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USA erheben 12,5 % Zusatzzoll auf Waren aus Thailand – Bangkok beschleunigt ART-Gespräche

Die USA erheben nach Section 301 einen zusätzlichen Zoll von 12,5 % auf Waren aus Thailand. Ausgenommen sind 2.120 Produktlinien, die mehr als die Hälfte des thailändischen Exportwerts in die USA ausmachen; Bangkok beschleunigt zugleich die ART-Verhandlungen und plant Hilfen für Exporteure.

USA erheben 12,5 % Zusatzzoll auf Waren aus Thailand – Bangkok beschleunigt ART-Gespräche

Neue Abgabe ersetzt auslaufende Maßnahme nach Section 122

Die USA erheben nach Section 301 des Trade Act von 1974 einen zusätzlichen Zoll von 12,5 % auf Importe aus Thailand. Bangkok beschleunigt deshalb die Verhandlungen über ein Agreement on Reciprocal Trade, kurz ART. Die Abgabe kommt zu den regulären Meistbegünstigungszöllen hinzu und gilt seit dem 24. Juli 2026 um 00:01 Uhr US-Zeit.

Thai PBS und The Bangkok Insight zufolge veröffentlichten die USA am 23. Juli 2026 ihre endgültige Entscheidung in einer Untersuchung über fehlende Einfuhrverbote für mit Zwangsarbeit hergestellte Waren. Thailand und 37 weitere Länder, darunter Vietnam, die Philippinen und China, werden mit zusätzlichen 12,5 % belastet. Für andere von der Entscheidung erfasste Länder gilt ein Satz von 10 %.

Die neue Abgabe ersetzt einen zusätzlichen Zoll von 10 % nach Section 122, der am 24. Juli 2026 auslief. Laut The Bangkok Insight steigt die Zusatzbelastung für betroffene thailändische Waren damit gegenüber der ausgelaufenen Maßnahme um 2,5 Prozentpunkte.

Ausnahmen decken mehr als die Hälfte des Exportwerts ab

Von dem zusätzlichen Zoll von 12,5 % bleiben 2.120 thailändische Produktlinien ausgenommen. Nach Angaben beider Publikationen repräsentieren sie mehr als die Hälfte des Werts der thailändischen Exporte in die USA.

Die Liste umfasst integrierte Schaltungen, Festplattenlaufwerke, Flugzeugteile, Naturkautschuk, Kautschukplatten und -blöcke, Tapiokastärke, frische und verarbeitete Ananas, frisches und getrocknetes Obst, frische Kokosnüsse, Kokoswasser und Rohrzucker. Die umfangreichen Ausnahmen bewahren mehrere wichtige industrielle und landwirtschaftliche Lieferketten Thailands vor der unmittelbaren Zollerhöhung.

Kirida Bhaopichitr, Vizeministerin im Handelsministerium, verwies darauf, dass mit Vietnam und China auch zwei wichtige thailändische Wettbewerber auf dem US-Markt betroffen seien. Das Ministerium gehe deshalb davon aus, dass thailändische Produkte wettbewerbsfähig bleiben. Die Belastung unterscheidet sich jedoch erheblich nach Produkt: Exporteure ohne Ausnahme müssen die Mehrkosten übernehmen, an US-Käufer weitergeben oder ihre Vertragsbedingungen neu aushandeln.

Bangkok strebt ART-Abkommen an

Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun, die die thailändische Delegation leitet, erklärte, die Gespräche mit Washington würden beschleunigt. Ziel seien eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung und der Erhalt der langfristigen Handelsbeziehungen. Thailand wolle eine rasche Einigung, werde aber bei öffentlicher Gesundheit, nationaler Sicherheit, Gemeinwohl und der innenpolitischen Handlungsfähigkeit der Regierung keine Abstriche machen.

Thai PBS zufolge könnten sensible Fragen und Vorgaben des thailändischen Rechts die Verhandlungen gegenüber einigen anderen Ländern der Region verlängern. Das Handelsministerium beobachtet zudem eine separate Untersuchung nach Section 301 zu strukturellen Überkapazitäten, die 16 Länder einschließlich Thailand betrifft. Die USA haben weder das Ergebnis noch einen möglichen zusätzlichen Zollsatz bekannt gegeben.

Hilfen für betroffene Exporteure geplant

Das Ministerium bereitet zinsgünstige Kredite zur Liquiditätssicherung, steuerliche Unterstützung für Exporteure, Maßnahmen zur Senkung der Transportkosten und zur Verbesserung der Logistik sowie Anreize für den Einsatz heimischer Rohstoffe und Komponenten vor. Unternehmen sollen außerdem beim Eintritt in neue Märkte unterstützt werden, ohne bestehende Kunden aufzugeben.

Für thailändische Hersteller und Händler entscheidet zunächst, ob ihr Produkt unter eine der 2.120 Ausnahmen fällt. Das längerfristige Risiko liegt in der offenen Untersuchung zu Überkapazitäten, aus der eine weitere Zollschicht entstehen könnte. Der Ausgang der ART-Gespräche wird daher nicht nur den Zugang zum US-Markt, sondern auch Investitions- und Beschaffungsentscheidungen entlang der thailändischen Exportketten beeinflussen.

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