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Vietnams Autoabsatz steigt im ersten Halbjahr 2026 um fast 29% auf Rekordniveau

Vietnam setzte im ersten Halbjahr 2026 rund 328.818 Fahrzeuge ab, fast 29% mehr als im Vorjahreszeitraum und so viele wie noch nie. Die Inlandsproduktion stieg um 26,9% auf etwa 284.600 Fahrzeuge.

Vietnams Autoabsatz steigt im ersten Halbjahr 2026 um fast 29% auf Rekordniveau

Absatz und Produktion erreichen neue Höchststände

Auf dem vietnamesischen Automarkt wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 328.818 Fahrzeuge verkauft. Das waren fast 29% mehr als im gleichen Zeitraum 2025 und ein Rekord für die ersten sechs Monate, berichtete Thanh Nien. Damit rückt das Land näher an einen Jahresabsatz von 700.000 Fahrzeugen und längerfristig an die Schwelle von 1 Million Einheiten heran.

Auch die inländischen Werke steigerten ihre Produktion. Nach einem von Thanh Nien zitierten Bericht des Statistikamtes fertigten vietnamesische Unternehmen in den sechs Monaten etwa 284.600 Fahrzeuge, 26,9% mehr als im Vorjahr. Das parallele Wachstum von Nachfrage und Produktion zeigt, dass die Marktexpansion auch den lokalen Montagebetrieben zugutekommt und nicht allein den Importeuren.

Thanh Nien führt das Wachstum auf die schnelle Urbanisierung, höhere Durchschnittseinkommen und die steigende Nachfrage nach individueller Mobilität zurück. Das Pro-Kopf-BIP hat 5.000 $ pro Jahr erreicht. Hersteller und Händler förderten Käufe zudem mit Preisnachlässen von mehreren zehn Millionen vietnamesischen Dong auf einzelne Modelle. Im Juli und Anfang August beschleunigte sich der Absatz erneut, weil Käufer ihre Anschaffung vor dem siebten Mondmonat abschlossen und Händler umfangreiche Rabatte gewährten.

Niedrige Motorisierung bietet weiteres Wachstumspotenzial

Trotz des Rekords ist Vietnam deutlich weniger motorisiert als mehrere Nachbarländer. Nach Angaben des Industrie- und Handelsministeriums kommen auf 1.000 Einwohner etwa 63 Autos, verglichen mit 277 in Thailand und 535 in Malaysia. Nur rund 10% der vietnamesischen Haushalte besitzen ein Auto. Für die Mehrheit der Familien ist der Pkw somit noch kein alltägliches Verkehrsmittel.

Vietnam war 2025 laut Thanh Nien mit einem Plus von mehr als 20% der am schnellsten wachsende Automarkt der ASEAN. Von der Zeitung zitierte MarkLines-Daten weisen 604.046 Neuwagenverkäufe aus, womit Vietnam regional auf Rang vier lag. Malaysia führte mit 820.752 Fahrzeugen, gefolgt von Indonesien mit 803.687 und Thailand mit 621.166. Für 2026 wird erwartet, dass Vietnam Thailand überholt und zu den drei größten Automärkten der ASEAN aufsteigt.

Ein Jahresabsatz von mehr als 600.000 Fahrzeugen schafft eine breitere Grundlage für Investitionen in lokale Kapazitäten. Vietnamesische Unternehmen entwickeln sich von Herstellern einzelner Teile zu Lieferanten kompletter Baugruppen und binden sich enger in die Produktionsnetze großer Autobauer ein. Der Ökonom Hoang Van Cuong erklärte jedoch, dass Steuer- und Gebührenhilfen durch Vorgaben zur Lokalisierung und zum Technologietransfer ergänzt werden müssten, um eine tragfähige heimische Auto- und Zulieferindustrie aufzubauen.

Hersteller setzen auf Export und Lokalisierung

Die lokalen Produzenten richten ihren Blick zunehmend auf Auslandsmärkte. Hyundai Thanh Cong exportierte kürzlich in Vietnam montierte Fahrzeuge nach Mexiko und Australien. Zuvor gingen vietnamesische Komplettfahrzeuge vorwiegend in andere ASEAN-Länder. Auch die Ausfuhr von Fahrzeugkomponenten und Ersatzteilen machte im ersten Halbjahr 2026 laut Thanh Nien deutliche Fortschritte.

VinFast baut unterdessen Elektroautowerke in Indien, Indonesien und den USA. Diese Projekte und die Lieferungen von Hyundai Thanh Cong zeigen die internationalen Ambitionen vietnamesischer Hersteller. Die Quelle nannte allerdings weder Stückzahlen noch Werte für die gemeldeten Fahrzeugexporte.

Das Industrie- und Handelsministerium arbeitet an einer neuen Branchenstrategie bis 2030 mit einer Perspektive bis 2045, die das 2014 beschlossene Konzept ablösen soll. Bis 2045 sollen der Lokalisierungsgrad 85%-90% und die jährlichen Exporte von Fahrzeugen, Komponenten und Ersatzteilen 30 Milliarden bis 40 Milliarden $ erreichen. Dafür müssen Zulieferer ihre technischen Fähigkeiten ausbauen und Hersteller den schnell wachsenden Heimatmarkt in international wettbewerbsfähige Produktionsgrößen umsetzen.

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