Venezuelas Erzeuger fordern transparente Preise für Mais und Reis zur Ernte
Fedeagro fordert venezolanische Käufer auf, Abnahmemengen, Preise und Lieferbedingungen für die laufende Mais- und Reisernte offenzulegen. Die Unsicherheit begünstige niedrige Gebote von Zwischenhändlern und höhere Frachtkosten, während 26 Verarbeiter klare Bedingungen für geschätzte 340.000 Tonnen Reis nennen sollen.
Fedeagro verlangt öffentliche Abnahmebedingungen
Venezuelas wichtigste Organisation landwirtschaftlicher Erzeuger fordert transparente Einkaufsbedingungen für die Mais- und Reisernte des Landes. Die Ernte läuft, doch den Landwirten fehlen weiterhin klare Signale der industriellen Käufer. Die Confederación de Asociaciones de Productores Agropecuarios de Venezuela, kurz Fedeagro, verlangt Angaben zu geplanten Abnahmemengen, Preisen und weiteren Geschäftsbedingungen.
Wie El Impulso berichtet, stellte Fedeagro-Präsident Osman Quero Pérez gemeinsam mit den Verbandsdirektoren Berno Stanic und José Luis Pérez in den Räumen des nationalen Landwirtschaftsverbandes ANCA eine Bilanz der Ernte vor. Der Verband führte die erzielte Produktion auf die direkte Arbeit venezolanischer Landwirte zurück, warnte aber zugleich vor geschäftlicher Unsicherheit und Marktverzerrungen während der Ernte.
Fedeagro erklärte, Gespräche mit den für Landwirtschaft und Land, Ernährung, Handel, Finanzen und Industrie zuständigen Ministerien geführt zu haben. Trotz dieser Treffen fehle eine öffentliche Stellungnahme, und auch die kaufende Industrie habe noch keine eindeutigen Bedingungen festgelegt.
Maiserzeuger treffen auf undurchsichtige Einkaufskanäle
Beim Mais dreht sich der Konflikt um die Preisbildung und die Identität der Käufer. Quero Pérez forderte ein Ende der Intransparenz und warnte vor nicht eindeutig registrierten Käufern, die Mais am Kolben oder gedroschen zu extrem niedrigen Preisen erwerben.
Fedeagro betont, dass dieser Mais letztlich für die venezolanische Verarbeitungsindustrie bestimmt ist. Deshalb sollen die Unternehmen öffentlich erklären, welche Mengen sie zu welchen Konditionen kaufen wollen. Nach Einschätzung des Verbandes würde dies die Verhandlungsmacht von Zwischenhändlern begrenzen, die den Wert der Ernte drücken können, wenn Landwirte ihre Ware rasch absetzen müssen.
Der Ausgangsbericht nennt weder eine nationale Maisproduktionsmenge noch einen vorgeschlagenen Ankaufspreis oder Referenzwert. Damit bleiben sowohl die Größe des verfügbaren Angebots als auch die Differenz zwischen den Erwartungen der Erzeuger und den aktuellen Geboten offen. Das unmittelbare Problem ist folglich keine dokumentierte Preisdifferenz, sondern das Fehlen sichtbarer Abnahmezusagen und einheitlicher Bedingungen.
Reisangebot erhöht den Druck auf Verarbeitung und Logistik
Nach Schätzung von Fedeagro stehen derzeit 340.000 Tonnen Reis zur Verfügung. Der Verband fordert die 26 Verarbeitungsunternehmen des Landes auf, ihre Annahmebedingungen klar festzulegen. Für die Erzeuger sind diese Angaben entscheidend, weil sie während der laufenden Ernte über Zeitpunkt und Ziel der Lieferungen entscheiden müssen.
Laut El Impulso erhöht das Fehlen verlässlicher Vereinbarungen die Frachtkosten und schwächt das Vertrauen der Landwirte. Unklare Annahmeregeln können dazu führen, dass geernteter Reis ohne Käufer bleibt oder Lieferungen umgeleitet werden müssen. Das steigert das Logistikrisiko gerade dann, wenn die Ware schnell von den Betrieben zu den Verarbeitungsanlagen gelangen muss.
Fedeagro erklärte zudem, die vorgelegte Produktionskostenstruktur sei vom Ministerium für Landwirtschaft und Land geprüft worden. Der Verband forderte die gesamte Agrarindustriekette zu einer schnellen Antwort auf, die den tatsächlichen Wert der heimischen Produktion berücksichtigt. Für Verarbeiter, Händler und Erzeuger ist nun entscheidend, ob öffentliche Mengenzusagen und Annahmeregeln rechtzeitig kommen, damit Mais und die 340.000 Tonnen Reis geordnet vermarktet werden können.