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Vietnams geplante Kraftstoffregeln könnten Petrolimex und PVOIL stärken

Vietnams Verordnungsentwurf gibt Kraftstoffanbietern mehr Freiheit bei der Preisbildung, verschärft aber die Infrastruktur- und Erfahrungsvorgaben für Großhändler. KBSV Research erwartet eine schnellere Konsolidierung zugunsten von Petrolimex und PVOIL, die 2025 zusammen rund 67 % des Marktes hielten.

Vietnams geplante Kraftstoffregeln könnten Petrolimex und PVOIL stärken

Vietnam plant ein stärker marktbasiertes Kraftstoffsystem

Die geplante Reform des vietnamesischen Mineralölhandels könnte die Konsolidierung des Binnenmarktes beschleunigen und die Stellung der beiden größten Anbieter Petrolimex und PVOIL festigen. Der Verordnungsentwurf verbindet größere unternehmerische Freiheit bei Groß- und Einzelhandelspreisen mit deutlich strengeren Anforderungen an Unternehmen, die als zentrale Mineralölgroßhändler zugelassen werden wollen.

Nach Angaben von CafeBiz veröffentlichte das Industrie- und Handelsministerium den Entwurf nach fast zwei Jahren Vorbereitung und vier umfassenden Konsultationsrunden mit Unternehmen. Er soll die Verordnung 80/2023/ND-CP ersetzen. KBSV Research stützte seine Bewertung auf den Entwurf 12.2 vom 20. Juli 2026 und wies darauf hin, dass sich die endgültigen Bestimmungen vor der Verabschiedung noch ändern können.

Nach dem Entwurf dürften zentrale Großhändler und Distributoren ihre Groß- und Einzelhandelspreise innerhalb des neuen Systems selbst festlegen. Damit würde der derzeit vom Staat bestimmte Basispreismechanismus abgelöst. Die Behörden würden die Berechnung und Veröffentlichung der Preise überwachen. Die normierten Betriebskosten sollen jährlich entsprechend dem Verbraucherpreisindex angepasst und alle drei Jahre überprüft werden.

Der derzeit festgelegte Normgewinn von 300 Dong je Liter wäre nicht mehr vorgeschrieben. Die Unternehmen könnten ihre Margen anhand der tatsächlichen Geschäftslage bestimmen. KBSV zufolge ließen sich Kostenbewegungen dadurch genauer in den Preisen abbilden. Bei Petrolimex und PVOIL gingen die Margen von 2014 bis 2025 zurück, weil die realen Kosten stiegen, ohne dass Normkosten und Normgewinn entsprechend angepasst wurden.

Höhere Vorgaben für Lager, Erfahrung und Tankstellennetze

Die größere Preisfreiheit geht mit höheren Markteintrittshürden für zentrale Großhändler einher. Derzeit dürfen geeignete Lager im Eigentum, im gemeinsamen Eigentum oder angemietet sein. Künftig müsste ein zentraler Großhändler eigene Tanks mit einer Gesamtkapazität von mindestens 15.000 Kubikmetern besitzen. KBSV sieht darin einen Versuch, nominelle oder „virtuelle“ Lagermietverträge zur Erlangung einer Lizenz zu verhindern.

Antragsteller müssten außerdem mindestens 36 Monate ohne Unterbrechung als Mineralöldistributor tätig gewesen sein. Das verwaltete Netz müsste wenigstens 10 eigene Tankstellen und 40 von Distributoren betriebene Stationen umfassen. Tanks, Vertriebssysteme und andere Anlagen, die zur Zulassung eines Großhändlers dienen, dürften nicht gleichzeitig für den Antrag eines anderen Unternehmens verwendet werden.

Die Vorgaben für Distributoren würden dagegen vereinfacht. CafeBiz zufolge soll die heutige Kombination aus mindestens fünf Einzelhandelsstationen, 10 Agenturstationen, 2.000 Kubikmetern Lagerraum und Transportmitteln durch die Pflicht ersetzt werden, mindestens eine zertifizierte eigene oder gemietete Verkaufsstelle zu betreiben. KBSV erwartet weniger Zwischenstufen und mehr Raum für Agentur-, Franchise- und unabhängige Modelle. Unabhängige Händler könnten bei mehreren Lieferanten kaufen und ihre Einzelhandelspreise selbst festlegen; Agenturen und Franchisenehmer blieben an die Preise ihres zentralen Großhändlers gebunden.

Marktkonzentration dürfte zunehmen

Vietnam verfügte 2025 laut den von KBSV zusammengestellten Daten über 26 zentrale Mineralölgroßhändler. Petrolimex hielt rund 47 % des Marktes und PVOIL rund 20 %, zusammen also etwa 67 %. Auf Thanh Le entfielen 8 %, auf Saigon Petrol rund 6 %.

Die Konsolidierung hatte bereits vor dem neuen Entwurf begonnen. Nachdem die Verordnung 83/2014/ND-CP den Markteintritt erleichtert hatte, stieg die Zahl der Mineralöldistributoren und erreichte 2022 mit rund 500 Unternehmen ihren Höchststand. Danach sank sie, weil die Behörden Kontrollen ausweiteten, Geschäftsbedingungen verschärften und Lizenzen entzogen.

KBSV erwartet, dass die neuen Zulassungsvorgaben kleinere oder finanzschwächere Großhändler zusätzlich unter Druck setzen. Weniger Wettbewerber könnten die Verhandlungsmacht von Petrolimex und PVOIL gegenüber den Tankstellennetzen stärken, den Bedarf an hohen Händlerrabatten verringern und den Gewinn je Liter erhöhen. Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch vom endgültigen Wortlaut und von der praktischen Durchsetzung ab.

Als Vergleich verweist KBSV auf Indien. Dort verbesserten sich die Margen der Mineralölhändler tendenziell, nachdem das Land 2014 zu Marktpreisen übergegangen war; zugleich schwankten sie stärker mit den Marktzyklen. Das Modell zog nach Einschätzung des Researchhauses privates Kapital an, während große Staatsunternehmen ihre starke Position behielten. Auch in Vietnam könnte die Verbindung aus flexiblen Preisen und höheren Infrastrukturhürden Investitionen fördern. Der Marktzugang würde jedoch stärker von Unternehmensgröße und eigenen Sachanlagen abhängen.

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