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US-Zölle auf vietnamesische Tiefkühlgarnelen könnten insgesamt fast 30 % erreichen

Auf einige vietnamesische Tiefkühlgarnelen könnten in den USA kombinierte Zölle von fast 30 % anfallen, warnt VASEP. Während das Wachstum der Seafood-Exporte nachlässt, verliert Vietnam gegenüber geringer besteuerten Wettbewerbern an Boden.

US-Zölle auf vietnamesische Tiefkühlgarnelen könnten insgesamt fast 30 % erreichen

Mehrere Abgaben belasten Garnelenexporteure

Auf einige vietnamesische Tiefkühlgarnelen könnten in den USA nach Addition mehrerer Abgaben Zölle von insgesamt fast 30 % anfallen. Darauf verwies Lê Hằng, stellvertretende Generalsekretärin des vietnamesischen Verbands der Seafood-Exporteure und -Produzenten VASEP. Bei einer Branchenpressekonferenz am 7. August in Ho-Chi-Minh-Stadt bezeichnete sie die Zollbelastung als eine von vier großen Herausforderungen für Vietnams Seafood-Sektor in den letzten Monaten des Jahres 2026.

Laut VASEP gilt aufgrund einer neuen US-Entscheidung seit dem 24. Juli ein zusätzlicher Zoll nach Section 301 von 12,5 % auf vietnamesische Waren. Für Ecuador, Indien und Indonesien beträgt der entsprechende Satz 10 %, wodurch Vietnams Wettbewerbsposition auf dem US-Markt geschwächt wird. Garnelenexporteure müssen außerdem Antidumping- und Ausgleichszölle tragen. Zusammen könnten diese Maßnahmen die Belastung einzelner Tiefkühlprodukte auf fast 30 % erhöhen.

Garnelen bleiben für Vietnams Seafood-Wirtschaft von zentraler Bedeutung. In den ersten sieben Monaten 2026 erreichten die Exporte 2,78 Milliarden $, nahezu 41 % der gesamten Exporterlöse des Sektors. Der Zolldruck trifft damit einen großen Teil der Branche, während die Unternehmen zugleich strengere Rückverfolgbarkeitsregeln, hohe Rohstoff- und Logistikkosten sowie wachsenden Wettbewerb auf wichtigen Auslandsmärkten bewältigen müssen.

Ecuador gewinnt auf dem US-Markt an Boden

VASEP erwartet für vietnamesische Garnelenanbieter ein deutlich schwierigeres zweites Halbjahr 2026. Ecuador steigert Produktion und Lieferungen in die USA und profitiert dabei von niedrigeren Zöllen, kürzeren Transportwegen und günstigeren Logistikkosten. Im Juni überholte Ecuador Indien als größter Garnelenlieferant des US-Marktes. Seine Lieferungen in die USA stiegen um rund 60 %, während die US-Importe aus Vietnam um 27 % zurückgingen.

Um Marktanteile zu sichern, müssen vietnamesische Unternehmen laut VASEP mehr verarbeitete Garnelen und andere höherwertige Produkte entwickeln. Eine solche Umstellung ist jedoch nicht kurzfristig möglich, sodass die Exporteure vorerst dem Preiswettbewerb ausgesetzt bleiben. Auch die Nachfrage belastet das Geschäft: Verbraucher in mehreren Märkten greifen zu günstigeren Produkten und kleineren Packungen, wodurch sich Premiumware wie große Garnelen schwerer verkaufen lässt.

Der Druck reicht über Garnelen hinaus. Viele vietnamesische Thunfischkonserven unterliegen bereits Meistbegünstigungszöllen von mehr als 20 %, bei einigen Produktgruppen sind es 24 %. Der zusätzliche Zoll von 12,5 % würde die Kosten erheblich erhöhen. Strengere US-Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit nach dem Marine Mammal Protection Act und Probleme im Zusammenhang mit der IUU-Gelben Karte der EU schaffen weitere Hürden, besonders für wild gefangenen Fisch und Thunfisch.

Seafood-Wachstum verlangsamt sich nach vorgezogenen Lieferungen

Vietnams Seafood-Exporte beliefen sich im Juli auf rund 1,1 Milliarden $ und in den ersten sieben Monaten auf 6,86 Milliarden $, berichtete VASEP. Das Wachstum im Juli blieb unter 5 % und damit deutlich hinter dem ersten Halbjahr zurück. Einige Unternehmen zogen US-Lieferungen vor das Inkrafttreten der neuen Zölle, weshalb die Juli-Zahlen die tatsächliche Nachfrage möglicherweise nicht abbilden. Sinkende Produktion und Exporte von Fischmehl aus Peru ließen außerdem dessen Preis und damit die Kosten der vietnamesischen Aquakultur steigen.

Im Basisszenario von VASEP könnten Vietnams Seafood-Exporte im Gesamtjahr 2026 etwa 12,1 bis 12,3 Milliarden $ erreichen, rund 8,5 % bis 9 % mehr als im Vorjahr. Voraussetzung sind anhaltendes Wachstum in China und kein starker Einbruch der Lieferungen in die USA und die EU. Für Garnelenverarbeiter entscheidet sich nun, ob höherwertige Produkte den Zoll- und Logistikvorteil Ecuadors und anderer Wettbewerber ausgleichen können.

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