Vietnam verliert vor dem Export bis zu 20 % seiner Drachenfrüchte
Auf dem Weg zum Exporthafen können in Vietnam bis zu 20 % der Drachenfrüchte verloren gehen, weil die Ware eine fragmentierte, mehrstufige Logistikkette durchläuft. Wiederholtes Umladen, vorgeschriebene Bestrahlung und das Fehlen eines integrierten regionalen Logistikzentrums erhöhen die Kosten und verkürzen die Reaktionszeit bei Störungen.
Fünf Etappen zwischen Obstgarten und Hafen
Vietnamesische Obstexporteure verlieren einen Teil ihrer marktfähigen Ernte, bevor die Sendungen den Hafen erreichen. Die Ware durchläuft eine fragmentierte Kette aus Kleinfahrzeugen, Lastwagen, Verarbeitungsbetrieben und Containern. Laut CafeBiz können Drachenfrüchte je nach Empfindlichkeit auf diesem Weg bis zu 20 % ihres Volumens einbüßen.
Der Transport beginnt direkt im Obstgarten. Landwirte bringen die geernteten Früchte mit handgezogenen Karren von ihren Parzellen zu schmalen Nebenstraßen. Dort wird die Ware auf Motorräder oder dreirädrige Hoa-Lam-Lastfahrzeuge umgeladen, die sie zu einer breiteren, befestigten Straße befördern. Anschließend erfolgt eine weitere Verladung auf größere Lastwagen für den Transport zu einem Produktions- oder Verarbeitungsbetrieb.
Auf der letzten Etappe bringen Container die verarbeiteten Agrarprodukte zum Exporthafen. Jeder Umschlag kostet Zeit und birgt ein zusätzliches Risiko für Druckstellen, ungeeignete Bedingungen oder Verzögerungen. Bei leicht verderblichem Frischobst verringern solche Verluste unmittelbar die Menge, die Exporteure verkaufen können.
Bestrahlung und Dokumente erhöhen den Druck
Die Transportdauer steigt weiter, wenn Agrarprodukte für anspruchsvolle Auslandsmärkte bestrahlt werden müssen. CafeBiz weist darauf hin, dass dieser zusätzliche Schritt den Dokumentenfluss und die Verwaltungsverfahren noch nicht berücksichtigt. Physische Lieferkette und Abfertigung belasten damit gleichzeitig ein Produkt, dessen Vermarktungszeit ohnehin begrenzt ist.
Beim Export von Frischobst bleibt den Unternehmen kaum Spielraum für Fehler. Eine Verzögerung an einem Übergabepunkt kann alle folgenden Etappen beeinträchtigen, während häufiges Be- und Entladen das Schadensrisiko erhöht. Erreichen die Verluste bei empfindlichen Produkten wie Drachenfrüchten 20 %, müssen Landwirte, Verarbeiter und Exporteure Transport-, Verarbeitungs- und Compliance-Kosten auf eine kleinere verkaufsfähige Menge verteilen.
Das Problem beschränkt sich nicht auf die Frachtkosten. Verdorbene Früchte haben bereits Arbeit und Transportressourcen beansprucht, erzielen aber keine Exporterlöse. Die Verluste erschweren außerdem die Planung für Verarbeiter und Händler, weil die auf dem Betrieb geerntete Menge nicht zwangsläufig der endgültig versandfähigen Menge entspricht.
Integriertes Logistikzentrum bleibt aus
Laut CafeBiz sind Landwirte und Unternehmen weiterhin täglich mit diesen Bedingungen konfrontiert. Ein regionales Logistikzentrum, das Quarantäne und Zollabfertigung bündeln soll, ist seit Langem im Gespräch, wurde bislang jedoch nicht verwirklicht. Die Quelle nennt weder einen Bauzeitplan noch eine Investitionssumme.
Ein solches Zentrum würde nur einen Teil der Lieferkette verbessern. Ohne diese Integration müssen Unternehmen jedoch zahlreiche Warenbewegungen und behördliche Verfahren getrennt koordinieren. Der heutige Weg vom Obstgarten zum Hafen umfasst bereits mehrere Übergaben, bevor zusätzliche Bestrahlungs-, Dokumentations- oder Abfertigungsanforderungen berücksichtigt werden.
Für Vietnams Obstbranche ist die Differenz zwischen geernteter und exportfähiger Menge das unmittelbare wirtschaftliche Problem. Weniger Umladevorgänge, kürzere Wartezeiten und gebündelte Kontroll- und Abfertigungsfunktionen könnten mehr Früchte für den Verkauf erhalten. Bis das geplante Zentrum entsteht, müssen Exporteure eine fünfstufige Route bewältigen, auf der Zeit, Warenzustand und Logistikkosten darüber entscheiden, wie viel der Ernte tatsächlich das Schiff erreicht.