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US-Ethanolexporte liegen 12 Prozent über dem Rekordtempo von 2025, Indien unter den Hauptmärkten

Bis Juni 2026 lagen die US-Ethanolexporte mengenmäßig 12 Prozent und wertmäßig 21 Prozent über dem Rekordtempo von 2025, wie aus einem USDA-Bericht hervorgeht. 2025 erreichten die Lieferungen 8,4 Milliarden Liter im Wert von 4,7 Milliarden $, der US-Anteil am Welthandel stieg auf 64 Prozent, der brasilianische fiel auf 12 Prozent. Indien kaufte 711 Millionen Liter Industrieethanol.

US-Ethanolexporte liegen 12 Prozent über dem Rekordtempo von 2025, Indien unter den Hauptmärkten

Die Ethanolexporte der Vereinigten Staaten liegen deutlich über dem Rekord des Vorjahres. Laut einem Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) vom September 2026, auf den sich das Fachmedium Rural Voice beruft, lagen die Exportmengen bis Juni 2026 um 12 Prozent über dem Rekordtempo von 2025, der Exportwert stieg um 21 Prozent. Dass der Wert stärker zulegt als die Menge, deutet auf festere Preise je Liter hin.

Die USDA führt den Zuwachs auf drei Faktoren zurück: die steigende weltweite Ethanolnachfrage, veränderte Beimischungsvorschriften in den Importländern und die nachlassende Exportkonkurrenz aus Brasilien.

Zwei Rekordjahre in Folge

2025 erreichten die US-Ethanolexporte zum zweiten Mal in Folge einen Rekord und stiegen auf 8,4 Milliarden Liter im Wert von 4,7 Milliarden $. 2024 waren es 7,4 Milliarden Liter im Wert von 4,3 Milliarden $ — die Menge legte binnen eines Jahres um 1 Milliarde Liter zu, der Wert um 400 Millionen $.

Neben Indien nennt die USDA Kanada, die Europäische Union, Großbritannien, Kolumbien und die Philippinen als wichtigste Absatzmärkte für US-Ethanol.

Indien kauft Industrieethanol, keinen Kraftstoff

Die US-Exporte von Industrieethanol nach Indien erreichten 2024 mit 718 Millionen Liter einen Rekord und gingen 2025 leicht auf 711 Millionen Liter zurück. Indien lässt importiertes Ethanol nicht als Kraftstoff zu, amerikanische Mengen gehen daher in industrielle und chemische Anwendungen und nicht in das nationale Beimischungsprogramm.

Der indische Verbrauch von Kraftstoffethanol hat sich zwischen 2021 und 2025 mehr als verdreifacht, die durchschnittliche Beimischungsquote stieg von rund 8 Prozent auf 20 Prozent. Die ausgeweitete heimische Produktion einschließlich einer Diversifizierung der Rohstoffe erhöhte das Angebot, um das E20-Ziel bis November 2025 zu erreichen. Die USDA weist darauf hin, dass mit der Verlagerung eines großen Teils der heimischen Produktion in die Kraftstoffbeimischung weniger für Industrie und Chemie übrig blieb — diese Lücke halfen die US-Exporte zu schließen.

Brasiliens Anteil halbiert sich

Auf die USA entfielen 2025 64 Prozent der weltweiten Ethanolexporte nach 48 Prozent im Zeitraum 2020 bis 2023, während Brasiliens Anteil im selben Vergleich von 23 auf 12 Prozent fiel. Der starke Inlandsverbrauch band den Großteil der brasilianischen Produktion; im August 2025 hob das Land die verpflichtende Beimischung zu Benzin von E27 auf E30 an.

Als wichtigste Unsicherheit für 2026 bezeichnet die USDA Brasilien. Die Kapazitäten für Ethanol aus Mais wachsen dort schnell, bis Ende 2026 werden zusätzliche 3 Milliarden Liter erwartet. Das könnte die brasilianischen Ausfuhren erhöhen und den Wettbewerbsdruck auf US-Anbieter verstärken.

Neue Vorgaben schaffen zusätzliche Nachfrage

Vietnam hat im Juni 2026 eine landesweite E10-Pflicht eingeführt; der Ethanolverbrauch des Landes dürfte in diesem Jahr mehr als das Achtfache des Niveaus von 2025 erreichen. Die US-Ethanolexporte nach Vietnam beliefen sich in den ersten sechs Monaten 2026 auf 73 Millionen Liter — achtmal so viel wie im gesamten Jahr 2025.

Als entscheidende Faktoren für die US-Ethanolexporte im weiteren Jahresverlauf 2026 nennt die USDA Änderungen in der Biokraftstoffpolitik, Handelsabkommen, Energiepreise und geopolitische Entwicklungen.

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