Vietnam verschärft Vorgehen gegen illegalen Tabak an Grenzen, im Handel und online
Vietnam weitet die Bekämpfung des illegalen Tabakhandels gemäß Richtlinie Nr. 25/CT-TTg auf Grenzen, Binnenmarkt und Onlinekanäle aus. Die Behörden prüfen zudem risikobasierte Kontrollen und strengere Auslagevorschriften, während die Branche vor Nachteilen eines vollständigen Präsentationsverbots warnt.
Kontrollen erfassen die gesamte Lieferkette
Vietnam verstärkt gemäß der am 9. Juni 2026 vom Premierminister erlassenen Richtlinie Nr. 25/CT-TTg den Kampf gegen Tabakschmuggel, illegale Produktion und nicht genehmigten Verkauf. Die Maßnahmen reichen nun von Grenzgebieten und Binnenmarkt bis zu Onlineplattformen, über die illegale Ware in sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten und mithilfe von Lieferdiensten vertrieben werden kann.
Wie Hà Nội Mới berichtete, wurde die Umsetzung Anfang August auf einer Konferenz des Nationalen Lenkungsausschusses gegen Schmuggel, Handelsbetrug und Produktfälschungen, bekannt als Nationaler Lenkungsausschuss 389, beraten. Die Behörden betrachten illegalen Tabak als fiskalisches und gesundheitspolitisches Problem, weil Schmuggelware außerhalb der Steuer-, Qualitätskontroll- und Warnhinweissysteme bleibt.
Oberst Nguyễn Văn Tranh, stellvertretender Kommandeur für Rechtsangelegenheiten beim Kommando der Küstenwache Region 4, erklärte, illegaler Tabak verursache Einnahmeverluste und direkte Gesundheitsrisiken. Schätzungen zu illegalen Mengen, Steuerausfällen, Beschlagnahmungen oder zum Wert des legalen Marktes nennt die Quelle nicht.
Risikobasierte Überwachung soll Kontrollen bündeln
Nguyễn Thanh Bình, stellvertretender Direktor der Abteilung für Überwachung und Entwicklung des Binnenmarktes, schlug ein Daten- und Risikowarnsystem für Konten, Unternehmen, Lager, Transportmethoden und typische Verstoßmuster vor. Damit sollen breit angelegte Inspektionen durch gezielte Kontrollen besonders riskanter Akteure und Routen ersetzt werden.
Generalmajor Đỗ Ngọc Cảnh, Leiter der Abteilung für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung beim Grenzschutzkommando, forderte, illegale Lieferungen bereits an ihrer Quelle zu stoppen. Zugleich müssten Erwerbsmöglichkeiten für Grenzbewohner geschaffen werden, die von Schmuggelnetzwerken als bezahlte Kuriere eingesetzt werden. Der Ansatz verbindet Grenzkontrollen mit den wirtschaftlichen Bedingungen, die informelle Lieferketten ermöglichen.
Die Kampagne betrifft lizenzierte Hersteller, Händler und Einzelhändler unmittelbar. Ein schärferes Vorgehen gegen unversteuerte und ungeprüfte Zigaretten kann regelkonforme Anbieter vor illegalem Wettbewerb schützen. Die wirtschaftliche Wirkung hängt jedoch davon ab, ob die Behörden verdeckte Onlinegeschäfte erkennen können, ohne zu viele Kontrollressourcen auf Millionen traditioneller Verkaufsstellen zu verlagern.
Streit über ein vollständiges Auslageverbot
Vietnam erwägt außerdem, die Auslage von Tabakprodukten im Einzelhandel vollständig zu verbieten, um die öffentliche Sichtbarkeit und an Jugendliche gerichtete Kaufanreize zu verringern. Trần Lê Minh, stellvertretender Leiter des Marktausschusses des vietnamesischen Tabakverbands, erklärte, derzeit dürfe jede Verkaufsstelle pro Marke eine Packung, eine Stange oder eine Schachtel zeigen, damit Verbraucher legale Produkte erkennen können.
Nach Einschätzung von Trần Lê Minh würde die Entfernung sämtlicher Produkte und Abbildungen den Käufern die visuelle Unterscheidung zwischen qualitätsgeprüfter Ware und gefälschtem oder geschmuggeltem Tabak erschweren. Eine zusätzliche Kontrollpflicht für Millionen Einzelhändler könne zudem die Behörden überlasten, während sich der illegale Handel weiter in geschlossene Onlinekanäle verlagert.
Gezielte Beschränkungen und Übergangsfrist
Als Alternative werden gezielte Beschränkungen vorgeschlagen: Nach außen gerichtete Auslagen und Platzierungen, die für Kinder und Jugendliche leicht sichtbar sind, würden verboten. Eine minimale Kennzeichnung innerhalb des Verkaufstresens für erwachsene Kunden bliebe möglich. Die Quelle nennt außerdem eine Übergangsfrist von 18 bis 24 Monaten für technische Leitlinien, standardisierte Kontrollen, Schulungen und die Vorbereitung des Handels.
Pilotprojekte in Großstädten, Grenzprovinzen und Regionen mit dichtem traditionellem Handel könnten die Sichtbarkeit für Jugendliche, die Einhaltung durch Händler und die Kontrolle ungeprüfter Produkte messen. Für legale Anbieter ist entscheidend, ob Vietnam die Sichtbarkeit von Tabak reduzieren, zugleich eine praktikable Produktidentifizierung erhalten und die Kontrollen auf die illegale Lieferkette konzentrieren kann.