Vietnam und die Philippinen streben planbareren Reishandel an
Vietnam schlägt eine Aufwertung des Reisabkommens mit den Philippinen vor, während Manila eine Schutzmaßnahmenuntersuchung zu Importen führt. Beide Länder wollen zudem Verzögerungen bei SPS-IC-Genehmigungen beheben, die bereits geschlossene Exportverträge belasten.
Vietnam schlägt verbindlicheren Rahmen vor
Vietnam und die Philippinen beraten über einen stabileren Rahmen für den bilateralen Reishandel. Parallel wollen beide Regierungen regulatorische Hindernisse und die philippinische Schutzmaßnahmenuntersuchung zu importiertem Reis bearbeiten. Hanoi regte an, die bestehende Absichtserklärung aufzuwerten oder durch eine rechtlich verbindlichere Vereinbarung zu ersetzen. Diese soll Lieferungen planbarer machen und die Interessen von Landwirten, Unternehmen und Verbrauchern ausgleichen.
Nach Angaben der Vietnam News Agency führte eine ressortübergreifende Delegation unter Leitung des stellvertretenden Industrie- und Handelsministers Nguyen Sinh Nhat Tan vom 19. bis 21. August Gespräche mit philippinischen Behörden. Beteiligt waren Vertreter der vietnamesischen Ministerien für Industrie und Handel, Landwirtschaft und Umwelt sowie Auswärtige Angelegenheiten, ferner die Botschaft, die Handelsvertretung und der vietnamesische Lebensmittelverband. Gespräche fanden mit den philippinischen Ressorts für Handel und Industrie, Auswärtige Angelegenheiten und Landwirtschaft sowie mit der Zollkommission statt.
Schutzmaßnahmenuntersuchung schafft Unsicherheit
Die Philippinen leiteten im März 2026 auf Antrag ihrer heimischen Reiswirtschaft eine vorläufige Schutzmaßnahmenuntersuchung ein. Bao Moi zufolge erfasst sie importierten Reis der AHTN-Position 1006, darunter Rohreis, braunen Reis, teilweise oder vollständig geschliffenen Reis und Bruchreis. Der Untersuchungszeitraum reicht von 2020 bis August 2025.
Die philippinischen Behörden sahen vorläufige Anzeichen für eine ernsthafte Schädigung oder die Gefahr einer solchen Schädigung der heimischen Erzeuger, insbesondere der Reisbauern. Genannt wurden Marktanteilsverluste, eine stärkere Importdurchdringung, wachsende gewerbliche Lagerbestände, eine sinkende Selbstversorgung, höhere Kosten ohne entsprechenden Produktivitätszuwachs, fallende oder gedrückte Erzeugerpreise, kleinere Ernteflächen und eine wachsende Differenz zwischen Erzeuger- und Einzelhandelspreisen. Die Zollkommission will alle Eingaben vor ihrer abschließenden Empfehlung prüfen. Vietnamesische Behörden, der Lebensmittelverband und Unternehmen sollen sich an einer für September 2026 geplanten öffentlichen Anhörung beteiligen.
Verzögerte Freigaben belasten bestehende Verträge
Vietnam bat die Kommission, den breiteren philippinischen Marktkontext zu berücksichtigen, darunter niedrigere Einfuhrzölle und die Vergabe sanitärer und phytosanitärer Einfuhrfreigaben, der sogenannten SPS-IC. Hanoi verwies zudem auf den Beitrag von Importreis zur Versorgung, Preisstabilität und Ernährungssicherheit. Die philippinische Seite erklärte, das gerichtsähnliche Verfahren werde fair, objektiv und transparent sowie gemäß den Regeln der Welthandelsorganisation und des ASEAN-Warenhandelsabkommens geführt.
Thanh Nien berichtete, dass einige bereits von vietnamesischen Exporteuren geschlossene Verträge wegen der längeren SPS-IC-Bearbeitung nur schwer erfüllt werden konnten. Der vietnamesische Lebensmittelverband und der philippinische Reiswirtschaftsverband sollen als Kontaktstellen Vertragslisten austauschen, Einzelfälle prüfen und Versorgungsunterbrechungen verhindern. Philippinische Vertreter bezeichneten Vietnam trotz der angestrebten Diversifizierung weiterhin als großen und stabilen Lieferanten. Vietnamesischer Reis werde wegen seiner gleichbleibenden Qualität und seiner Eignung für lokale Vorlieben geschätzt.
Branchenverbände bauen Koordination aus
Am 21. August erörterten beide Reisverbände die Marktlage, den erwarteten philippinischen Importbedarf und Probleme bei der Vertragsabwicklung. Sie vereinbarten einen intensiveren Informationsaustausch, mehr Geschäftskontakte und eine bessere Abstimmung bei kommerziellen Schwierigkeiten. Auch die Regierungen wollen sich im Rahmen der bestehenden Absichtserklärung regelmäßig austauschen, während Manila Vietnams Vorschlag für ein höherwertiges Abkommen prüft.
Die Gespräche zeigen den politischen Zielkonflikt in Manila. Einfuhren stützen die Verbraucherversorgung und stabilisieren Inlandspreise, zugleich prüfen die Behörden Vorwürfe, wonach steigende Importmengen heimische Produzenten geschädigt haben. Für vietnamesische Exporteure und philippinische Importeure zählen nun vor allem planbare SPS-IC-Fristen und Klarheit darüber, ob die Untersuchung zu neuen Beschränkungen führt.