US-Verteidigung verbietet ab 2027 Wolfram aus China – Knappheit außerhalb Chinas verschärft sich
Eine Richtlinie der US-Verteidigung untersagt ab dem 1. Januar 2027 den Kauf von Wolfram aus China, Russland, dem Iran und Nordkorea; US-Händler von Wolframschrott müssen ihre Mengen bis August 2027 vollständig heimischen Abnehmern zuteilen. Nach USGS-Daten stammten 2025 rund 67.000 der weltweit etwa 85.000 Tonnen aus China. Bis 2030 wird außerhalb Chinas eine Lücke von rund 16.000 Tonnen erwartet.
Die USA schließen chinesisches Wolfram ab Anfang 2027 aus ihrer Verteidigungslieferkette aus – ein Schritt, der die Knappheit des Metalls außerhalb Chinas vertiefen dürfte. Wie kapitalmarktexperten.de berichtet, untersagt eine Richtlinie der US-Verteidigung ab dem 1. Januar 2027 den Kauf von Wolfram aus China, Russland, dem Iran und Nordkorea.
Eine zweite Vorgabe betrifft Sekundärmaterial. Das Bureau of Industry and Security hat festgelegt, dass US-Händler von Wolframschrott ihre Mengen bis August 2027 vollständig an heimische Abnehmer vergeben müssen. Damit schließt sich ein Kanal, der bislang auch Verarbeiter im Ausland versorgt hat.
Strenge Vorgaben treffen auf dünne eigene Kapazität
Die Auflagen treffen westliche Industriestaaten, die kaum eigene Kapazitäten zur Gewinnung eines als strategisch unverzichtbar geltenden Metalls besitzen. Rüstungsbetriebe und Technologiekonzerne geraten dadurch unter Zugzwang, und die praktische Antwort lautet: langfristige Lieferverträge mit Partnern, die als verlässlich gelten.
Der Bericht hält zudem fest, dass für westliche Verarbeiter die Verlässlichkeit der Lieferanten inzwischen Vorrang vor rein preislichen Überlegungen hat – eine Umkehr jener Logik, die galt, solange chinesisches Material frei verfügbar war.
China stellt rund vier Fünftel der Minenförderung
Wie das Geologieamt USGS ermittelte, stammten 2025 rund 67.000 Tonnen der weltweiten Förderung von etwa 85.000 Tonnen aus China. Peking vergibt Ausfuhrgenehmigungen zudem nur noch restriktiv und an ausgewählte Betriebe, wodurch das frei handelbare Angebot für Käufer außerhalb des Landes austrocknet.
- Weltweite Minenförderung 2025: etwa 85.000 Tonnen
- Förderung in China 2025: rund 67.000 Tonnen
- Erwartete Versorgungslücke außerhalb Chinas bis 2030: rund 16.000 Tonnen
- Inkrafttreten des US-Kaufverbots: 1. Januar 2027
- Frist für die Inlandsvergabe von US-Wolframschrott: August 2027
Ein Defizit, das sich nicht schnell schließen lässt
Die Verknappung erfasst auch verarbeitete Zwischenprodukte. Ein von kapitalmarktexperten.de zitiertes Analysehaus prognostiziert für die Märkte außerhalb Chinas bis 2030 eine rechnerische Versorgungslücke von rund 16.000 Tonnen.
Dieses Defizit ist struktureller und nicht zyklischer Natur. Der Aufbau neuer Bergwerke erfordert mehrjährige Vorläufe und aufwendige Genehmigungsverfahren, weshalb bestehende Abbauprojekte und fortgeschrittene Anlagen einen beträchtlichen zeitlichen Vorteil gegenüber Nachzüglern haben. Kapital allein verkürzt den Zeitplan nicht – deshalb wiegen bereits geförderte Mengen in Vertragsverhandlungen schwer.
Almonty setzt auf drei Kontinente
In dieser Ausgangslage stützt sich Almonty auf ein Fördernetzwerk über drei Kontinente; ergänzt wird die operative Basis durch Aktivitäten in Spanien sowie das Joint Venture in Ruanda. Über langfristige Liefervereinbarungen hat das Unternehmen wesentliche Teile seiner Ausbringung an westliche Partner gebunden.
Das hat zwei Seiten. Die kontrahierten Mengen verschaffen dem Management verlässliche Einnahmen für den weiteren Betrieb, reduzieren zugleich aber die Mengen, die bei stark steigenden Preisen zu Höchstkursen über freie Handelsplätze veräußert werden könnten. Am Kapitalmarkt ist die veränderte Branchensituation bereits sichtbar: Das Wertpapier notiert bei 12,32 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 55 Prozent. Das Augenmerk der Anleger richtet sich darauf, wie stabil das Unternehmen seine Produktionsziele in den kommenden Quartalen umsetzt.