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Vietnams Exporteure stoßen im Halal-Markt auf Zertifizierungs- und Logistikhürden

Vietnams Halal-Ausfuhren erzielen jährlich rund 900 Millionen $, bestehen aber überwiegend aus unverarbeiteten Agrar- und Fischereiprodukten. Für größere und dauerhafte Aufträge benötigen Unternehmen marktspezifische Zertifikate, getrennte Logistik und eine gleichbleibende Verarbeitungsqualität.

Vietnams Exporteure stoßen im Halal-Markt auf Zertifizierungs- und Logistikhürden

Vietnam zielt auf eine wachsende Halal-Wirtschaft

Vietnamesische Exporteure wollen ihre Position in der weltweiten Halal-Wirtschaft ausbauen. Zersplitterte Zertifizierungssysteme, begrenzte Kapazitäten für die Weiterverarbeitung und besondere Logistikanforderungen erschweren jedoch den Zugang zu wichtigen muslimischen Verbrauchermärkten. Auf einer vom Ministerium für Industrie und Handel organisierten Konferenz zur Handelsförderung im September 2026 erläuterten Behörden- und Unternehmensvertreter, welche betrieblichen Anpassungen nötig sind, um Vietnams Stärke in der Landwirtschaft in dauerhafte Halal-Aufträge umzusetzen.

VnEconomy berichtete unter Berufung auf Vũ Bá Phú, den Leiter der Behörde für Handelsförderung, dass weltweit rund 2 Milliarden Muslime in 112 Ländern leben. Das entspricht 25 % der Weltbevölkerung; die größten Bevölkerungsgruppen leben in Asien und im Nahen Osten. Der globale Markt für Halal-Lebensmittel erreichte 2022 einen Wert von rund 2,3 Billionen $ und soll bis 2030 auf 4 Billionen $ wachsen.

Rohwaren dominieren Vietnams Verkäufe

Vietnam zählt zu den zehn größten Agrarexporteuren der Welt, sagte Bá Thị Nguyệt Thu, Direktorin des HalalViet-Zentrums für Förderung und Erfahrung. Mehr als 80 % der rein pflanzlichen Agrarprodukte des Landes erfüllten grundsätzlich bereits die Halal-Bedingungen, da sie natürlichen Ursprungs seien und weder Alkohol noch verbotene Derivate enthielten. Unternehmen müssten daher die verbleibenden 20 % ihrer Abläufe anpassen und standardisieren, um Halal-Kunden zu beliefern.

Dennoch liegen Vietnams Halal-Exporterlöse laut Thu nur bei rund 900 Millionen $ pro Jahr. Die Ausfuhren bestehen vor allem aus unverarbeiteten Agrar- und Fischereiprodukten. Der Anteil tief verarbeiteter Erzeugnisse mit Zertifizierung für die besonderen Anforderungen einzelner Märkte bleibt gering. Von rund 900 Unternehmen, die als mittelmäßig gut auf den Markteintritt vorbereitet gelten, besitzen lediglich etwa 0,2 % ein Halal-Zertifikat. Auch in Hanoi gibt es nur sehr wenige Halal-Produzenten, was die Vermittlung ausländischer Käufer an zertifizierte Verarbeiter erschwert.

Unterschiedliche Standards in den Zielländern

Das zentrale Hindernis ist das Fehlen eines einheitlichen weltweiten Halal-Standards. Lê Anh Ngọc vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt erklärte, der Golfkooperationsrat, Indonesien und Malaysia betrieben jeweils eigene Systeme. Eine in einem Land anerkannte Zertifizierung kann deshalb in einem anderen Land abgelehnt werden. Exporteure müssen zudem besondere Anforderungen der Vereinigten Arabischen Emirate, Malaysias und Bruneis sowie kulturelle und religiöse Unterschiede und sich überschneidende Vorschriften berücksichtigen.

Die Einhaltung der Regeln reicht über Zutaten und Fabrikabläufe hinaus. Auch Lagerhäuser, Container und Transporte über kurze Strecken müssen Halal-Anforderungen erfüllen und Kreuzkontamination verhindern. Unternehmen müssen zwischen den Exportpartien eine gleichbleibende Qualität gewährleisten und zugleich die Kosten für Zertifizierung, jährliche Erneuerung und Absatzförderung tragen. Begrenzte Marktinformationen und die geringe Bekanntheit vietnamesischer Halal-Marken erhöhen das Geschäftsrisiko selbst für Betriebe, die bereits andere anspruchsvolle internationale Zertifikate besitzen.

Gegenseitige Anerkennung könnte Kosten senken

Vietnamesische Behörden- und Branchenvertreter fordern Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung mit muslimischen Ländern. Eine Zertifizierung könnte dann mehrere Absatzmärkte abdecken und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen Kosten ersparen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat außerdem ein Rückverfolgungsportal mit fast 100.000 registrierten Produkten eingerichtet. Qualität und Lebensmittelsicherheit müssten die Grundlage der Branchenentwicklung bilden, sagte Ngọc. Den rechtlichen Rahmen liefere das Dekret Nr. 127/2026/NĐ-CP.

Weitere Vorschläge umfassen ein Halal-Warn- und Marktinformationsportal, eigene Verkaufsflächen für vietnamesische Halal-Produkte im Ausland und Pilotprogramme für mehrere vorrangige Waren. Vũ Thị Thanh Huyên, Geschäftsführerin der Genossenschaft Global Green House, nannte drei Kernanforderungen: transparente Herkunft, saubere Produktion ohne Kreuzkontamination und Produktsicherheit. Ob Exporteure diese Bedingungen in Verarbeitung, Lagerung und Transport dauerhaft erfüllen, entscheidet darüber, ob Vietnam über Rohwaren hinauskommt und Folgeaufträge für höherwertige Halal-Produkte gewinnt.

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