Vietnams Reispreise steigen leicht, Philippinen könnten 5,7 Millionen Tonnen importieren
Im Mekongdelta sind die Preise für Rohreis und aromatischen Bruchreis leicht gestiegen, während die Exportnotierungen stabil blieben. Das USDA erwartet für 2027 philippinische Reisimporte von 5,7 Millionen Tonnen, da El Niño die heimische Erzeugung gefährdet.
Rohreis wird im Mekongdelta teurer
Die vietnamesischen Rohreispreise sind am 28. September im Mekongdelta leicht gestiegen, berichtet Vietnambiz. IR 504 verteuerte sich um 50 Dong je Kilogramm auf 8.700–8.800 Dong, während CL 555 um denselben Betrag auf 8.750–8.850 Dong je Kilogramm zulegte.
Bei den Verarbeitungsnebenprodukten stieg aromatischer Bruchreis um 100 Dong je Kilogramm auf 8.900–9.000 Dong. Reiskleie blieb mit 7.500–7.700 Dong je Kilogramm unverändert. Der Anstieg konzentrierte sich damit auf einzelne Rohreis- und Bruchreissorten und erfasste nicht den gesamten Verarbeitungsmarkt.
Die Preise für frisch geernteten Paddyreis waren nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt der Provinz An Giang weitgehend stabil. OM 18 und OM 5451 kosteten 6.000–6.100 Dong je Kilogramm, IR 50404 lag bei 5.900–6.000 Dong, OM 34 bei 5.700–5.900 Dong und Dai Thom 8 bei 6.100–6.200 Dong.
Vietnamesische Exportpreise bleiben stabil
Nach Angaben der Vietnam Food Association blieb vietnamesischer Jasminreis bei 514–518 $ je Tonne. Weißreis mit 5 % Bruch wurde für 420–424 $ je Tonne angeboten, aromatischer Reis mit 5 % Bruch für 526–530 $.
Auch die Notierungen konkurrierender asiatischer Herkünfte waren stabil. Thailändischer Weißreis mit 5 % Bruch kostete 466–470 $ je Tonne, pakistanische Ware 422–426 $. Indischer Weißreis derselben Kategorie war mit 382–386 $ günstiger, während indischer Parboiled-Reis mit 5 % Bruch bei 378–382 $ lag.
Vietnams Standard-Weißreis mit 5 % Bruch liegt damit nahe am pakistanischen Preisniveau, aber über indischen und unter thailändischen Angeboten. Vietnamesischer Jasmin- und Duftreis bleibt in höheren Preissegmenten. Für Exporteure und Mühlen ist daher entscheidend, welche Qualitäten die Philippinen künftig nachfragen.
Philippinische Importe bei 5,7 Millionen Tonnen erwartet
Laut Philstar könnten die Philippinen 2027 bis zu 5,7 Millionen Tonnen Reis importieren, um angesichts der Produktionsrisiken durch El Niño ausreichende Reserven zu sichern. Das US-Landwirtschaftsministerium erhöhte seine Prognose von 5,6 Millionen Tonnen und erklärte, das Land könne bis zu 5 Millionen Tonnen benötigen, um Vorräte gegen Taifune, saisonale Regenfälle und den entstehenden El Niño aufzubauen.
Daten des philippinischen Bureau of Plant Industry zeigen, dass die Importe bis zum 17. September bereits 3,9 Millionen Tonnen erreicht hatten. Damit lagen sie über den 3,4 Millionen Tonnen des gesamten Jahres 2025. Das philippinische Landwirtschaftsministerium will die Einfuhren nicht vorübergehend aussetzen, da Reserven aufgebaut und die Reispreise stabilisiert werden sollen, während El Niño voraussichtlich bis 2027 anhält.
El Niño belastet die Produktionsaussichten
Das USDA senkte seine Prognose für die philippinische Produktion von geschliffenem Reis im Jahr 2027 von 12,4 Millionen auf 12,25 Millionen Tonnen. Trockeneres Wetter im Mai und Juni sowie höhere Düngemittelkosten könnten das Produktionswachstum begrenzen. Die Wasserstände wichtiger Bewässerungsstauseen erholten sich von August bis September 2026 deutlich und verbesserten damit die Aussichten für die Trockenzeitaussaat im November und Dezember. Für die Aussaat von Mai bis Juli kam die Erholung jedoch zu spät, was die Regenzeiternte beeinträchtigte.
Der philippinische Wetterdienst PAGASA erwartet, dass im Oktober ein sehr starker El Niño beginnt und sich in der ersten Hälfte des Folgejahres weiter verstärken könnte. Das Wetterphänomen könnte die philippinische Paddyreisproduktion in diesem Jahr um rund 700.000 Tonnen reduzieren. Sollte sich El Niño Ende 2026 zu einem Super-El-Niño entwickeln, müssten die Bewässerungsbedingungen laut USDA genauer überwacht werden. Dieses Szenario würde die Importnachfrage stärken und die Bedeutung zuverlässiger regionaler Lieferungen erhöhen.