Vesuvius prüft Übernahmevorschlag von RHI Magnesita zu 551 Pence je Aktie
Vesuvius prüft einen unaufgeforderten Bar- und Aktienvorschlag von RHI Magnesita im Wert von 551 Pence je Aktie. Die Vesuvius-Aktionäre würden rund 13 % des vereinten Feuerfestkonzerns halten, doch ein verbindliches Angebot liegt noch nicht vor.
Bar- und Aktienvorschlag treibt Vesuvius-Kurs
Vesuvius prüft einen unaufgeforderten Übernahmevorschlag von RHI Magnesita, der den britischen Anbieter von Feuerfestprodukten mit 551 Pence je Aktie bewertet. Laut ADVFN stieg die Vesuvius-Aktie am Dienstag zeitweise um 23 %, nachdem das Unternehmen die Prüfung des Vorstoßes bestätigt hatte.
Die vorgeschlagene Gegenleistung besteht aus 470 Pence in bar und 0,28 neuen RHI-Magnesita-Aktien für jeweils 10 Vesuvius-Aktien. Die Bewertung des Aktienanteils basiert auf dem volumengewichteten Durchschnittskurs der RHI-Magnesita-Aktie im Monat bis zum 27. August, an dem der Vorschlag eingereicht wurde.
Nach den vorgesehenen Bedingungen würden die Vesuvius-Aktionäre rund 7,1 Millionen neue RHI-Magnesita-Aktien erhalten und etwa 13 % des kombinierten Unternehmens besitzen. Zudem könnten sie die angekündigte Vesuvius-Zwischendividende von 7,1 Pence je Aktie behalten, ohne dass der Angebotswert entsprechend gekürzt würde.
Verwaltungsrat bewertet Konditionen und Vollzugsrisiken
Vesuvius teilte mit, dass der Verwaltungsrat den Vorschlag gemeinsam mit Finanz- und Rechtsberatern prüfe. Dabei würden sowohl die Bedingungen als auch die Vollzugsrisiken untersucht. Das Unternehmen betonte, dass ein verbindliches Angebot von RHI Magnesita nicht sicher sei, und riet den Aktionären, vorerst nichts zu unternehmen.
Cevian Capital, der größte Aktionär von Vesuvius, verpflichtete sich am 27. August unwiderruflich, ein vom Verwaltungsrat empfohlenes Angebot zu den vorgeschlagenen finanziellen Bedingungen zu unterstützen. Cevian ist seit 2012 an Vesuvius beteiligt und im Verwaltungsrat des Unternehmens vertreten.
Dem jüngsten Vorstoß ging seit September 2025 eine Reihe von Vorschlägen durch RHI Magnesita voraus. Der erste Vorschlag vom 29. September 2025 bewertete Vesuvius mit 448 Pence je Aktie in bar. Weitere Vorschläge folgten im Oktober, November und Dezember, wurden jedoch vom Verwaltungsrat von Vesuvius zurückgewiesen.
Langwierige Verhandlungen bleiben offen
Am 17. März 2026 schlug RHI Magnesita ein reines Barangebot von 550 Pence je Vesuvius-Aktie vor. Anschließend gewährte Vesuvius Zugang für eine bestätigende Due-Diligence-Prüfung. Am 23. Juni änderte RHI Magnesita die Struktur auf 454 Pence in bar und 96 Pence in neuen Aktien, womit die Gesamtbewertung bei 550 Pence je Aktie blieb. Vesuvius lehnte diesen Vorschlag am 29. Juni ab.
Die Aktienausgabe im Juni war auf 9,5 Millionen neue Aktien begrenzt, entsprechend rund 20 % des damals ausgegebenen Aktienkapitals von RHI Magnesita. Die Vorschläge vom März und Juni erlaubten den Vesuvius-Aktionären außerdem, die am 6. Juli gezahlte Schlussdividende für 2025 von 16,5 Pence zu behalten. Für jeden Monat, um den sich der Abschluss über 15 Monate nach Ankündigung eines verbindlichen Angebots hinaus verzögert hätte, waren zusätzlich 2 Pence je Aktie vorgesehen, begrenzt auf drei Monate. Im jüngsten Vorschlag fehlt diese Regelung.
Nach dem britischen Übernahmekodex muss RHI Magnesita bis zum 27. Oktober um 17 Uhr Londoner Zeit entweder die feste Absicht zur Abgabe eines Angebots erklären oder mitteilen, dass das Vorhaben nicht weiterverfolgt wird. Das Takeover Panel kann einer Fristverlängerung zustimmen. Vesuvius erklärte, den Vorschlag ohne vorherige Zustimmung oder Genehmigung von RHI Magnesita veröffentlicht zu haben. Beide in London notierten Unternehmen liefern Feuerfestprodukte für die Stahlherstellung und andere industrielle Hochtemperaturprozesse. Ein Zusammenschluss könnte damit zwei bedeutende Lieferanten für Kunden vereinen, deren Betrieb von Haltbarkeit, Verfügbarkeit und technischer Leistung dieser Materialien abhängt.