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Vietnam kauft weniger Reis aus Kambodscha und mehr Klebreis aus Laos

Vietnam importierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2,8 Millionen Tonnen Reis und Rohreis. Kambodscha blieb trotz eines Rückgangs um fast 17 % der größte Lieferant, während die Einfuhren von laotischem Klebreis um mehr als 12 % stiegen.

Vietnam kauft weniger Reis aus Kambodscha und mehr Klebreis aus Laos

Kambodscha bleibt trotz deutlichen Rückgangs führend

Vietnam importierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2,8 Millionen Tonnen Reis und Rohreis, wie Thanh Nien berichtet. Die wichtigsten Lieferländer waren in absteigender Reihenfolge Kambodscha, Indien, Laos, Thailand und Myanmar. Damit bleibt das Land für seinen Nahrungsmittel- und Industriebedarf stark von asiatischen Bezugsquellen abhängig.

Kambodscha war mit rund 2,3 Millionen Tonnen Rohreis weiterhin der mit Abstand größte Lieferant. Das Volumen lag jedoch fast 17 % unter dem Wert des ersten Halbjahres 2025. Unternehmen begründeten den Rückgang mit schwierigen Absatzbedingungen zu Jahresbeginn: Eine begrenzte Nachfrage traf auf eine gute Winter-Frühjahrs-Ernte, wodurch weniger Importreis benötigt wurde.

Auch veränderte Verbraucherpräferenzen belasteten das kambodschanische Geschäft. Nach Angaben von Thanh Nien hat Reis aus Kambodscha nach einer Phase hoher Beliebtheit an Anziehungskraft verloren, weil vietnamesische Käufer zunehmend die heimische Spezialsorte ST25 bevorzugen. Neben Erntemengen und Absatzbedingungen spielen damit Qualität und Markenprofil eine wachsende Rolle.

Laotischer Klebreis erschließt mehr Nachfrage

Die Importe von Klebreis aus Laos entwickelten sich in die entgegengesetzte Richtung und stiegen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 12 %. Vietnam kaufte innerhalb von sechs Monaten über 22.000 Tonnen laotischen Klebreis. Insgesamt lieferte Laos fast 33.000 Tonnen Reis und wurde damit Vietnams drittgrößte Bezugsquelle.

Der Anstieg spiegelt die etablierte Spezialisierung von Laos auf Klebreis wider. Während Vietnam, Thailand und Kambodscha bedeutende Produzenten von herkömmlichem Reis sind, liegt die besondere Stärke von Laos beim Klebreis. Von Thanh Nien zitierte Fachleute erklärten, viele Käufer bewerteten dessen Qualität höher als die Ware aus mehreren konkurrierenden Herkunftsländern.

Der Zuwachs aus Laos reicht mengenmäßig dennoch nicht aus, um den Rückgang der kambodschanischen Lieferungen auszugleichen. Er zeigt vielmehr eine stärkere Segmentierung des vietnamesischen Marktes: ST25 gewinnt bei hochwertigem Tafelreis, Laos beim Klebreis und günstigere Herkünfte bei Rohstoffen für Verarbeitung und Tierfutter.

Indien und Myanmar bauen ihre Position aus

Die Importe aus Indien stiegen um 5 % auf 328.000 Tonnen. Geliefert wurden überwiegend Reis mit 5 % Bruchanteil und Bruchreis. Aufgrund des niedrigen Preises verwenden Unternehmen diese Ware zur Herstellung von Reisnudeln, darunter Bun und Pho, sowie für Tierfutter. Indien bedient damit ein anderes Segment als Anbieter hochwertiger Konsumsorten.

Myanmar verzeichnete unter den genannten Ländern das stärkste Wachstum. Seine Lieferungen nach Vietnam erhöhten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 80 %, womit das Land auf Rang vier vorrückte. Thanh Nien nannte keine absolute Menge, doch die Wachstumsrate zeigt, dass vietnamesische Käufer bei passendem Preis und Verwendungszweck verstärkt alternative Herkünfte nutzen.

Thailand verlor dagegen an Boden. Die Einfuhren sanken um mehr als 25 % und damit stärker als bei allen anderen genannten Lieferanten. Mit 3.100 Tonnen belegte Thailand nur noch Rang fünf. Insgesamt wird die Arbeitsteilung deutlicher: Kambodscha dominiert bei Rohreis, Laos gewinnt beim Klebreis, Indien liefert günstige Verarbeitungsware und Myanmar wächst von einer kleineren Basis aus.

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