Ausweitung der US-Treasury-Rückkäufe belebt Goldrally
Gold überschritt kurzzeitig 4.500 $ je Unze, nachdem das US-Finanzministerium größere Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen angekündigt hatte. Laut Panorama belebten sinkende Treasury-Renditen und ein schwächerer Dollar die internationale Nachfrage.
Gold steigt wieder über 4.500 $
Gold legte an einem Tag um mehr als 4 % zu, nachdem das US-Finanzministerium eine Ausweitung seiner Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen angekündigt hatte, berichtet Panorama. Das Metall überschritt kurzzeitig 4.500 $ je Unze und erreichte am 19. August ein Zweimonatshoch mit Spitzen nahe 4.550 $. In der folgenden Sitzung pendelte es sich knapp unter 4.500 $ ein.
Der Anstieg beendete eine Phase geringer Preisdynamik und lenkte internationale Anlagegelder zurück in Gold. Unmittelbare Auslöser waren der Rückgang langfristiger Treasury-Renditen und die Abschwächung des Dollars nach der Ankündigung. Beides verbessert die relative Attraktivität des Metalls, vor allem für institutionelle Investoren und Käufer aus dem Euro- oder Yen-Raum.
Finanzministerium verdoppelt Rückkaufvolumen
Das Finanzministerium will einzelne liquiditätsstützende Rückkäufe langfristiger nominaler Titel von ursprünglich 2 Milliarden $ auf mindestens 4 Milliarden $ erhöhen. Erfasst werden Anleihen mit Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren sowie 20 bis 30 Jahren. Das erweiterte Programm soll vom 9. September bis zum 4. November 2026 laufen.
Mit dem Rückkauf bereits ausgegebener Papiere schafft das Finanzministerium zusätzliche Nachfrage und Liquidität in belasteten Marktsegmenten. Laut Panorama hatte der Druck die Rendite 30-jähriger Treasuries bis nahe 5,33 % getrieben, den höchsten Stand seit 2007. Nach der Ankündigung gingen die langfristigen Renditen rasch zurück.
Niedrigere Renditen senken Opportunitätskosten
Gold zahlt weder Zinsen noch Kupons. Seine Wettbewerbsfähigkeit hängt deshalb teilweise von den Erträgen anderer Anlagen wie Staatsanleihen ab. Sinkende Realrenditen verringern die Einnahmen, auf die Anleger beim Halten von Gold verzichten. Käufe, die Anleihekurse erhöhen und Renditen senken, reduzieren somit die Opportunitätskosten des Metalls.
Der Währungseffekt verstärkt dies. Gold wird weltweit in Dollar notiert, weshalb ein schwächerer Dollar das Metall für Käufer mit anderen Währungen verbilligt. Panorama führt die Rally auf die Kombination aus fallenden Realzinsen und weicherem Dollar zurück, nicht auf Veränderungen bei Minenangebot oder Verarbeitungsnachfrage.
Fiskaldruck fördert die Flucht in sichere Anlagen
Der Eingriff erfolgt angesichts wachsender Sorgen über die Finanzierungskosten der USA. Panorama nennt jährliche Zinsausgaben des Bundes von 1,1 Billionen $ und eine Staatsverschuldung von mehr als 40 Billionen $, entsprechend 125 % des Bruttoinlandsprodukts. Ölpreise über 85 $ je Barrel und eine weiterhin über dem Ziel der Federal Reserve liegende Inflation erhöhen dem Bericht zufolge die Unsicherheit.
Für Goldanleger ist entscheidend, ob die Rückkäufe Realrenditen dauerhaft senken und den Dollar weiter schwächen. Eine vorübergehende Reaktion des Anleihemarktes könnte Gold nach dem kräftigen Tagesgewinn anfällig machen. Ein nachhaltiger Renditerückgang würde dagegen die Investmentnachfrage und die Kaufbedingungen außerhalb des Dollarraums stützen. Händler, Raffinerien, Minengesellschaften und Vermögensverwalter werden die Operationen von September bis November daher genau verfolgen.