Vietnams Hummerexporte steigen im ersten Halbjahr 2026 um 44,3% auf 585 Millionen $
Vietnams Hummerexporte erreichten im ersten Halbjahr 2026 rund 585 Millionen $, 44,3% mehr als im Vorjahr. Die Branche nähert sich der Marke von 1 Milliarde $, ist aber stark von China abhängig, das 2025 mehr als 98% der Erlöse stellte.
Exporte beschleunigen sich 2026
Vietnam exportierte im ersten Halbjahr 2026 Hummer im Wert von rund 585 Millionen $, 44,3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Das berichtete Thanh Nien unter Berufung auf den vietnamesischen Verband der Exporteure und Produzenten von Meeresfrüchten VASEP. Mit einer planvollen Produktionsentwicklung, gesichertem Marktzugang und Investitionen in die Lebendtierlogistik könnte die Branche die Exportmarke von 1 Milliarde $ erreichen.
Hummer stehen laut VASEP bereits für fast 25% der gesamten vietnamesischen Garnelenexporte und 10,1% der landesweiten Ausfuhren von Meeresfrüchten. 2025 belief sich der Exportwert auf rund 858 Millionen $ und lag damit deutlich über den Vorjahren. Die jüngsten Ergebnisse festigen die Stellung des Produkts als hochwertiges Segment der vietnamesischen Aquakultur.
China liefert mehr als 98% der Erlöse
China bleibt der wichtigste Absatzmarkt. Vietnam lieferte 2025 Hummer für rund 841 Millionen $ nach China, mehr als 98% seines gesamten Exportwerts in dieser Kategorie. Diese Konzentration eröffnet den Zugang zu einer großen Verbrauchernachfrage, macht Züchter, Verpackungsbetriebe und Exporteure jedoch von chinesischen Einfuhrregeln, Grenzbedingungen und saisonalen Nachfrageschwankungen abhängig.
China importierte 2025 rund 69.800 Tonnen Hummer. Vietnam lieferte etwa 24.100 Tonnen und erreichte mit 34,5% den größten Marktanteil aller Herkunftsländer. Die geografische Nähe ermöglicht kurze Lieferzeiten und wettbewerbsfähige Logistikkosten für lebende Ware. Vietnamesischer Hummer bedient zudem das mittlere und gehobene Restaurantsegment. Handels- und Zollschwankungen erschwerten unterdessen den Zugang für Konkurrenten aus Kanada, den Vereinigten Staaten und Australien.
Marktzugang erfordert Rückverfolgbarkeit
VASEP fordert, Hummer als eigenständigen, strategischen Bereich für hochwertige Meeresfrüchte zu entwickeln. Vorgeschlagen werden ausgewiesene Zuchtgebiete, bessere Infrastruktur für Lebendtransporte, zusätzliche Verpackungskapazitäten sowie Qualitäts- und Rückverfolgbarkeitsstandards. Ohne diese Investitionen könnte eine höhere Produktion Überlebensraten, Qualität und Regelkonformität beeinträchtigen.
Der Verband plädiert außerdem für Gespräche mit China über Zugangsbarrieren für tropische Langusten. Offene Fragen betreffen Anforderungen an F2-Satztiere, wissenschaftliche Nachweise, Herkunftsunterlagen und einen möglichen kontrollierten Übergangsmechanismus für Handelsware aus registrierten Betrieben. Züchter, Genossenschaften und Unternehmen benötigen klare Vorgaben zu Betriebs- und Verpackungscodes, Produktionsbüchern, Satz- und Futtermittelkontrollen, Tierarzneimitteln, Rückständen, Quarantäne, Lebensmittelsicherheit und Versanddokumenten.
VASEP schlug darüber hinaus ein spezielles Marktinformations- und Frühwarnsystem vor. Es soll Änderungen der Einfuhrregeln, Grenzübergänge, Zölle, saisonale Nachfrage, Preise und Wettbewerb erfassen. Das Erreichen von 1 Milliarde $ hängt damit nicht allein vom chinesischen Konsum ab, sondern auch von einer formalisierten Produktion und einer schnellen Reaktion auf neue Vorschriften. Da 2025 mehr als 98% der Erlöse auf einen Markt entfielen, könnten Regelverstöße oder Grenzunterbrechungen sofort die gesamte Lieferkette treffen.