Usbekistan exportiert 7.200 Tonnen Kartoffeln von Januar bis August 2026, Importe sinken
Usbekistan hat von Januar bis August 2026 nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums 7.200 Tonnen Kartoffeln im Wert von 1,5 Millionen $ ausgeführt, 5.700 Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Importe liegen mit 419.900 Tonnen in sieben Monaten weiterhin deutlich höher, sinken aber; das Produktionsziel für 2026 wurde auf 4,5 Millionen Tonnen angehoben.
Usbekistan hat von Januar bis August 2026 insgesamt 7.200 Tonnen Kartoffeln ausgeführt und damit 1,5 Millionen $ erlöst. Das berichtet das Medium nuz.uz unter Berufung auf den Informationsdienst des Landwirtschaftsministeriums. Beide Kennzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich: Die Ausfuhrmenge legte um 5.700 Tonnen zu, der Ausfuhrwert um 1 Million $. In Tonnen gerechnet haben sich die Lieferungen damit mehr als verdreifacht.
Das Ministerium nennt nicht, in welche Länder die usbekischen Kartoffeln geliefert wurden; eine Aufschlüsselung nach Absatzmärkten wurde nicht veröffentlicht. Ohne diese Daten lässt sich für Händler nicht bestimmen, ob die zusätzliche Menge in die benachbarten zentralasiatischen Märkte ging, wo Usbekistan mit etablierten Lieferanten konkurriert, oder zu weiter entfernten Käufern. Auf Basis der veröffentlichten Zahlen ergibt sich ein durchschnittlicher Ausfuhrwert von rund 208 $ je Tonne.
Importe bestimmen weiterhin die Marktbilanz
Trotz des Exportwachstums bleibt Usbekistan ein großer Nettoimporteur von Kartoffeln. Allein von Januar bis Juli 2026 führte das Land 419.900 Tonnen ein, meldet nuz.uz unter Berufung auf das Agrarressort. Die Einfuhren schrumpfen jedoch: Die Menge sank gegenüber Januar bis Juli 2025 um 53.600 Tonnen, der Importwert um 21,5 Millionen $. Wichtigster Lieferant bleibt Kasachstan mit rund 80 % aller Kartoffeleinfuhren nach Usbekistan; diese Daten des Nationalen Statistikkomitees hatte nuz.uz zuvor angeführt.
Die Größenordnungen beider Handelsströme sind weiterhin sehr unterschiedlich. Der Rückgang der Einfuhren in sieben Monaten übersteigt die gesamten Kartoffelexporte von acht Monaten um ein Mehrfaches. Die Verschiebung in der usbekischen Kartoffelhandelsbilanz geht damit vor allem auf Importsubstitution zurück und nicht auf den Ausbau der Ausfuhren. Für Lieferanten in der Region ist der Rückgang der usbekischen Einkäufe die relevantere Zahl.
Anbaufläche wächst, Produktionsziel steigt auf 4,5 Millionen Tonnen
Nach Ministeriumsangaben wurden in Usbekistan 2025 insgesamt 4,1 Millionen Tonnen Kartoffeln erzeugt; für 2026 lautet die Vorgabe 4,5 Millionen Tonnen. Dafür wurden in diesem Jahr 238.000 Hektar mit Kartoffeln bestellt: 74.400 Hektar entfallen auf Farmbetriebe und landwirtschaftliche Unternehmen, weitere 164.200 Hektar auf Hausgärten der Bevölkerung und Dehkan-Betriebe. Die gesamte Anbaufläche liegt damit um 46.000 Hektar über dem Vorjahreswert.
Die ersten Ergebnisse liegen über der Vorjahressaison. Im ersten Halbjahr wurden auf den Hauptflächen 2.254.000 Tonnen Knollen geerntet, das entspricht 119 % der im gleichen Zeitraum 2025 erzeugten Menge. Nach der Getreide- und Frühkulturernte wurden auf den frei gewordenen Flächen von Farm- und Hausbetrieben erneut Kartoffeln gepflanzt, insgesamt auf 71.000 Hektar, davon 50.000 Hektar in Farmbetrieben und 21.000 Hektar in Hausgärten. Von diesen Flächen erwarten die Behörden im November weitere 1,2 Millionen Tonnen.
Vorratsbildung und fallende Preise
Parallel baut der Staat Reserven auf, die den Binnenmarkt in der Zwischensaison versorgen und mögliche Engpässe abfedern sollen. Der Vorrat beträgt derzeit 400.000 Tonnen und verteilt sich wie folgt:
- 216.000 Tonnen lagern in Kühlanlagen;
- 184.000 Tonnen befinden sich in Farmbetrieben;
- weitere 262.000 Tonnen sind für die Winter-Frühjahrs-Saison 2026/2027 geplant.
Das Ministerium erwartet, dass größere Anbauflächen, höhere Erzeugung und die Reservebildung zusammen eine stabile Versorgung des Binnenmarkts sichern und den Preisauftrieb bremsen. Die Preise haben bereits reagiert. Der Durchschnittspreis für Kartoffeln auf den Dehkan-Märkten sank 2026 auf 4.169 Sum je Kilogramm gegenüber 5.717 Sum im Jahr zuvor, ein Rückgang um 1.548 Sum oder 27,1 %. In Farm- und Dehkan-Betrieben liegt der Großhandelspreis im Schnitt bei 2.500 bis 2.800 Sum je Kilogramm. Für Exporteure bestimmt dieses Ab-Hof-Niveau die Kostenbasis für Lieferungen in den letzten Monaten der Saison, wenn die Novemberernte von den Nachbauflächen auf den Markt kommt.