USDA hebt Prognose für Russlands Sonnenblumenernte auf 20,7 Millionen Tonnen an
Das USDA hat seine Prognose für Russlands Sonnenblumenkernenernte um 1,2 Millionen Tonnen auf 20,7 Millionen Tonnen erhöht. Für 2026/27 erwartet es russische Sonnenblumenölexporte von 5 Millionen Tonnen, verglichen mit 4,9 Millionen Tonnen aus der Ukraine.
Ernteprognose steigt um 1,2 Millionen Tonnen
Das US-Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose für die russische Sonnenblumenkernenernte auf 20,7 Millionen Tonnen angehoben, wie AKM unter Berufung auf Agroexport berichtet. Die neue Schätzung liegt 1,2 Millionen Tonnen über der vorherigen Prognose der Behörde. Die Korrektur deutet auf ein größeres Rohstoffangebot für russische Ölmühlen und andere Abnehmer hin. Angaben zur Anbaufläche, zu den Erträgen oder zur regionalen Produktion enthält der Bericht jedoch nicht.
Für Verarbeiter ist die höhere Schätzung relevant, weil die verfügbare Saatmenge die Auslastung der Ölmühlen und die mögliche Produktion von Öl und Schrot bestimmt. Eine größere Ernte kann die Rohstoffversorgung verbessern. Die Quelle nennt allerdings keine Prognosen für die russische Verarbeitung, die Produktion von Sonnenblumenschrot, den Inlandsverbrauch oder die Lagerbestände. Die Verteilung auf diese Verwendungszwecke entscheidet darüber, welcher Teil der zusätzlichen Ernte nach der Verarbeitung tatsächlich auf den Weltmarkt gelangt.
Ölexporte von 5 Millionen Tonnen erwartet
Die Experten des USDA erwarten, dass Russlands Ausfuhren von Sonnenblumenöl im Wirtschaftsjahr 2026/27 insgesamt 5 Millionen Tonnen erreichen. Bei einer Realisierung dieser Prognose würde Russland zum weltweit größten Exporteur von Sonnenblumenöl. Für die Ukraine werden Exporte von 4,9 Millionen Tonnen erwartet. Der Abstand zwischen beiden Anbietern beträgt damit lediglich 0,1 Millionen Tonnen.
Der geringe prognostizierte Vorsprung bedeutet, dass die tatsächliche Exportführerschaft von den verarbeiteten Mengen, dem Versandtempo und der Verfügbarkeit von Öl im Saisonverlauf abhängen kann. Die Quelle nennt weder Zielländer noch Preise, Frachtkosten oder monatliche Exportpläne. Auch mögliche Auswirkungen späterer Erntekorrekturen werden nicht erläutert. Für Importeure und Händler ist daher das erwartete Angebot aus zwei großen Exportprogrammen wichtiger als eine bereits als sicher betrachtete Rangfolge.
Rapserzeugung auf 6,4 Millionen Tonnen geschätzt
Das USDA hat nach Angaben von AKM auch seine Einschätzung der russischen Rapsernte erhöht. Die Rapserzeugung in Russland soll 2026/27 insgesamt 6,4 Millionen Tonnen erreichen. Der Umfang der Korrektur wurde nicht genannt. Prognosen für Rapsexporte, die Produktion von Rapsöl oder dessen Ausfuhr enthält die Quelle ebenfalls nicht.
Zusammen weisen die Schätzungen für Sonnenblumen und Raps auf ein beträchtliches Ölsaatenangebot für Russlands Verarbeitungsindustrie im Wirtschaftsjahr 2026/27 hin. Die klarste Handelsaussage betrifft Sonnenblumenöl, dessen Ausfuhren das USDA mit 5 Millionen Tonnen veranschlagt. Erzeuger werden die Nachfrage der Ölmühlen beobachten, während Verarbeiter und Exporteure verfolgen, wie die Ernte von 20,7 Millionen Tonnen auf Inlandsverbrauch, Lagerbestände und exportorientierte Verarbeitung verteilt wird. Für internationale Käufer ist Russlands erwarteter Vorsprung gegenüber der Ukraine mit 0,1 Millionen Tonnen so gering, dass die tatsächliche Abwicklung ebenso wichtig bleibt wie die Prognose.