Vietnam und Côte d’Ivoire wollen Warenhandel über Reis, Cashews und Baumwolle hinaus ausbauen
Vietnam und Côte d’Ivoire wollen ihre Agrar- und Fischereizusammenarbeit auf Basis des bestehenden Handels mit Reis, Cashews, Baumwolle und Rohstoffen vertiefen. Diskutiert werden zudem vietnamesische Investitionen, Ausrüstung und Technologietransfer für Produktion und lokale Wertschöpfung in Côte d’Ivoire.
Bestehende Warenströme bilden die Grundlage
Vietnam und Côte d’Ivoire wollen ihre Handelsbeziehungen ausbauen, die bereits auf wechselseitigen Agrarlieferungen beruhen. Côte d’Ivoire ist derzeit Vietnams drittgrößter Exportmarkt für Reis, während Vietnam Cashews, Baumwolle und weitere Rohstoffe aus dem westafrikanischen Land importiert, wie Thanh Nien berichtet.
Dieses Handelsmuster zeigt die sich ergänzenden Rollen beider Länder in landwirtschaftlichen Lieferketten. Vietnamesische Unternehmen beliefern den ivorischen Markt mit Reis, während Verarbeiter und Hersteller in Vietnam Agrarrohstoffe aus Côte d’Ivoire beziehen. Die nun diskutierte nächste Phase könnte über den reinen Warenhandel hinausgehen und Investitionen, Verarbeitungsausrüstung, Technologietransfer sowie den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten umfassen.
Parlamentsbesuch rückt Landwirtschaft und Fischerei in den Mittelpunkt
Das Thema stand während des offiziellen Vietnambesuchs des Präsidenten der ivorischen Nationalversammlung, Patrick Achi, vom 23. bis 26. August im Mittelpunkt. Am 25. August besuchten Achi und der vietnamesische Parlamentsvorsitzende Tran Thanh Man zwei Unternehmen in Can Tho: die Trung An High-Tech Agriculture Joint Stock Company und die als Caseamex bekannte Can Tho Import-Export Seafood Joint Stock Company.
Trung An ist auf die Produktion und den Export von sauber erzeugtem und biologischem Reis spezialisiert. Einige vietnamesische Unternehmen, darunter Trung An, haben bereits direkte Exportnetze in Côte d’Ivoire aufgebaut. Die Delegation informierte sich über Produktion, Verarbeitung und Vermarktung des Reises sowie über das Angebot an Reis und verarbeiteten Reisprodukten. Außerdem besuchten die Vertreter ein Demonstrationsfeld für vielversprechende Reissorten der Sommer-Herbst-Ernte 2026.
Mit dem Besuch bei Caseamex wurde auch die Fischerei Teil der Gespräche. Das Unternehmen verarbeitet und exportiert seit Langem Fischereierzeugnisse im vietnamesischen Mekongdelta. Achi erklärte, Côte d’Ivoire könne für vietnamesische Unternehmen, die Märkte erweitern, investieren und Wertschöpfungsketten in Afrika aufbauen wollen, zu einem wichtigen Ziel werden. Damit wird das Land nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als möglicher Standort langfristiger Produktionspartnerschaften betrachtet.
Technologietransfer könnte die Zusammenarbeit verändern
Nach Angaben von Achi soll die Kooperation in der Fischerei über den Export von Fisch und verwandten Produkten nach Côte d’Ivoire hinausgehen. Vietnamesische Unternehmen könnten in Ausrüstung investieren und Technologie übertragen, um die Ernährungssicherheit des Landes zu stärken. Achi kündigte zudem weitere Gespräche mit Tran Thanh Man und einen intensiveren Austausch zwischen den zuständigen Behörden beider Länder an, insbesondere in der Landwirtschaft.
Investitionssummen, Handelsziele oder Zeitpläne wurden nicht bekannt gegeben. Die unmittelbare Bedeutung des Besuchs liegt daher in den benannten Arbeitsfeldern: Reisvertrieb, Beschaffung von Agrarrohstoffen, Verarbeitung von Fischereiprodukten, Ausrüstungslieferungen und Technologietransfer. Vietnamesische Exporteure erhalten Zugang zu einem etablierten Reismarkt und möglicherweise zu einer Plattform für weitere Aktivitäten in Afrika. Ivorische Produzenten könnten von zusätzlicher Nachfrage nach Cashews, Baumwolle und Rohstoffen sowie engeren Verbindungen zu vietnamesischen Verarbeitern profitieren.
Ob daraus größere Handelsströme entstehen, hängt von Geschäftsvereinbarungen und den Folgemaßnahmen der Unternehmen und Behörden ab. Der bestehende Handel mit Reis, Cashews und Baumwolle bietet eine praktische Grundlage. Der Schritt zu Investitionen und lokalen Wertschöpfungsketten erfordert jedoch konkrete Verpflichtungen über den Parlamentsbesuch hinaus.