Vietnams Tilapiaexporte erreichen 76 Mio. $, erste Sashimi-Lieferung geht nach Japan
Vietnam exportierte im ersten Halbjahr 2026 Tilapia im Wert von 76 Millionen $, 101 % mehr als im Vorjahr, wie von CafeBiz zitierte VASEP-Daten zeigen. Anschließend lieferte ein Verarbeiter aus Can Tho erstmals vietnamesische Tilapiafilets für Sushi und Sashimi nach Japan.
Tilapiaexporte verdoppeln sich im ersten Halbjahr
Vietnam erzielte in den ersten sechs Monaten 2026 mit Tilapiaexporten einen Umsatz von 76 Millionen $, 101 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Das geht aus Daten des vietnamesischen Verbands der Fischverarbeiter und -exporteure VASEP hervor, die CafeBiz veröffentlichte. Damit gehört Tilapia zu den wachstumsstärksten Kategorien im vietnamesischen Fischereiexport, bleibt jedoch kleiner als die etablierten Aquakultursparten des Landes.
Die Überschrift von CafeBiz nennt einen Anstieg um 141 %, während im Artikel auf Basis der VASEP-Zahlen ein Wachstum von 101 % ausgewiesen wird. Eine Erklärung für die Abweichung fehlt. Beide Angaben deuten jedoch auf eine stärkere Auslandsnachfrage nach vietnamesischem Tilapia hin. Die Art ist wegen ihres schnellen Wachstums, der vergleichsweise niedrigen Produktionskosten und des stabilen Angebots für Züchter attraktiv.
Erste Lieferung ist für japanisches Sushi und Sashimi bestimmt
Im Juli 2026 schloss die in Can Tho ansässige Vietnam Clean Seafood Joint Stock Company ihre erste Ausfuhr von Tilapiafilets nach Japan ab. Die Ware soll dort für Sushi und Sashimi verwendet werden. Nach Angaben des Unternehmens war es der erste vietnamesische Anbieter, der ein Tilapiaprodukt für Sashimi nach Japan exportierte. Der Lieferung gingen rund sechs Monate Investitionen in Aufzucht- und Verarbeitungsverfahren für höherwertige Lebensmittel voraus.
Fisch für rohe oder nur geringfügig zubereitete Speisen erfordert strengere Kontrollen als ganze oder portionierte Tilapia. Im Zuchtgebiet des Unternehmens in der Gemeinde Tran De in Can Tho werden befestigte Teiche mit Strömungstechnik und Bodenbelüftung eingesetzt, um stabile Wasserbedingungen zu erhalten. Laut CafeBiz trägt das zu festem Fleisch ohne schlammigen Geruch bei. Nach der Ernte wird der Fisch unter kontrollierten Bedingungen sofort zum Verarbeitungsbetrieb gebracht.
Höherwertige Verarbeitung verbreitert den Marktmix
Die Lieferung nach Japan führt vietnamesischen Tilapia über den herkömmlichen Handel mit ganzen oder zerlegten Fischen hinaus in das Segment verarbeiteter Produkte für anspruchsvollere Verbraucher. Für Exporteure liegt die Chance nicht nur in größeren Mengen, sondern auch in einem höheren Handelswert je Einheit und einer geringeren Abhängigkeit von traditionellen Absatzmärkten. Japan ist zugleich ein anspruchsvoller Referenzmarkt: Die Ware muss strenge Vorgaben für Aufzucht, Krankheitsüberwachung, Ernte, Transport, Quarantänetests und Lebensmittelsicherheitszertifikate erfüllen.
Die Behörden von Can Tho verlangen von Züchtern, Einkäufern, Verarbeitern und Exporteuren vollständige technische Unterlagen zu Besatzmaterial, Zuchtgebieten, Krankheitskontrolle, Ernte und Transport sowie die erforderlichen Zertifikate. Unternehmen müssen außerdem Änderungen der Quarantäne-, Prüf- und Lebensmittelsicherheitsvorschriften jedes Ziellandes verfolgen. Davon hängt ab, ob aus der ersten Lieferung ein dauerhafter Vertriebskanal entsteht oder ob sie ein Einzelgeschäft bleibt.
Auch Kanada und Australien verzeichneten Anfang 2026 ein positives Wachstum ihrer Einfuhren von vietnamesischem Tilapia, berichtete CafeBiz, ohne Werte oder Wachstumsraten zu nennen. Die Nachfrage in drei Industrieländern könnte die Exportbasis verbreitern. Für größere Mengen sind jedoch eine gleichbleibende Rohwarenqualität und verlässliche Verarbeitungsstandards nötig. Züchter müssen Wasserbedingungen und Nacherntebehandlung auf dem für Premiumanwendungen erforderlichen Niveau halten, während Exporteure die Rückverfolgbarkeit der gesamten Lieferkette belegen müssen.
Der aktuelle Meilenstein ist damit qualitativ und quantitativ. Der Exportumsatz verdoppelte sich im ersten Halbjahr, und die Juli-Lieferung erschloss eine neue Verwendung für vietnamesischen Tilapia in Japan. Nun müssen die Verarbeiter zeigen, ob sie daraus regelmäßige Aufträge entwickeln und zugleich bei wachsendem Angebot die Vorschriften und Qualitätsanforderungen einhalten können.