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US-Exportkontrollen für Wolframschrott werden zum Vorbild für Europa

US-Verkäufer müssen ihre gesamten monatlichen Verkäufe von Wolframschrott ab dem 27. August für inländische Abnehmer vorhalten, sofern keine Ausnahme genehmigt wird. Plansee-Chef Karlheinz Wex fordert vergleichbare Maßnahmen in Europa, um Rohstoffe zu sichern, Recycling zu stärken und die Abhängigkeit von China zu senken.

US-Exportkontrollen für Wolframschrott werden zum Vorbild für Europa

US-Regel bevorzugt inländische Abnehmer

Die USA verschärfen die Kontrollen für Wolframschrott, da die Sorge um die Versorgung mit dem für Verteidigung, Zerspanung, Luft- und Raumfahrt sowie Elektrotechnik benötigten Metall wächst. Nach Angaben von Recyclingportal.eu verpflichtet eine neue Regel des Bureau of Industry and Security US-Verkäufer ab dem 27. August, ihre gesamten monatlichen Verkäufe von Wolframschrott für Abnehmer im eigenen Land vorzuhalten, sofern die Behörde keine Ausnahme genehmigt.

Die Beschränkungen für Wolfram und Schwarzmasse gehören zum Versuch der Trump-Regierung, kritische Rohstoffe für Verteidigung und Militär zu sichern. Die Maßnahme folgt auf Exportkontrollen, die China im vergangenen Jahr für Wolfram eingeführt hatte. Laut Recyclingportal.eu wurde das Angebot dadurch stark verknappt; der Marktpreis hat sich seither versiebenfacht.

Plansee fordert Verbleib des Schrotts in Europa

Plansee-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Wex bezeichnete die US-Beschränkungen als Vorbild für die europäische Politik. Kritische Rohstoffe in regionalen Märkten zu halten, stärke das heimische Recycling und verringere die Abhängigkeit von China. Auch aus Europa fließe weiterhin wertvoller Wolframschrott ab, obwohl er die regionale Versorgung stützen könnte.

Recycling kann nach Einschätzung von Wex schneller auf die Knappheit reagieren als neue Bergbaukapazitäten. Industrielle Verfahren zur Wiederverwertung von Wolfram funktionieren seit Jahrzehnten zuverlässig, während die Entwicklung eines Bergwerks bis zu 15 Jahre dauern kann. Sein Ansatz für Europa verbindet eine systematische Sammlung, regionale Verarbeitung und geschlossene Kreisläufe mit diversifizierten Lieferketten und langfristigen Abnahmeverträgen mit unabhängigen Minenprojekten.

Recycling trägt Plansees Versorgungsstrategie

Die Plansee Group, der größte Wolframverarbeiter außerhalb Chinas, betreibt Recyclinganlagen in den USA und Europa. Im Geschäftsjahr 2025/26 stellte das Unternehmen 14.200 Tonnen Wolframprodukte her, was rund 12 % des Weltmarktes entspricht. Knapp 90 % der verkauften Produkte bestanden aus recyceltem Wolfram; nur etwa 10 % stammten aus dem Bergbau.

Über die Tochtergesellschaft Global Tungsten & Powders verfügt der Konzern seit 2008 über US-Recyclingkapazitäten und kündigte im Februar weitere Investitionen in amerikanische Standorte an. Die neuen Kontrollen dürften diesen Betrieben zugutekommen, weil mehr Ausgangsmaterial im Inlandsmarkt bleibt. Plansees Strategie umfasst außerdem die Sammlung und Sortierung von Schrott, thermisch-mechanische und chemische Recyclingverfahren sowie langfristige Abnahmeverträge mit Bergwerken. Zuletzt verlängerte der Konzern seinen Vertrag mit Almonty Industries für die südkoreanische Sangdong-Mine auf 21 Jahre. Für europäische Verarbeiter wirft die US-Politik eine praktische Frage auf: Ist der unbeschränkte Abfluss von Schrott mit dem Ziel einer sicheren Versorgung mit kritischen Rohstoffen vereinbar? Beschränkungen könnten europäischen Recyclern mehr Ausgangsmaterial verschaffen. Zusätzlich wären jedoch Sammel-, Sortier- und Verarbeitungskapazitäten nötig, um daraus nutzbare Wolframprodukte herzustellen.

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