VCCI fordert Reform der Zulassung für Vietnams Reisexporteure
Vietnams führender Wirtschaftsverband sieht in den geplanten Regeln für zentrale Reisexportverträge Vorteile für etablierte Händler und hohe Markteintrittsbarrieren. Der VCCI schlägt vor, 10 %–15 % der Vertragsmengen auszuschreiben oder qualifizierten neuen und kleineren Exporteuren zuzuteilen.
VCCI kritisiert Vorteile etablierter Exporteure
Die Vietnam Chamber of Commerce and Industry (VCCI) fordert grundlegende Änderungen an den geplanten Vorschriften für Vietnams Reisimport- und -exportgeschäft. In ihrer Stellungnahme vom 4. August 2026 erklärte die Vereinigung, das vorgesehene Verfahren zur Benennung federführender Händler und rotierender Exporteure bei zentralen Verträgen schaffe hohe Markteintrittsbarrieren für neue Anbieter sowie kleine und mittlere Unternehmen.
Nach Angaben von VnEconomy soll das Ministerium für Industrie und Handel Benennungen und übertragene Exportmengen hauptsächlich von den Leistungen der vergangenen 2 Jahre und einer Bonitätsbewertung abhängig machen, die ebenfalls auf historischen Exportmengen beruht. Der VCCI bezeichnete dies als „geschlossenen Kreislauf“: Ein Unternehmen benötigt Exporterfahrung für eine große Zuteilung, kann diese in Märkten mit Absichtserklärungen oder Handelsabkommen aber nur aufbauen, wenn es bereits als federführender Händler benannt wurde. Dadurch könnte sich der Zugang zu wichtigen Märkten bei wenigen Unternehmen mit historischen Marktanteilen konzentrieren, obwohl neue Anbieter die Geschäftsbedingungen erfüllen und nachhaltige Produktionsketten aufgebaut haben.
Unklare Regeln für Benennung und Zuteilung
Der VCCI sieht zudem Lücken im Benennungsverfahren. Die Entwürfe enthalten keine quantitativen Voraussetzungen dafür, wann ein einzelner federführender Händler oder 2 beziehungsweise mehr rotierende Händler ausgewählt werden. Auch für die anfängliche Reihenfolge fehlen transparente Grundlagen, etwa die Bonitätsbewertung, die Menge oder ein anderes Kriterium. Lehnen sämtliche benannten Händler ein Geschäft ab, darf das Ministerium ein anderes Unternehmen auswählen, ohne dass dafür konkrete Kriterien festgelegt sind.
Ein Drittel des Reises aus einem zentralen Vertrag soll an Händler gehen, die ihn nicht direkt unterzeichnet haben. Laut VCCI bleibt jedoch offen, ob diese Menge gleichmäßig oder entsprechend der Bonitätsrangfolge verteilt wird. Der Verband sieht darin einen zu großen Ermessensspielraum für die zuständige Behörde und das Risiko eines genehmigungsabhängigen Systems. Er verlangt quantitative Standards für Einzel- und Mehrfachbenennungen, veröffentlichte Rotationsregeln, transparente Ersatzkriterien und eine eindeutige Zuteilungsformel.
Offene Quote für kleinere Exporteure vorgeschlagen
Um den Wettbewerb zu erweitern, empfiehlt der VCCI, 10 %–15 % des Gesamtvolumens zentraler Verträge öffentlich auszuschreiben oder gesondert an neue Händler sowie kleine und mittlere Unternehmen mit nachweisbaren Produktions- und Abnahmevereinbarungen zu vergeben. Qualifizierte Wettbewerber erhielten damit Zugang zu zentral organisierten Märkten, ohne vorher Exportmengen vorweisen zu müssen, die sie erst nach der Zulassung aufbauen können.
Der VCCI fordert außerdem, Umlaufreserven aus der Bonitätsbewertung der Händler zu streichen. Laut Entwurf des Rundschreibens bringen Lagerbestände von mehr als 25 % des Exportvolumens der vorangegangenen 6 Monate die Höchstwertung von 40 von 100 Punkten, obwohl der Verordnungsentwurf nur eine Mindestreserve von 5 % verlangt. Exporteure könnten dadurch Betriebskapital binden und zusätzliche Lager- und Erhaltungskosten tragen, ohne eine entsprechende Exportzuteilung garantiert zu bekommen. Bei ausbleibender Quote drohen überhöhte Bestände und Liquiditätsdruck.
Lieferkettenleistung als Alternative
Nach Ansicht des Verbands bleibt Reis unabhängig davon, ob er bei Landwirten oder Händlern lagert, Teil der verfügbaren nationalen Reserven. Die Mengen werden bereits über Meldungen lokaler Behörden und des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt erfasst. Größere physische Bestände in den Lagern der Exporteure würden daher zusätzliche Logistik- und Lagerkosten verursachen und könnten die Wertschöpfung vietnamesischen Reises mindern.
Statt Bestände oberhalb des gesetzlichen Minimums zu belohnen, will der VCCI Produktionsverknüpfungen und verbindliche Abnahmevereinbarungen stärker bewerten. Dieses Kriterium ist bereits im Verordnungsentwurf enthalten. Die Entscheidung wird bestimmen, ob der Zugang zu zentralen Reisverträgen eng an die bisherige Exportgröße gekoppelt bleibt oder sich stärker für kleinere Unternehmen mit verlässlichen Lieferbeziehungen öffnet.