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Vietnam hält trotz 88 % Exportwachstum nur 2,7 % des australischen Importmarkts von 308 Milliarden US-Dollar

Vietnams Warenexporte nach Australien sind zwischen 2020 und 2025 um 88 % gestiegen, machen aber weiterhin nur rund 2,7 % des australischen Importmarkts aus, der 2025 mehr als 308 Milliarden US-Dollar erreichte. Bei einem Handelsseminar in Ho-Chi-Minh-Stadt am 30. September hieß es, Kaffee, Obst, Gemüse, Pfeffer, Cashewkerne und Meeresfrüchte seien bereits im Einzelhandel gelistet; Biosicherheit, Kennzeichnung und Vertrieb blieben die Engpässe.

Vietnam hält trotz 88 % Exportwachstum nur 2,7 % des australischen Importmarkts von 308 Milliarden US-Dollar

Vietnamesische Waren kommen trotz eines Anstiegs der Lieferungen um 88 % zwischen 2020 und 2025 auf nur rund 2,7 % des australischen Importmarkts. Für Exporteure von Kaffee, Obst, Gemüse und Gewürzen bleibt damit eine große Lücke zwischen den aktuellen Mengen und der Aufnahmefähigkeit des Marktes. Die Zahlen wurden auf einem Handelsseminar in Ho-Chi-Minh-Stadt am 30. September vorgestellt und von Vnbusiness berichtet.

Das Seminar unter dem Titel „Exportpotenzial für den australischen Markt: Lösungen für besseren Zugang und Marktausweitung“ brachte Handelsvertreter und Wirtschaftsverbände beider Länder zusammen. Le Anh Hoang, stellvertretender Direktor des Zentrums für Investitions- und Handelsförderung von Ho-Chi-Minh-Stadt (ITPC), erklärte, Australien biete vietnamesischen Lieferanten weiterhin Spielraum bei Industriegütern, Maschinen und Ausrüstung, Textilien, Schuhen und Holzprodukten ebenso wie bei Agrarerzeugnissen, Meeresfrüchten und verarbeiteten Lebensmitteln.

2,7 % eines Importvolumens von 308 Milliarden US-Dollar

Australien importierte 2025 Waren im Wert von mehr als 308 Milliarden US-Dollar, davon entfielen rund 2,7 % auf Vietnam. Nach Angaben der vietnamesischen Handelsvertretung in Australien haben mehrere vietnamesische Agrarprodukte bereits den Weg in die Supermarktregale gefunden; Kaffee, Obst und Gemüse, Pfeffer, Cashewkerne und Meeresfrüchte werden von den Verbrauchern angenommen.

Sam Conroy, Vorsitzender der Australischen Handelskammer in Vietnam (AusCham), bezifferte den Markt auf rund 27,9 Millionen Einwohner bei einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von etwa 105.000 australischen Dollar. Etwa 32 % der Einwohner sind im Ausland geboren, was laut Conroy zu vielfältigen Konsummustern und Offenheit gegenüber asiatischen Lebensmitteln führt. Als Segmente für vietnamesische Unternehmen nannte er convenienceorientierte verarbeitete Lebensmittel, Bioprodukte und asiatische Spezialitäten; auch halal-zertifizierte Ware sieht er als aussichtsreich.

Conroy bezeichnete beide Volkswirtschaften als komplementär: Australien liefert Energie, Mineralien und Vorprodukte, Vietnam ist stark bei Industriewaren, Konsumgütern und Lebensmitteln. Die Chancen reichten deshalb über die bereits etablierten Kategorien hinaus bis in neue Segmente, die zu den australischen Konsumtrends passen.

Konzentrierter Einzelhandel und Wege in den Markt

Nguyen Manh Hiep, Handelskonsul der vietnamesischen Handelsvertretung in Australien, verwies auf die hohe Konzentration des Einzelhandels um Ketten wie Coles und Woolworths. Direkte Liefervereinbarungen mit diesen Gruppen können große und stabile Auftragsvolumen bringen, die Anforderungen an Lieferanten sind entsprechend hoch.

Unternehmen, die den Markt erstmals angehen, empfahl Hiep die Zusammenarbeit mit lokalen Distributoren, die bereits über Lagerkapazitäten und Transportnetze verfügen und so das Eintrittsrisiko senken. Er verwies zudem auf grenzüberschreitenden E-Commerce über Plattformen wie Amazon und eBay, um die Nachfrage zu testen, mit Käufern in Kontakt zu treten und Schritt für Schritt eine Marke aufzubauen. Fachmessen wie Fine Food und Foodservice nannte er als Kanal zur Suche nach Abnehmern und Vertriebspartnern.

Zollpräferenz ist kein Marktzugang

Matthew Lourey, Vorsitzender des Unternehmens Alitium, warnte, dass die Erfüllung der Ursprungsregeln für Präferenzzölle ein Produkt nicht automatisch für Einfuhr und Vertrieb in Australien qualifiziert. Exporteure müssen zugleich Zollverfahren, Biosicherheitsquarantäne, Lebensmittelsicherheit, Produktstandards und Kennzeichnungsvorschriften erfüllen. Bei Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln werden die Einfuhrbedingungen für jedes Produkt einzeln geprüft, abhängig von Zusammensetzung, Verarbeitungsgrad, Verwendungszweck und Ursprung. Lourey riet Exporteuren, gemeinsam mit ihren Importeuren das australische System der Biosicherheits-Einfuhrbedingungen (BICON) abzufragen und erforderliche Genehmigungen, Behandlungen und Dokumente vor dem Versand zu klären.

  • Zollabfertigungsverfahren
  • Biosicherheits- und Quarantänekontrollen
  • Einhaltung der Lebensmittelsicherheit
  • Produktstandards
  • Kennzeichnungsvorschriften

Die Zollabfertigung ist nur der erste Schritt. Für das Regal im Einzelhandel brauchen Produkte englischsprachige Etiketten mit Zutaten, Allergenen, Mindesthaltbarkeit und Ursprung; Qualitäts- und Umweltaussagen müssen belegt sein. Laut Conroy prüfen Einkäufer Produktqualität, technische Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit, den Service dauerhaft aufrechtzuerhalten. Lieferanten sollten Unterlagen zu Standards, Prüfzertifikaten sowie Nachweise zu grüner Produktion und Nachhaltigkeit bereithalten.

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