Venezuelas Schweinefleischkonsum erholt sich auf 5 Kilogramm pro Kopf
Der Schweinefleischkonsum in Venezuela ist nach einem Einbruch auf 1 Kilogramm oder weniger wieder auf jährlich 5 Kilogramm pro Kopf gestiegen. Die heimische Produktion deckt Berichten zufolge 97 % des Verbrauchs, doch Futtermittelkosten, Finanzierung, Genetik und Technik bremsen weiteres Wachstum.
Verbrauch erholt sich vom Krisentief
Der jährliche Schweinefleischkonsum in Venezuela hat sich auf durchschnittlich 5 Kilogramm pro Kopf erholt, berichten Noticias Venevisión und die Veranstalter des Internationalen Schweinekongresses CIPVE. 2017 waren es 8 Kilogramm; danach fiel der Wert in der schwierigsten Phase der Branche auf 1 Kilogramm oder weniger.
Schweinefleisch ist laut Noticias Venevisión inzwischen die am dritthäufigsten konsumierte tierische Proteinquelle des Landes. Verarbeitete Erzeugnisse stellen 75 % des Verbrauchs, Frischfleisch die übrigen 25 %. Hersteller von Wurst und anderen Fleischwaren spielen damit eine zentrale Rolle für eine weitere Nachfragebelebung.
Der Konsum liegt dennoch deutlich unter dem von Noticias Venevisión genannten weltweiten Durchschnitt. Global rangiert Schweinefleisch mit durchschnittlich 16 Kilogramm pro Person an zweiter Stelle unter den tierischen Proteinquellen. Bei höherer Kaufkraft sowie besserem Angebot und Zugang im Einzelhandel besitzt Venezuela somit Wachstumspotenzial. CIPVE-Geschäftsführer José Quintero nannte als nächstes Ziel, den früheren Wert von annähernd 8 Kilogramm zu übertreffen.
Heimische Betriebe decken fast den gesamten Markt
Nach Angaben von Noticias Venevisión stammen 97 % des in Venezuela konsumierten Schweinefleischs aus inländischer Produktion. Damit ist die Branche nahezu selbstversorgend, deckt den Markt aber noch nicht vollständig. Die verbleibenden 3 % bilden die Lücke zur vollständigen nationalen Versorgung.
Die Produktionsbasis umfasst rund 60 Großunternehmen und Tausende kleinere Betriebe. Laut Noticias Venevisión befinden sich darunter drei der fünf bedeutendsten Unternehmen Lateinamerikas. Der nationale Sauenbestand wird auf 60.000 bis 65.000 Tiere geschätzt.
Die Produzenten setzen auf hochproduktive Genetik und erzielen nach Branchenangaben durchschnittlich 15 bis 16 Ferkel je Wurf. Quintero zufolge sollen neue Zuchtlinien magerere Tiere mit geringerem Fettanteil, höherer Widerstandskraft gegen Umwelteinflüsse und besseren Reproduktionsleistungen hervorbringen. Zudem will die Branche mehr Ferkel absetzen und die Sterblichkeit senken.
Futter und Kredite begrenzen die Expansion
Die Fütterung verursacht den größten Kostendruck. Quintero sagte Contrapunto, sie mache rund 70 % der Betriebskosten aus. Die Futterverwertung ist damit entscheidend für die Rentabilität. Der Zugang zu geeigneten Betriebsmitteln und Fachwissen über Ernährung, Biosicherheit und Schweinekrankheiten bestimmt, ob höhere biologische Leistung in wirtschaftlich tragfähige Produktion mündet.
Die zweite wesentliche Hürde ist die Finanzierung. Quintero zufolge setzt Wachstum im großen Maßstab ein stärkeres Kreditsystem voraus, damit Betriebe in Technik und Genetik investieren können. Das betrifft besonders Kleinbetriebe, die Zuchtlinien von größeren Agrarunternehmen beziehen, aber nicht immer über Kapital und Fachkenntnisse zur Umsetzung verbesserter Verfahren verfügen.
Branchenkongress soll Wissenslücken schließen
Der zweite CIPVE findet vom 25. bis 27. November 2026 im Hotel Hesperia in Valencia im Bundesstaat Carabobo statt. Vorgesehen sind mehr als 30 nationale und internationale Fachvorträge. Experten aus Spanien, Kolumbien, Argentinien, Frankreich und den Vereinigten Staaten behandeln Ernährung, Biosicherheit, Schweinekrankheiten und Genetik.
Noticias Venevisión zufolge werden sich 50 Branchenunternehmen an der Fachausstellung beteiligen; Contrapunto berichtet, dass der Zugang zu diesem Bereich kostenlos sein wird. Anbieter präsentieren Entwicklungen bei Stallanlagen, Betriebsmitteln, Ernährung und Technik. Für Erzeuger und Verarbeiter wird sich zeigen, ob der Verbrauchsanstieg in dauerhafte Investitionen, höhere Effizienz und genügend Produktion zum Schließen der verbleibenden Versorgungslücke umgesetzt werden kann.