Vietnams Bahnprojekte schaffen größere Chancen für heimische Bauunternehmen
Vietnams geplante Bahninvestitionen für 2025–2030 schaffen einen milliardenschweren Markt für Bau- und Ingenieurleistungen. Ho-Chi-Minh-Stadt will heimische Unternehmen zum eigenständigen Bau städtischer Bahnen befähigen und die Abhängigkeit von ausländischen Beratern verringern.
Große Bahnvorhaben rücken näher an die Umsetzung
Vietnams Pipeline an Bahn- und Metroprojekten für 2025–2030 schafft einen größeren Markt für heimische Bau-, Ingenieur- und Maschinenbauunternehmen. Nach Angaben von Báo Đấu Thầu könnte die Investitionswelle vietnamesischen Firmen helfen, über die Rolle als Subunternehmer hinauszugehen und technische Fähigkeiten für führende Aufgaben im Bahnbau aufzubauen.
Zu den größten geplanten Vorhaben gehört die Bahnstrecke Ho-Chi-Minh-Stadt–Can Tho. Tran Van Thi, Direktor des My Thuan Project Management Board, erklärte, die Vor-Machbarkeitsstudie sei dem Bauministerium vorgelegt worden. Die vorläufigen Investitionen liegen bei rund 171,3 Billionen VND, falls Bahn und Straße bei der Querung des Hau-Flusses eine gemeinsame Brücke nutzen. Eine separate Eisenbahnbrücke würde die erwarteten Kosten auf etwa 175,11 Billionen VND erhöhen.
Die elektrifizierte Strecke ist für Personen- und Güterverkehr ausgelegt. In der ersten Phase ist ein eingleisiger Ausbau in der Normalspur von 1.435 mm vorgesehen. Die maximale Entwurfsgeschwindigkeit beträgt 160 km/h für Personenzüge und 120 km/h für Güterzüge. Geplant sind 12 Bahnhöfe und drei Depots in An Binh, Tan Kien und Can Tho. Das My Thuan Board empfiehlt eine Finanzierung durch öffentliche Investitionen.
Der Bauzeitplan reicht bis 2035
Die Strecke Ho-Chi-Minh-Stadt–Can Tho soll der Nationalversammlung im August 2026 zur Entscheidung über die Investitionspolitik vorgelegt werden. Der technische Gesamtentwurf und die Projektgenehmigung sind für das erste Quartal 2028 vorgesehen. Der Baubeginn soll im dritten Quartal desselben Jahres folgen, die wesentlichen Arbeiten sollen 2035 abgeschlossen sein.
Laut der von Báo Đấu Thầu zitierten Vor-Machbarkeitsstudie soll die Strecke die steigende Verkehrsnachfrage im Wirtschaftskorridor Ho-Chi-Minh-Stadt–Can Tho bedienen, Logistikkosten senken und die Anteile der Verkehrsträger neu verteilen. Durch die Kombination von Personen- und Güterverkehr ist das Vorhaben nicht nur für Tiefbauunternehmen relevant, sondern auch für Bahntechnikspezialisten, Maschinenbauer und Logistikdienstleister im Mekongdelta.
Weitere Projekte entstehen rund um den internationalen Flughafen Long Thanh. Dazu gehören die Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsbahn, die Strecke Thu Thiem–Long Thanh und die Verlängerung der Metrolinie 1 von Ben Thanh–Suoi Tien zum Verwaltungszentrum von Dong Nai und zum Flughafen Long Thanh. Die 48 km lange Metro Thu Thiem–Long Thanh wird von der Dai Quang Minh Real Estate Investment Corporation geprüft; der Baubeginn wird für September 2026 erwartet. Die Verlängerung der Metrolinie 1 wird auf rund 60,261 Billionen VND veranschlagt und ist für 2026–2029 geplant.
Lokalisierung erreicht die industrielle Produktion
Ho-Chi-Minh-Stadt will zwischen 2025 und 2030 einen Kreis heimischer Auftragnehmer aufbauen, der den Bau städtischer Bahnen vollständig beherrscht. Phan Cong Bang, Leiter des städtischen Urban Railway Management Board, sagte, die Behörden wollten zudem die Abhängigkeit von ausländischen Beratern durch Konsortialvorgaben, Technologietransfer und Personalschulung verringern. Vietnamesische Subunternehmen sammelten bei der Metrolinie 1 Erfahrungen und sollen in kommenden Projekten größere und wichtigere Aufgaben übernehmen.
Die heimische Industriebeteiligung weitet sich außerdem auf Fahrzeuge und Tunnelkomponenten aus. Der Investor der Metrolinie 2, Dai Quang Minh, will im April 2027 in einem mit seinen Maschinenbau- und Aluminiumwerken verbundenen Bahnkomplex die Produktion von Schienenfahrzeugen aufnehmen. Das Unternehmen plant auch die Herstellung von Tübbingelementen für TBM-Tunnel.
Vietnamesische Unternehmen erhalten bereits Aufträge an großen Bahninfrastrukturprojekten. Ein Konsortium aus SGC Investment & Construction und Trung Chinh Trading & Construction hat gemeinsam mit der Waterway Concrete Corporation kürzlich die ersten zwei Bohrpfähle für die Pfeiler P3 und P4 der Can-Gio-Eisenbahnbrücke fertiggestellt. Die Arbeiten sind ein früher Test dafür, ob sich die Erfahrung als Subunternehmer in eigenständige Umsetzungskompetenz für Vietnams wachsendes Bahnprogramm überführen lässt.