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Vietnam plant fünfstufiges Bonitätssystem für Reisexporteure

Vietnams Ministerium für Industrie und Handel will Reisexporteure in fünf Bonitätsstufen einteilen. Die Einstufung soll die Auswahl federführender Händler und die Mengenverteilung bei zentralisierten Exportverträgen bestimmen.

Vietnam plant fünfstufiges Bonitätssystem für Reisexporteure

Ratings sollen Vertragsmengen steuern

Vietnams Ministerium für Industrie und Handel hat ein fünfstufiges Bonitätssystem für Reisexporteure vorgeschlagen. Damit soll ein neuer Mechanismus zur Verteilung des Geschäfts aus zentralisierten Exportverträgen entstehen. Die Regelung steht in einem Entwurf für den Reisimport und -export, zu dem betroffene Parteien derzeit Stellung nehmen können.

Nach Angaben von Thanh Nien soll der Entwurf die Regierungsdekrete 107/2018 und 01/2025 ersetzen. Exporteure würden bewertet und einer von fünf Stufen zugeordnet: sehr hohe, hohe, mittlere, niedrige oder sehr niedrige Bonität. Das Rating soll eine wichtige Grundlage für die Ernennung federführender Händler bei Verhandlungen über zentralisierte Verträge und für die Verteilung der zugehörigen Exportquoten bilden.

Der Vorschlag könnte den Zugang zu jenem Teil des vietnamesischen Reishandels verändern, bei dem Verträge zentral koordiniert und nicht von einzelnen Exporteuren unabhängig abgeschlossen werden. Unternehmen mit stärkeren Geschäftsergebnissen und besserer Regelkonformität würden bevorzugt, während niedriger eingestufte Händler schrittweise geringere Mengen erhielten.

Jahresleistung und Regelkonformität bestimmen die Punkte

Die Beurteilung soll auf den Geschäftsergebnissen eines Jahres beruhen. Zu den Kriterien zählen Exportvolumen und Marktentwicklung sowie die Einhaltung von Berichtspflichten und Vorgaben zur Haltung von Reisbeständen für den Umlauf.

Der Zugang zu zentralisierten Verträgen wäre damit sowohl an die kommerzielle Leistung als auch an die Erfüllung regulatorischer Pflichten gebunden. Für größere Zuteilungen müssten Exporteure neben ihrer Absatzkapazität auch Marktaufbau, fristgerechte Berichte und die Einhaltung der Lagerpflichten nachweisen.

Für Reisimporteure könnte das System bedeuten, dass sich zentral vergebene Vertragsmengen auf eine kleinere Gruppe vietnamesischer Lieferanten mit belegbarer Leistung konzentrieren. Für Exporteure gewinnen Berichtssysteme, Bestandsmanagement und Nachweise über die Marktentwicklung an Bedeutung. Der Ausgangstext nennt weder einen Starttermin noch die Gewichtung der einzelnen Kriterien.

Federführende Händler behalten direkten Exportanteil

Nach dem Entwurf dürfte ein federführender Händler 20 % der in einem zentralisierten Vertrag enthaltenen Reismenge direkt exportieren. Sind zwei federführende Händler beteiligt, erhielte der direkte Vertragsunterzeichner zwei Drittel dieses Anteils von 20 %, der andere Händler das verbleibende Drittel.

Ein Unternehmen mit sehr hoher Bonität dürfte keine größere Zuteilung erhalten als ein federführender Händler. Auf jeder unmittelbar folgenden niedrigeren Stufe dürfte die zugeteilte Menge höchstens 50 % des Volumens der nächsthöheren Kategorie betragen. Damit entsteht eine deutliche Hierarchie zwischen benachbarten Stufen, und das endgültige Rating erhält unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung.

Politik zielt auf stärkere Reis-Wertschöpfungsketten

Einige von Thanh Nien angeführte Unternehmen erklärten, Vietnam habe zwar viele Reisexporteure, aber vergleichsweise wenige starke Betriebe. Viele seien hauptsächlich Händler, die Reis kaufen und weiterverkaufen, ohne integrierte Wertschöpfungsketten aufzubauen.

Die Regierung verfolgt das Ziel, Reis-Wertschöpfungsketten aufzubauen, die Produktion und Absatz verbinden, und Unternehmen zu höheren Investitionen in die Produktion zu bewegen. Das geplante Rating wird als Instrument dargestellt, um die Wettbewerbsfähigkeit vietnamesischer Exporteure im In- und Ausland zu erhöhen. Die Wirkung hängt von den endgültigen Bewertungsregeln, der Transparenz des Verfahrens und der über zentralisierte Verträge gehandelten Reismenge ab.

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