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Vietnam will bis 2030 rund 20 % seines Bedarfs an Pharmawirkstoffen selbst decken

Vietnam hat ein Programm für die pharmazeutisch-chemische Industrie beschlossen, das bis 2030 etwa 20 % des inländischen Bedarfs an Ausgangsstoffen aus eigener Produktion decken soll. Vorgesehen sind außerdem mindestens zwei fortschrittliche Forschungszentren, die vollständige Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben sowie ein jährliches Exportwachstum von mindestens 10 % bei hochwertigen Produkten.

Vietnam will bis 2030 rund 20 % seines Bedarfs an Pharmawirkstoffen selbst decken

Vietnam setzt Ziel für die Herstellung pharmazeutischer Ausgangsstoffe

Vietnam hat ein nationales Programm zur Entwicklung seiner pharmazeutisch-chemischen Industrie bis 2030 mit einer Perspektive bis 2045 beschlossen. Nach Angaben der elektronischen Regierungszeitung unterzeichnete die stellvertretende Ministerpräsidentin Phạm Thị Thanh Trà am 8. Oktober 2026 den Beschluss Nr. 1954/QĐ-TTg.

Bis 2030 sollen rund 20 % der von vietnamesischen Arzneimittelherstellern benötigten Ausgangsstoffe im Inland produziert werden. Priorität haben pharmazeutische Wirkstoffe, Startmaterialien, chemische Zwischenprodukte und Hilfsstoffe, die als wesentlich, strategisch oder wettbewerbsfähig gelten. Das Programm soll die Importabhängigkeit verringern und Vietnam widerstandsfähiger gegen Störungen internationaler pharmazeutischer Lieferketten machen.

Forschungszentren und Produktionsstandards

Bis 2030 sollen mindestens zwei fortschrittliche Forschungs- und Entwicklungszentren für pharmazeutische Chemie entstehen, die internationale Standards erfüllen. Zu ihren Aufgaben gehören Prozessentwicklung, Versuche, Maßstabsvergrößerung, Technologietransfer und die Unterstützung bei der Vermarktung von Technologien und Produkten.

Sämtliche inländischen Hersteller von Wirkstoffen, Hilfsstoffen und anderen pharmazeutischen Materialien sollen die geltenden Anforderungen an Qualität, Gute Herstellungspraxis und Chemikaliensicherheit erfüllen. Mindestens 50 % der Produktionsstätten sollen digitale Lösungen für Produktionssteuerung, Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit einsetzen.

Zu den technologischen Schwerpunkten zählen Synthese, Extraktion, Reinigung, Biotechnologie und Peptide. Der Staat will Unternehmen bei der Übernahme, Beherrschung, Weiterentwicklung, Skalierung und Weitergabe von Produktionstechnologien unterstützen. Vorrang haben stark nachgefragte Wirkstoffe, Ausgangsstoffe für unentbehrliche Arzneimittel, hochwertige Produkte und importsubstituierende Materialien. Auch Hilfsstoffe der nächsten Generation sollen entwickelt werden.

Exporte und internationale Partnerschaften

Vietnam will ausgewählte hochwertige Technologien und Erzeugnisse der pharmazeutischen Chemie kommerzialisieren. Zunächst stehen Materialien im Mittelpunkt, die Importe ersetzen, heimische Arzneimittelfabriken beliefern oder exportiert werden können. Für hochwertige pharmazeutisch-chemische Produkte wird ein jährliches Exportwachstum von mindestens 10 % angestrebt.

Die internationale Zusammenarbeit soll sich auf Länder, Forschungsorganisationen, Hochschulen sowie multinationale Pharma- und Chemiekonzerne mit Kompetenzen bei Startmaterialien, Zwischenprodukten, Wirkstoffen, Hilfsstoffen und fortschrittlicher Produktionstechnik konzentrieren. Kooperationen bei Standards, Prüfungen, GMP, Konformitätsbewertung und gegenseitiger Anerkennung sollen Vietnams Produktions- und Exportfähigkeit stärken.

Fachkräfte, Regulierung und Versorgungssicherheit

Die Ausbildungsschwerpunkte umfassen Synthese- und Prozesschemie, Biotechnologie, Peptidtechnologie, Analytik, GMP, Qualitätssicherung und -kontrolle, Validierung, Technologietransfer, intelligente Fertigung, Digitalisierung und Chemikaliensicherheit. Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute sollen enger zusammenarbeiten und Schulungen in Laboren, Pilotanlagen und Produktionsbetrieben anbieten.

Investment Review berichtet, dass das Gesundheitsministerium zugleich Verwaltungsverfahren vereinfacht und digitale Behördendienste ausbaut. Von 47 digitalen Diensten für Arzneimittel und Kosmetika sind 37 vollständig und 10 teilweise online verfügbar; 24 der vollständig digitalen Dienste sind an das nationale Single-Window-System für den Arzneimittelaußenhandel und Meldungen zu importierter Kosmetik angeschlossen. Das Ministerium bearbeitet zudem Einfuhrgenehmigungen für nicht zugelassene Arzneimittel, besonders kontrollierte Ausgangsstoffe, seltene Medikamente und Produkte mit begrenztem Angebot.

Bis 2045 strebt Vietnam eine moderne, wettbewerbsfähige pharmazeutisch-chemische Industrie mit größerer Kontrolle über wesentliche und strategische Ausgangsstoffe an. Forschung, Technologie, Produktion und Vermarktung sollen enger verknüpft werden. Für Hersteller und Investoren wird entscheidend sein, ob Technologietransfer, Fachkräfte, Finanzierung und Regulierung das 20-Prozent-Ziel in wirtschaftlich tragfähige Kapazitäten überführen.

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