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Vietnams Reisexporte erreichen Rekordmenge im ersten Halbjahr

Vietnam exportierte im ersten Halbjahr 2026 mehr als 5 Millionen Tonnen Reis und damit so viel wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Die Nachfrage aus den Philippinen und China stützte die Preiserholung, während das reichliche Weltangebot und mögliche Handelsbarrieren den Wettbewerb verschärfen.

Vietnams Reisexporte erreichen Rekordmenge im ersten Halbjahr

Rekordmenge trifft auf schwächere Erlöse

Vietnam exportierte im ersten Halbjahr 2026 mehr als 5 Millionen Tonnen Reis und stellte damit einen Rekord für die Monate Januar bis Juni auf. Vorläufige Daten bis zum 15. Juli beziffern die Lieferungen auf 5,3 Millionen Tonnen im Wert von 2,52 Milliarden $, berichtete Bao Dau Tu.

Die Angaben zur Entwicklung im ersten Halbjahr unterscheiden sich. Bao Dau Tu meldete unter Berufung auf das Statistikamt einen Mengenanstieg von 6,9% gegenüber dem Vorjahr und einen Rückgang der Erlöse um 2,5% auf 2,4 Milliarden $. Vietnambiz nannte ein Mengenplus von 6,5% und denselben Erlösrückgang. VnEconomy bezifferte die Ausfuhren anhand von Zolldaten auf 5,02 Millionen Tonnen, ein Plus von 2,5%, und den Wert auf 2,38 Milliarden $, ein Minus von 9,2%.

Für Juni wurden zwischen 755.900 und 769.000 Tonnen im Wert von rund 376 Millionen $ gemeldet. Bao Dau Tu und Vietnambiz zufolge erreichte der Durchschnittspreis 497 $ je Tonne, 4,3% mehr als im Mai und der höchste Stand seit Ende 2025. Die Schätzungen für den Halbjahresdurchschnitt reichen von 459,6 bis 474 $ je Tonne; alle drei Medien meldeten jedoch einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Nachfrage aus den Philippinen und China

Die Philippinen blieben Vietnams größter Reismarkt und kauften im ersten Halbjahr fast 2,4 Millionen Tonnen im Wert von 1,06 bis 1,1 Milliarden $. Vietnambiz errechnete einen Anteil von 47,6% am vietnamesischen Exportvolumen, während VnEconomy 45% angab. Insgesamt importierten die Philippinen 2,75 Millionen Tonnen von allen Lieferanten, 20% mehr als im Vorjahr; Vietnam blieb die wichtigste Bezugsquelle.

China folgte mit 915.466 Tonnen im Wert von rund 454 Millionen $. Laut Vietnambiz stiegen Vietnams Lieferungen nach China mengenmäßig um 104,8% und wertmäßig um 100,6%. Ghana belegte mit 445.534 Tonnen und rund 230 Millionen $ den dritten Platz. Weitere Ziele waren Côte d’Ivoire, Malaysia und Singapur.

Das US-Landwirtschaftsministerium hob seine Prognose für Vietnams Reisexporte 2026 um 200.000 Tonnen auf 8,1 Millionen Tonnen an. Als Grund nannte es die Nachfrage aus den Philippinen und China. Für China werden Importe von 3,9 Millionen Tonnen erwartet. Eine Quelle nennt für die Philippinen 5,7 Millionen Tonnen, während VnEconomy für 2026/27 von 5,2 Millionen Tonnen berichtet.

Exportpreise erholen sich

Nach Daten der Vietnam Food Association, die VnEconomy zitierte, wurde vietnamesischer Jasminreis am 22. Juli für 513 bis 517 $ je Tonne angeboten, rund 8 $ mehr als am 22. Juni. Duftreis mit 5% Bruch stieg um 20 bis 30 $ auf 510 bis 520 $. Vietnambiz nannte für denselben Tag andere Preise: 546 bis 550 $ für Jasminreis, 500 bis 510 $ für Duftreis mit 5% Bruch und 424 bis 428 $ für weißen Reis mit 5% Bruch.

Bei mehreren Sorten lagen vietnamesische Angebote über denen aus Indien und Thailand. VnEconomy bezifferte thailändischen Reis mit 5% Bruch auf 478 bis 482 $ je Tonne und indische Ware auf 350 bis 354 $. Vietnambiz meldete für weißen Reis derselben Kategorie 445 bis 449 $ beziehungsweise 354 bis 358 $. Die Abweichungen zeigen, dass Sorten und Erhebungsmethoden bei Preisvergleichen berücksichtigt werden müssen.

Überangebot und Handelspolitik begrenzen den Ausblick

Die globalen Prognosen senden unterschiedliche Signale. Das USDA erwartet 2026/27 eine Produktion von 537,2 Millionen Tonnen und einen Verbrauch von 542,8 Millionen Tonnen. Der Internationale Getreiderat prognostiziert dagegen rund 545 Millionen Tonnen Produktion bei etwa 543 Millionen Tonnen Verbrauch. Der Handel soll mit 62 Millionen Tonnen einen Rekord erreichen, die Bestände sollen dank des großen indischen Angebots auf rund 199 Millionen Tonnen steigen.

Auch das politische Risiko auf den Philippinen nimmt zu. Vietnambiz berichtete, dass das Land seit Anfang Juli keine Einfuhrgenehmigungen für Reis mit 5% Bruch mehr erteilt und eine Zollerhöhung von mindestens 13% für Reis aus Vietnam, Thailand, Pakistan und Myanmar erwägt. VnEconomy zufolge leitete die Regierung zudem eine Schutzmaßnahmen-Untersuchung ein und unterstützt heimische Käufe sowie subventionierte Verkäufe. El Niño und eine positive Phase des Indischen-Ozean-Dipols könnten in der zweiten Hälfte 2026 die Trockenheit in Südostasien verschärfen und die regionale Erzeugung trotz des derzeit reichlichen Weltangebots belasten.

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