Vietnams Maisimporte steigen auf 8,2 Millionen Tonnen
Vietnam importierte in den ersten sieben Monaten 2026 schätzungsweise 8,2 Millionen Tonnen Mais für mehr als 2 Milliarden $. Argentinien blieb wichtigster Lieferant, während Brasilien und Indien ihre Lieferungen besonders stark ausweiteten.
Importmenge steigt um mehr als die Hälfte
Vietnam hat seine Maisimporte in den ersten sieben Monaten 2026 kräftig erhöht, da Futtermittelhersteller und Verarbeiter weiterhin große Rohstoffmengen benötigten. Nach von Soha veröffentlichten Schätzungen führte das Land rund 8,2 Millionen Tonnen im Wert von mehr als 2 Milliarden $ ein. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 stieg die Menge um 51%, der Wert um 48%.
Allein im Juli lagen die Einfuhren schätzungsweise bei rund 1,4 Millionen Tonnen für 377 Millionen $ und damit leicht unter dem Vormonat. Dass die Menge im Siebenmonatszeitraum schneller zunahm als die Ausgaben, verweist auf preislich wettbewerbsfähige Partien aus Südamerika und anderen Herkunftsländern.
Argentinien führt, Brasilien holt auf
Argentinien blieb Vietnams größter Maislieferant und lieferte im Berichtszeitraum etwa 3,5 Millionen Tonnen im Wert von 875 Millionen $. Menge und Wert wuchsen gegenüber den ersten sieben Monaten 2025 jeweils zweistellig. Brasilien folgte mit rund 2,4 Millionen Tonnen für 603 Millionen $. Die aus Brasilien bezogene Menge nahm im Jahresvergleich um 120% zu.
Zusammen lieferten Argentinien und Brasilien etwa 5,9 Millionen Tonnen und damit den Großteil der gemeldeten Einfuhren. Dies unterstreicht die Bedeutung südamerikanischer Ernten für vietnamesische Futtermittelhersteller und Verarbeiter. Die Importe aus den Nachbarländern Kambodscha, Thailand und Laos gingen dagegen deutlich zurück. Soha führte dies hauptsächlich auf saisonale Einflüsse und das Wetter zurück.
Indische Ware schafft neue Konkurrenz
Indien verzeichnete unter Vietnams Lieferanten die stärkste Veränderung. In den ersten sieben Monaten importierte Vietnam rund 702.000 Tonnen indischen Mais im Wert von fast 177 Millionen $. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Menge um mehr als 41.400%, der Wert um mehr als 6.000%. Der gemeldete durchschnittliche Importpreis sank um 85% auf 252 $ je Tonne.
Soha erklärte den Ausbau der indischen Lieferungen mit wettbewerbsfähigen Preisen, der Fähigkeit zur Bereitstellung großer Mengen und flexiblen Versandplänen. Indische Exporteure investierten in den vergangenen Jahren zudem in Reinigung, Sortierung und Feuchtigkeitskontrolle. Dadurch eignet sich ihr Mais besser für die Futtermittelproduktion. Vietnamesische Käufer erhalten so eine weitere Möglichkeit, Bestände zu steuern und ihre Abhängigkeit von etablierten Lieferanten zu senken.
Futtermittelnachfrage hält Importbedarf hoch
Vietnam gehört zu den rund 30 Ländern mit einer bedeutenden Maisproduktion, doch die heimische Ernte deckt den Bedarf der wachsenden Viehwirtschaft und Verarbeitung nicht. Je nach Erzeugnis macht Mais üblicherweise rund 30-50% einer Futtermischung aus. Zusätzlich stützt der Wiederaufbau der Bestände in Viehhaltung, Geflügelwirtschaft und Aquakultur nach einer schwierigen Phase die Nachfrage.
Der höhere Futtermittelverbrauch im ersten Halbjahr 2026 und der Zugang zu preisgünstigem Auslandsgetreide beschleunigten die Einfuhren. Laut Soha zählt Vietnam zu den großen Maisimporteuren weltweit, hinter China, der Europäischen Union, Mexiko, Japan, Südkorea und Ägypten. Mit der weiteren Erholung und Expansion der Tierhaltung dürfte der Rohstoffbedarf hoch bleiben. Importeure werden deshalb voraussichtlich große Mengen einkaufen und die Herkunftsländer stärker diversifizieren, um Kosten zu kontrollieren und die Versorgung zu sichern.