Vietnam erweitert Export-Rückverfolgung auf 9.546 Anbaugebietscodes
Vietnam verfügte im Mai 2026 über 9.546 Codes für Anbaugebiete und 1.525 Codes für Packbetriebe im Agrarexport. China hat 4.323 Anbaugebiete und 1.332 Packbetriebe zugelassen, doch Warnungen und Aussetzungen zeigen die wachsende Bedeutung einer dauerhaften Regelkonformität.
Rückverfolgungsnetz wächst mit den Agrarexporten
Vietnam hatte bis Mai 2026 insgesamt 9.546 Codes für Anbaugebiete und 1.525 Codes für exportorientierte Packbetriebe eingerichtet, berichtete Dan Viet unter Berufung auf das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Mit den Kennungen lassen sich Produktion, Verpackung und Herkunft der Waren überwachen. Für bestimmte Zielmärkte und Erzeugnisse sind sie eine verbindliche Voraussetzung für den Marktzugang und keine freiwillige Zertifizierung.
Das System stützt einen weiter wachsenden Exportsektor. Vietnams Ausfuhren von Agrar-, Forst- und Fischereiprodukten wurden im Juni 2026 auf 6,34 Milliarden $ geschätzt, 3% mehr als im Vormonat und 10,1% mehr als im Juni 2025. Im ersten Halbjahr erreichten sie schätzungsweise 35,88 Milliarden $, ein Plus von 6% gegenüber dem Vorjahr. Auf Agrarprodukte entfielen 18,59 Milliarden $, auf Fischereierzeugnisse 5,7 Milliarden $ und auf Forstprodukte 9,2 Milliarden $.
Codes wurden unter anderem für Durian, Pomelo, Passionsfrucht und Jackfrucht eingerichtet. China bildet den größten gesondert ausgewiesenen Teil des Netzes: Dort sind 4.323 vietnamesische Anbaugebiete und 1.332 Packbetriebe zugelassen. Vietnam und China haben mehr als 20 Vereinbarungen und Protokolle zum Handel mit Agrar-, Forst- und Fischereiprodukten geschlossen; etwa 10 Obstkategorien können inzwischen über offizielle Kanäle nach China exportiert werden.
Mehr Marktzugang bringt strengere Betriebsvorgaben
Seit 2024 hat China seinen Markt für weitere vietnamesische Produkte geöffnet, darunter gefrorene Durian, frische Kokosnuss, Chili, Jackfrucht, frische Pomelo und frische Zitrone. Das eröffnet Erzeugern und Exporteuren neue Möglichkeiten, verlangt aber stärker standardisierte Anbaugebiete, Packprozesse und Aufzeichnungen. Anbaugebiete und Packbetriebe für Pomelo und frische Zitrone müssen sich beim vietnamesischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt registrieren und vor Lieferbeginn von der chinesischen Zollhauptverwaltung genehmigt werden.
Zugelassene Anbaugebiete müssen gute landwirtschaftliche Praxis und integrierten Pflanzenschutz anwenden, die von China vorgegebenen Schädlinge überwachen und vollständige Unterlagen führen. Pomelos müssen mindestens 60 Tage vor der Ernte eingetütet werden. Auch die Vereinigten Staaten, Japan, Südkorea und Australien verlangen eine fortlaufende Einhaltung von Pflanzenschutz-, Rückstands-, Verpackungs- und Überwachungsvorschriften.
Regelverstöße sind damit zu einem erheblichen Geschäftsrisiko geworden. Seit 2025 hat China Warnungen zu 403 vietnamesischen Anbaugebietscodes und 240 Packbetrieben ausgesprochen. Davon wurden 167 Codes und 99 Packbetriebe ausgesetzt oder widerrufen. Schon wenige Verstöße können somit Lieferungen über den einzelnen Betrieb hinaus unterbrechen und das Vertrauen in eine ganze Produktkategorie beeinträchtigen.
Vorschriften regeln den Entzug von Codes
Vietnam regelt die Kennungen über den geänderten Artikel 64 des Pflanzenbaugesetzes und das Dekret Nr. 38 vom 24. Januar 2026. Ein Anbaugebiet ist ein Standort, an dem eine Kultur nach einem einheitlichen Verfahren und unter gleichartigen natürlichen Bedingungen erzeugt wird. Ein Packbetrieb ist ein Standort zum Sortieren, zur Vorverarbeitung, Verpackung und Lagerung pflanzlicher Erzeugnisse.
Nach Dekret Nr. 38 kann ein Code wegen des Einsatzes verbotener Chemikalien oder nicht zugelassener Pflanzenschutzmittel, gefälschter Antragsunterlagen, der Einstellung der Produktion oder einer nicht registrierten Änderung der Flächennutzung oder Kultur entzogen werden. Auch der Codeinhaber kann den Entzug beantragen. Ein Widerruf ist zudem möglich, wenn ein Betreiber nicht innerhalb von 60 Tagen nach einer Aussetzungsmitteilung einen ausreichenden Korrekturbericht vorlegt.
Der stellvertretende Minister Nguyen Hoang Hiep erklärte bei einer Sitzung am 13. Juli 2026, das Dekret Nr. 38 weise mehrere Mängel auf. Das Ministerium hole deshalb Stellungnahmen zu einer geplanten Regierungsresolution zur Vereinfachung der Verwaltungsverfahren ein. Die Politik muss unnötigen Aufwand senken, ohne die von Importmärkten verlangten Kontrollen zu schwächen. Für Erzeuger und Exporteure hängt der praktische Wert eines Codes von überprüfbaren Betriebsunterlagen, regelkonformem Chemikalieneinsatz und disziplinierten Packprozessen im gesamten Exportzyklus ab.