Venezuela steuert Reisimporte während der Ernte und koppelt Lizenzen an den Ankauf der Inlandsernte
Venezuela wird Reisimporte für die Dauer der heimischen Ernte regulieren; Importlizenzen werden direkt an den Ankauf der nationalen Ernte gekoppelt, kündigte Agrarminister Vladimir Padrino López an. Die Reiserträge stiegen binnen fünf Jahren von 4 auf 5 Tonnen je Hektar, die heimische Versorgung erreichte zuletzt historische 80 % des Marktes, berichtet Ciudad CCS.
Venezuela wird Reisimporte für die gesamte Dauer der heimischen Ernte regulieren. Das kündigte der Minister für produktive Landwirtschaft und Grund und Boden, Vladimir Padrino López, an, wie Ciudad CCS am 11. August 2026 berichtete. Die Vereinbarung koppelt den Zugang zu Importlizenzen unmittelbar an den Ankauf der nationalen Ernte und soll die Erzeuger sowie den Binnenmarkt schützen.
Die Initiative geht auf eine technische Arbeitssitzung zurück, an der die Ministerien für Landwirtschaft, Ernährung und Handel, das Außenhandelskomitee (Comex) sowie Reiserzeuger und der agroindustrielle Sektor teilnahmen. Padrino López legte die Ergebnisse des Treffens laut Ciudad CCS auf seinem Instagram-Konto dar.
Importlizenzen an den Ankauf der Inlandsernte gebunden
Im Zentrum der Vereinbarung steht nicht der Preis, sondern die Abnahme. Der Minister betonte, „die Abnahme der Ernte ist ebenso wichtig wie der Preis“, denn ein verkündeter Preis nützt einem Erzeuger nichts, der seine Ernte nicht absetzen oder das Geld nicht eintreiben kann.
„Ohne klare Vereinbarungen über die Abnahmemengen löst ein Preis die Realität des Erzeugers nicht, wenn dieser seine Ernte nicht unterbringt oder nicht rechtzeitig bezahlt wird“, sagte Padrino López laut Ciudad CCS. „Um das zu korrigieren, ist aus unserem Treffen eine grundlegende Vereinbarung hervorgegangen: Zwischen dem Ankauf der nationalen Ernte und der Erteilung von Importlizenzen wird eine strikte Verbindung hergestellt. Die Regel ist klar und gerecht: Wer nicht auf die nationale Produktion und deren Abnahme setzt, erhält keinen Zugang zu Importlizenzen.“
Erträge steigen von 4 auf 5 Tonnen je Hektar
Die Teilnehmer verständigten sich darauf, die Zugewinne der vergangenen fünf Jahre in der Reisproduktion zu sichern; in diesem Zeitraum stiegen die Erträge von 4 auf 5 Tonnen je Hektar, berichtet Ciudad CCS. Der Minister verknüpfte die Importkontrollen mit der Lage auf dem Binnenmarkt, wo die heimische Versorgung zuletzt historische 80 % des Verbrauchs abdeckte. Er bekräftigte die Zusage, den Import während der Reisernteperioden zu kontrollieren, um diesen Markt zu schützen und „keinerlei Störungen zu erzeugen“.
- Strikte Verbindung zwischen dem Ankauf der nationalen Ernte und der Erteilung von Importlizenzen.
- Kontrolle der Einfuhr von Importreis für die Dauer der Ernteperioden.
- Sicherung des Ertragsanstiegs von 4 auf 5 Tonnen je Hektar binnen fünf Jahren.
Zu Importmengen, Lizenzkontingenten, Zollsätzen oder den Kalenderdaten für Beginn und Ende der Erntefenster macht der Bericht keine Angaben. Ebenso wenig ist beschrieben, wie die Abnahmezusagen überprüft werden, welche Stelle über die Lizenzvergabe entscheidet und welche Unternehmen derzeit Importlizenzen halten.
FAO-Kooperation, El Niño und Tiergesundheit
Padrino López traf zudem den Vertreter der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Venezuela, Alexis Bonte. Besprochen wurden mögliche Kooperationen zur Stärkung der Ernährungssicherheit und der Ernährungssouveränität des Landes. Beide Seiten überprüften den Stand und die Umsetzung der technischen Hilfsprojekte mit dem Agrarressort, darunter Maßnahmen zur Tiergesundheit.
Thema waren auch die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño und die internationale Zertifizierung des Landes gegen die Maul- und Klauenseuche. Der Minister dankte der FAO für die Geste der Solidarität während der Tragödie vom 24. Juni und hob die Widerstandsfähigkeit der venezolanischen Erzeuger und Landarbeiter hervor: „Unser Volk ist nicht stehen geblieben, wir sehen den Horizont, weil wir Menschen des Glaubens und der Arbeit sind.“