Vietnams Holzbranche fordert transparente Regeln für den Binnenmarkt
Vietnams Holzbranche fordert einheitliche Binnenmarktregeln für Legalität, Produktqualität, Chemikaliensicherheit und Rückverfolgbarkeit. Verteilzentren für legales Holz, öffentliche Beschaffung und digitale Produktinformationen sollen Plantagenholz fördern und regelkonforme Verarbeiter stärken.
Binnenstandards bleiben hinter Exportvorgaben zurück
Vietnams Holzbranche fordert einen klareren Rechtsrahmen für den Binnenmarkt. Die Anforderungen an Rohstoffherkunft, Produktstandards, Chemikaliensicherheit und Verbraucherinformationen sind dort bislang nicht einheitlich geregelt. Die elektronische Regierungszeitung Vietnams berichtet, dass Exporteure in wichtigen Auslandsmärkten bereits vergleichsweise strenge Vorgaben erfüllen müssen. Dazu gehören Nachweise über die Legalität des Holzes, Rückverfolgbarkeit sowie zunehmend anspruchsvolle Qualitäts- und Umweltstandards.
Dadurch werden manche im Inland verkaufte Produkte weniger einheitlich kontrolliert als Exportwaren. Ngô Sỹ Hoài, Generalsekretär des vietnamesischen Verbands für Holz und Forstprodukte, erklärte, Waren unklarer Herkunft oder mit unkontrollierter Qualität könnten Verbraucher schädigen und Unternehmen benachteiligen, die in legale Rohstoffe und Produktqualität investieren. Nguyễn Hoài Bảo, stellvertretender Vorsitzender und Generalsekretär des Verbands für Handwerk und Holzindustrie von Ho-Chi-Minh-Stadt, forderte klare Ziele und messbare Ergebnisse für die Entwicklung des Binnenmarkts.
Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette
Nach Ansicht der Branchenvertreter darf die Kontrolle nicht bei der Herkunft des Rohholzes enden. Transparenz muss von Produktion und Verarbeitung über den Vertrieb bis zum Endverbraucher reichen. Die von der elektronischen Regierungszeitung Vietnams beschriebenen Vorschläge sehen gemeinsame Kriterien für die Legalität der Rohstoffe, die Produktqualität und die Sicherheit der Nutzer vor.
Tô Xuân Phúc, Geschäftsführer von Forest Trends Vietnam, bezeichnete transparente Institutionen und Standards als Grundlage für weitere Maßnahmen. Klare Regeln würden Unternehmen eine Investitionsbasis, Verbrauchern Vergleichsmöglichkeiten und Behörden Instrumente für Kontrolle und Aufsicht geben. Einige vietnamesische Verarbeiter überwachen Rohstoffe, Fertigung und Qualität bereits nach hohen Standards. Ihre Verfahren könnten auf den Binnenmarkt übertragen werden.
Zentren für legales Holz und öffentliche Aufträge
Für die Rohstoffversorgung schlug Võ Quang Hà, Vorsitzender des Bauholzverbands von Ho-Chi-Minh-Stadt, Verteilzentren für legales Holz vor. Sie könnten Verarbeiter stabil mit geprüftem und hochwertigerem Material versorgen. Eine engere Verbindung zwischen Forstbetrieben, Händlern und Herstellern würde Verbrauchern zudem mehr Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft bieten und die Wettbewerbsposition regelkonformer Unternehmen verbessern.
Auch die öffentliche Beschaffung könnte Nachfrage schaffen. Unternehmen der Holzbranche haben vorgeschlagen, Schultische und -stühle aus legalem Holz heimischer Plantagen zu liefern. Dieses Segment bietet eine vergleichsweise stabile Nachfrage. Vorgaben zu Holzherkunft, Materialsicherheit, Qualität und Haltbarkeit in Ausschreibungen könnten Verarbeiter zu angepassten Produktionsverfahren bewegen, sofern solche Kriterien mit Vietnams Vergabe- und Beschaffungsrecht vereinbar sind.
Ein Markt mit mehr als 100 Millionen Verbrauchern
Vũ Hải Bằng, stellvertretender Vorsitzender des vietnamesischen Verbands für Holz und Forstprodukte, erklärte, heimische Unternehmen könnten Schulmöbel aus legalem Plantagenholz unter Einhaltung der Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen herstellen. Branchenvertreter erwarten, dass eine standardbasierte öffentliche Beschaffung zusätzliche Absatzmöglichkeiten für Forstbetriebe schafft, Investitionen in die Verarbeitung unterstützt und den Einsatz heimischer Rohstoffe fördert.
Der Onlinehandel könnte diese Maßnahmen ergänzen, indem er Angaben zu Herkunft, Materialien, technischen Daten und Qualitätsstandards direkt für Käufer sichtbar macht. Nguyễn Minh Đức, stellvertretender Generalsekretär des vietnamesischen E-Commerce-Verbands, sagte, digitale Plattformen könnten Zwischenstufen reduzieren und die Transparenz erhöhen. Mit mehr als 100 Millionen Verbrauchern kann der heimische Holzmarkt zu einem wichtigen Wachstumsmotor werden. Dafür braucht es jedoch einheitliche Regeln, verantwortungsvolle Beschaffung, verlässliche Produktinformationen und marktweite Durchsetzung – nicht nur mehr Kaufkraft.