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Vietnams Pharmamarkt mit 7 Milliarden $ strebt bis 2030 eine Inlandsquote von 80 % an

Vietnams Pharmamarkt hat ein Volumen von rund 7 Milliarden $ und soll jährlich um 10-15 % wachsen. Heimische Hersteller decken etwa 60 % des Arzneimittelverbrauchs nach Menge, aber nur 46 % des Werts; bis 2030 sollen die Anteile auf 80 % beziehungsweise 70 % steigen.

Vietnams Pharmamarkt mit 7 Milliarden $ strebt bis 2030 eine Inlandsquote von 80 % an

Inlandsproduktion führt bei der Menge, nicht beim Wert

Vietnams Pharmamarkt hat ein Volumen von rund 7 Milliarden $ erreicht und soll jährlich um 10-15 % wachsen. Das sagte Gesundheitsministerin Đào Hồng Lan am 7. August bei einer Feier zum 30-jährigen Bestehen der vietnamesischen Arzneimittelbehörde. Nach Angaben von Soha verfügt das Land über 245 pharmazeutische Produktionsstätten, darunter 26 Werke mit EU-GMP-Standard oder einer gleichwertigen Zertifizierung.

Im Inland hergestellte Arzneimittel stellen rund 60 % der verbrauchten Menge, aber nur 46 % der gesamten Ausgaben. Die Differenz zeigt, dass vietnamesische Hersteller bei häufig eingesetzten Produkten bereits beträchtliche Kapazitäten aufgebaut haben, während höherwertige Marktsegmente stärker von externen Anbietern abhängen. Soha zufolge haben einige Unternehmen Technologien für spezialisierte und hochtechnologische Arzneimittel erschlossen und begonnen, Märkte mit strengen Anforderungen zu beliefern.

Ziele für 2030 umfassen Arzneimittel, Wirkstoffe und Impfstoffe

Bis 2030 will die Branche sämtliche für Prävention und Behandlung benötigten Arzneimittel eigenständig und rechtzeitig bereitstellen, erklärte Behördenleiter Vũ Tuấn Cường. Heimische Produkte sollen rund 80 % des Bedarfs und 70 % des Marktwerts abdecken. Zudem soll die lokale Produktion 20 % der Nachfrage nach pharmazeutischen Wirkstoffen erfüllen und damit eine der deutlichsten Schwachstellen der Lieferkette verringern.

Auch Impfstoffe sind Teil des Autarkieprogramms. Vietnam strebt an, den Bedarf des erweiterten Immunisierungsprogramms zu 100 % und den Bedarf kommerzieller Impfungen zu 30 % aus heimischer Produktion zu decken. Ferner sollen durch Technologietransfer oder eine Kombination aus Auftragsfertigung und Technologietransfer mindestens 100 Originalpräparate, Impfstoffe und biologische Produkte lokal produziert werden können. Dazu zählen Biosimilars und Arzneimittel, die Vietnam bislang nicht herstellt.

Importierte Vorprodukte bleiben ein Engpass

Trotz des Ausbaus der Fertigarzneimittelproduktion ist die Branche laut Gesundheitsministerium weiterhin erheblich von importierten Materialien und Technologien abhängig. Auch die Forschung und Entwicklung bei neuen Arzneimitteln und pharmazeutischen Ausgangsstoffen ist begrenzt. Für Hersteller, Technologiegeber und Wirkstofflieferanten ist dies entscheidend: Der lokale Anteil am Marktwert lässt sich nicht allein durch zusätzliche Kapazitäten für etablierte Generika steigern.

Parallel zur Produktion wird die Qualitätskontrolle ausgebaut. Das Prüfsystem entnimmt jährlich etwa 30.000-40.000 Arzneimittelproben aus dem Markt. Laut Vietbao wurden 2025 vor der Freigabe 943 Chargen von Impfstoffen und medizinischen Biologika geprüft; Soha berichtet von jährlich rund 1.000 kontrollierten Chargen aus heimischer und importierter Produktion. Der Anteil minderwertiger Arzneimittel liegt unter 1 %, der Anteil gefälschter Produkte unter 0,1 %. Die Medien berufen sich auf eine Bewertung der Weltgesundheitsorganisation, wonach beide Werte unter dem regionalen und globalen Durchschnitt liegen. Vietbao zufolge zählen die Preise patentgeschützter Arzneimittel in Vietnam zu den niedrigsten in ASEAN, während Generika 1,5-2-mal günstiger sind als im regionalen Durchschnitt. Geplant sind strengere Kontrollen über den gesamten Produktlebenszyklus, mehr Marktüberwachung, digitale Rückverfolgbarkeit und eine engere Zusammenarbeit gegen Fälschungen.

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