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VDMA senkt Prognose erneut: Maschinenbau schrumpft real um zwei Prozent

Der Maschinenbauverband VDMA hat seine Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt und erwartet nun ein reales Produktionsminus von zwei Prozent. Die Produktion liegt derzeit gut vier Prozent unter dem Vorjahresniveau, im ersten Halbjahr bauten die Unternehmen 21.500 Stellen ab. Der Auftragseingang legte von Januar bis Juli real um fünf Prozent zu, ausschließlich getragen vom Ausland.

VDMA senkt Prognose erneut: Maschinenbau schrumpft real um zwei Prozent

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat seine Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt und rechnet nun mit einem realen Produktionsminus von zwei Prozent, wie WELT berichtet. Damit schrumpft der deutsche Maschinen- und Anlagenbau im vierten Jahr in Folge.

Bereits Ende Juni hatte der Verband seine Vorhersage korrigiert und war von einem leichten Plus von einem Prozent auf null gegangen. Die neue Schätzung verankert eine der größten Industriebranchen des Landes für das Gesamtjahr im Minus.

Zweite Korrektur binnen drei Monaten

VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt begründet die Revision mit der anhaltend schwachen Produktion. Derzeit liegt die Branche gut vier Prozent unter dem Vorjahresniveau. „Die technischen Kapazitäten sind deutlich unterausgelastet“, sagte Gernandt laut WELT.

Eine gewisse Besserung erwartet der Verband für den Jahresverlauf dennoch. „Der verbesserte Auftragseingang sollte in der zweiten Jahreshälfte auch in der Produktion ankommen, wird aber nicht ausreichen, um die schwache erste Jahreshälfte auszugleichen“, sagte Gernandt. Zudem seien die Impulse nicht in der kompletten Breite des Maschinen- und Anlagenbaus angekommen.

Unterauslastung erreicht den Arbeitsmarkt

Die lange Schwächephase schlägt inzwischen auf die Beschäftigung durch. Im ersten Halbjahr bauten die Unternehmen 21.500 Stellen ab, knapp drei Prozent aller Arbeitsplätze im heimischen Maschinen- und Anlagenbau. „Wir spüren die wirtschaftliche Schwäche des Standorts jetzt auch deutlich am Arbeitsmarkt unserer Branche“, sagte Fabian Seus, Arbeitsmarkt-Experte des VDMA.

Der Stellenabbau steht im Gegensatz zur Altersstruktur der Branche. Gut ein Viertel der Belegschaften ist 55 Jahre oder älter, wie von WELT zitierte Branchenstatistiken zeigen. Nach vier Jahren Durststrecke können sich viele Betriebe weder das Festhalten an wichtigen, aber unterbeschäftigten Fachkräften leisten noch die Nachbesetzung von Stellen, die durch Renteneintritt frei werden. „Unternehmen stellen wieder ein, wenn sie investieren. Für Investitionen sind die Kosten am Standort jedoch einfach zu hoch“, sagte Seus.

Aufträge drehen vor der Produktion

Beim Auftragseingang gibt es positive Signale. Von Januar bis Juli legten die Order real um fünf Prozent zu, meldet der VDMA. Die Impulse kamen allein aus dem Ausland, allen voran aus Nicht-Euro-Ländern. Auch die Geschäftserwartungen haben sich nach Verbandsangaben aufgehellt.

Für 2027 rechnen die VDMA-Volkswirte mit einer Rückkehr zum Wachstum und sagen ein reales Produktionsplus von drei Prozent voraus — ein vergleichsweise deutlicher Wert, der auch die niedrige Basis widerspiegelt. Stützen sollen die Produktion eine robustere Weltwirtschaft, steigende Ausrüstungsinvestitionen und fiskalische Impulse in Deutschland.

Verband dringt auf Reformen

Als gesichert gilt die Erholung nicht. „Hohe geopolitische Unsicherheit, das erhöhte Zinsniveau und die anhaltend schwache Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland können die Trendwende gefährden“, warnen die Volkswirte des Verbands. Gernandt betonte, ein nachhaltiger Aufschwung entstehe nur, wenn bessere Investitionsbedingungen privates Kapital mobilisierten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wieder gestärkt werde.

Der VDMA mahnt schnelle und tiefgreifende Reformen an, etwa beim Steuersystem, bei den Sozialversicherungen und bei bürokratischen Vorgaben. „Viele Unternehmen haben kein Verständnis mehr für das Zögern der Bundesregierung, wenn doch alle wissen, was zu tun ist“, sagte Seus. „Bis zum Ende des Jahres müssen zentrale Reformen stehen, auch gegen Widerstände.“ Die aktuellen Diskussionen um die Rentenreform werfen nach seinen Worten grundsätzliche Fragen zur Reformfähigkeit des Standorts auf, schwächen das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik und belasten Investitionsentscheidungen zusätzlich. Der Bericht wurde für WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.

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