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Vietnam und Chile wollen Agrarmärkte weiter öffnen und den Handel ausgewogener gestalten

Vietnam und Chile wollen im Rahmen ihres Freihandelsabkommens weitere Agrarprodukte für den gegenseitigen Marktzugang zulassen. Chile drängt auf eine Zulassung für Fleisch und erleichterte Luftfrachtsendungen von Kirschen, Vietnam auf Zugang für Passionsfrüchte, Longan und Litschis.

Vietnam und Chile wollen Agrarmärkte weiter öffnen und den Handel ausgewogener gestalten

Marktzugang rückt ins Zentrum der Gespräche

Vietnam und Chile wollen den gegenseitigen Marktzugang für Agrarerzeugnisse erweitern und ihre Handelsbeziehungen ausgewogener gestalten. Die Verhandlungen betreffen Fleisch, Kirschen, Tropenfrüchte und weitere landwirtschaftliche Produkte. Vietnams stellvertretender Minister für Landwirtschaft und Umwelt Nguyễn Hoàng Hiệp und Chiles stellvertretender Landwirtschaftsminister Francesco Venezian Urzúa trafen sich dazu am 26. August 2026 in Hanoi.

Nach Angaben von VnEconomy erreichte der gesamte bilaterale Handel 2025 einen Wert von 2,05 Milliarden $. Der Agrarhandel bleibt nach Einschätzung der Behörden jedoch hinter den Produktionsmöglichkeiten und der Nachfrage beider Länder zurück. Vietnam ist Chiles größter Handelspartner innerhalb des Verbands Südostasiatischer Nationen. Damit sind die Gespräche besonders für chilenische Anbieter relevant, die einen breiteren Zugang zum regionalen Markt suchen.

Chile drängt auf Fleischzulassung und bessere Kirschlogistik

Chile bat Vietnam um die Genehmigung zur Einfuhr von chilenischem Fleisch und Fleischerzeugnissen. Vietnams zuständige Behörde für Tierproduktion und Veterinärwesen prüft nach vietnamesischen Vorschriften das Veterinärkontrollsystem, die Tierseuchenlage und die Produktionsstätten in Chile. Ein Zeitplan für den Abschluss der Prüfung wurde nicht genannt.

Chile beantragte außerdem Erleichterungen für Luftfrachtsendungen frischer Kirschen. Nguyễn Hoàng Hiệp kündigte eine baldige vietnamesische Antwort an, damit technische Hindernisse vor der kommenden Ernte beseitigt werden können. Die vietnamesische Behörde für Pflanzenbau und Pflanzenschutz hat bereits Inspektionsteams in chilenische Kirschanbaugebiete entsandt. Luftfracht kann die Lieferzeit für die leicht verderbliche Ware verkürzen, doch erwartete Mengen und Kosten wurden nicht beziffert.

Vietnam erlaubt derzeit bereits Einfuhren von chilenischen Trauben, Äpfeln, Kirschen, Baumwolle, Sojabohnen, Lilienzwiebeln, Saatgut und Holzerzeugnissen. Zusätzlich prüft das Land den Zugang für Kiwi, Heidelbeeren, Zitronen und mehrere chilenische Gemüsesaaten. Im Oktober will Chile eine Wirtschaftsdelegation nach Vietnam entsenden, um Geschäftskontakte und Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.

Vietnam beantragt Zugang für Tropenfrüchte

Vietnam forderte Chile seinerseits auf, die Marktöffnung für vietnamesische Passionsfrüchte, Longan und Litschis voranzutreiben. Fisch und Meeresfrüchte gehören bereits zu Vietnams wichtigsten Exportgruppen nach Chile, bieten nach vietnamesischer Einschätzung aber noch erhebliches Wachstumspotenzial. Nguyễn Hoàng Hiệp bezeichnete die landwirtschaftlichen Erzeugnisse beider Länder als weitgehend komplementär und warb für eine stärkere Nutzung der Vorteile des Freihandelsabkommens zwischen Vietnam und Chile.

Die vietnamesische Seite schlug eine gemeinsame Arbeitsgruppe vor, um die von der politischen Führung vereinbarten Zusagen in konkrete Maßnahmen zu überführen. Die Zusammenarbeit der Unternehmen soll über chilenische Warenexporte hinaus auch Investitionen, Handel und den gemeinsamen Aufbau von Wertschöpfungsketten umfassen. Branchenverbände und Unternehmen sollen Informationen austauschen, Partner finden und bilaterale Lieferbeziehungen entwickeln.

Klima- und Milchviehkooperation erweitern die Agenda

Auch die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft war Teil der Gespräche. Chile ist regelmäßig von langen Trockenperioden betroffen und hat in Risikobewertung, Frühwarnsysteme für Waldbrände sowie Katastrophenvorsorge und -bewältigung investiert. Das Land bot Vietnam einen Erfahrungsaustausch an. Vietnam interessiert sich besonders für Dürremanagement, effiziente Wassernutzung und wassersparende Bewässerung. Chile schlug zudem eine Zusammenarbeit in der Milchviehhaltung vor, darunter die Lieferung von Zuchttieren, Technologietransfer und Produktionsautomatisierung. Diese Bereiche könnten die Beziehungen über den Warenverkauf hinaus erweitern, ihre Umsetzung hängt jedoch von regulatorischen Prüfungen, der kommerziellen Nachfrage und Vereinbarungen zwischen Unternehmen ab.

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