. Der vietnamesische Teeverband führt die jüngsten Verbesserungen bei Ertrag und Produktion auf bessere Sorten, Anbautechniken und Produktionsorganisation zurück. Diese breite Basis schafft Kapazitäten für wachsende Märkte wie Malaysia, erhöht aber zugleich die Bedeutung einheitlicher Standards bei Betrieben, Genossenschaften und Verarbeitern.
Verarbeiter müssen die Wertschöpfung erhöhen
Einige Erzeuger und Genossenschaften stellen auf sichere und ökologische Anbaumethoden um. Dazu zählen eine geringere Abhängigkeit von mineralischem Dünger, der Einsatz von kompostiertem Mist und mikrobiellen organischen Düngern sowie Schattenbäume zur Verbesserung des Ökosystems der Plantagen. Die Maßnahmen sollen Schädlinge begrenzen, den Chemikalieneinsatz senken und Erzeuger wie Verbraucher schützen.
Im malaysischen Markt besteht die wirtschaftliche Aufgabe darin, steigende Mengen in einen höheren und beständigeren Exportwert zu verwandeln. Mehr Verarbeitung, Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelsicherheitskontrollen könnten höherwertige Produkte stützen und die Einkommen der Teebauern verbessern. Vietnam verfügt über Fläche, Produktionskapazität und Produktvielfalt, doch die Wettbewerbsfähigkeit wird zunehmend von nachweisbarer Qualität und einem Angebot abhängen, das die Nachfrage nach sicherer und umweltverträglicher Produktion erfüllt.