USDA erwartet Ukraines Sonnenblumenernte 2026/27 wieder bei 13 Millionen Tonnen, Ölsaatenverarbeitung bei 16,9 Millionen
Das US-Landwirtschaftsministerium prognostiziert für die Ukraine im Wirtschaftsjahr 2026/27 eine Sonnenblumenernte von 13 Millionen Tonnen nach 10,7 Millionen Tonnen, ein Plus von rund 21,5%. Die gesamte Ölsaatenverarbeitung im Land soll auf 16,9 Millionen Tonnen steigen, der Inlandsverbrauch an Sonnenblumenkernen liegt bei 12,775 Millionen Tonnen. Weltweit werden 63,65 Millionen Tonnen erwartet nach 55,17 Millionen.
Die ukrainische Sonnenblumenernte soll sich im Wirtschaftsjahr 2026/27 auf 13 Millionen Tonnen erholen, nach 10,7 Millionen Tonnen in der Vorsaison. Das geht aus einer Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums hervor, über die fixygen.ua unter Berufung auf Open4business berichtet. Der Zuwachs von rund 21,5% würde die Erzeugung auf das Niveau von 2024/25 zurückführen, als die Ukraine ebenfalls knapp 13 Millionen Tonnen erntete.
Erholung über die Fläche, nicht über die Erträge
Das USDA führt die Erholung des globalen Sonnenblumenmarktes auf eine Ausweitung der Anbauflächen zurück, nachdem die Erträge in der Schwarzmeerregion zwei Saisons lang vergleichsweise niedrig ausfielen. Größere Ernten in der Ukraine und in Russland gelten als einer der wesentlichen Treiber des erwarteten Wachstums im Welthandel mit Sonnenblumenöl.
Für die Verarbeiter zählt vor allem die Rohstoffmenge, die an den Markt zurückkehrt: zusätzliche 2,3 Millionen Tonnen Saat gegenüber 2025/26. Die Zahlen stammen aus dem im September 2026 veröffentlichten Bericht des USDA Foreign Agricultural Service.
Ukraine Zweiter bei einer Welternte von 63,65 Millionen Tonnen
Die Ukraine bleibt nach Russland zweitgrößter Sonnenblumenproduzent der Welt. Die USDA-Prognose für 2026/27 nach Ländern:
- Russland — 21 Millionen Tonnen
- Ukraine — 13 Millionen Tonnen
- Europäische Union — 9,725 Millionen Tonnen
- Argentinien — 8 Millionen Tonnen
- Türkei — 1,825 Millionen Tonnen
Die Welternte wird mit 63,65 Millionen Tonnen nach 55,17 Millionen Tonnen in der Vorsaison angesetzt, ein Plus von 8,48 Millionen Tonnen oder rund 15%. Auf Russland und die Ukraine zusammen entfallen 34 Millionen Tonnen und damit mehr als die Hälfte der Weltproduktion, auf die Ukraine allein etwa 20%.
Dass sich der Zuwachs auf die Schwarzmeerregion konzentriert, ist für Käufer von Sonnenblumenöl entscheidend, denn beide Länder bestimmen das Tempo im Welthandel. Gesonderte Exportzahlen für die Ukraine enthält das zitierte Material nicht, das USDA führt die erwartete Ausweitung des Welthandels mit Sonnenblumenöl aber auf das wieder steigende Angebot aus der Ukraine und Russland zurück.
Verarbeitung bei 16,9 Millionen Tonnen erwartet
Den Inlandsverbrauch an Sonnenblumenkernen in der Ukraine beziffert das USDA auf 12,775 Millionen Tonnen, etwa 98% der prognostizierten Ernte. Für Exporte von Rohsaat bleibt damit kaum etwas übrig, und die Werke dürften nahe an der Vollauslastung arbeiten.
Die gesamte Ölsaatenverarbeitung in der Ukraine soll laut fixygen.ua auf 16,9 Millionen Tonnen steigen. Hauptrohstoff bleibt die Sonnenblume, dazu kommen Soja und Raps. Eine Rückkehr zu 13 Millionen Tonnen Sonnenblumen würde den Anlagen erlauben, die Öl- und Schrotproduktion zu erhöhen und zugleich mehr Ware mit höherer Wertschöpfung statt unverarbeiteter Saat zu exportieren.
Die Differenz zwischen der Verarbeitungsprognose von 16,9 Millionen Tonnen und den im Inland genutzten 12,775 Millionen Tonnen Sonnenblumenkernen von rund 4,1 Millionen Tonnen entfällt auf Soja und Raps, die durch ukrainische Werke laufen.
Was die Prognose offenlässt
Das zitierte Material nennt weder die Flächen- und Ertragsannahmen hinter der Zahl von 13 Millionen Tonnen noch Preise, Exportmengen oder Kapazitäten einzelner Werke. Da der prognostizierte Inlandsverbrauch von 12,775 Millionen Tonnen nur knapp unter der Ernte selbst liegt, würde jeder Ausfall unmittelbar die Verarbeitungsmengen treffen und ließe sich nicht durch geringere Saatexporte auffangen.
Die Abfolge der ukrainischen Ernten in den USDA-Daten, rund 13 Millionen Tonnen 2024/25, 10,7 Millionen Tonnen 2025/26 und prognostizierte 13 Millionen Tonnen 2026/27, zeigt die Schwankungsbreite, die Verarbeiter und Ölkäufer im dritten Jahr in Folge einpreisen müssen.