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Ukrainische Sojapreise geraten durch größere Ernten in den USA und Brasilien unter Druck

Die ukrainischen Exportindikationen lagen am 6. Oktober 2026 bei 450 $ je Tonne DAF und 490 $ je Tonne CIF, während der November-Future in Chicago 471,8 $ je Tonne kostete. Höhere Ernteprognosen für die USA und Brasilien, eine schwache chinesische Nachfrage nach US-Soja und die laufende Ernte in der Ukraine begrenzen vorerst das Erholungspotenzial.

Ukrainische Sojapreise geraten durch größere Ernten in den USA und Brasilien unter Druck

Chicagoer Kurse sinken bei wachsendem Angebot

Die Erwartung großer Ernten in den USA und Brasilien belastet die weltweiten Sojapreise. Nach Angaben der Elektronischen Getreidebörse der Ukraine erhöhte StoneX seine Prognose für die US-Sojaproduktion auf 126,5 Millionen Tonnen. Die August-Schätzung des USDA hatte bei 123,4 Millionen Tonnen gelegen. Für Brasilien werden im Wirtschaftsjahr 2026/27 insgesamt 183,36 Millionen Tonnen erwartet, nach 180,5 Millionen Tonnen in der Vorsaison.

Der Beginn der Regenzeit in Brasilien schafft günstige Bedingungen für die Aussaat. Gleichzeitig bleibt Chinas Nachfrage nach US-Sojabohnen schwach. Dass neue Vereinbarungen über größere Lieferungen aus den USA ausblieben, trug zum Rückgang der Chicagoer Notierungen bei. November-Futures verloren binnen einer Woche 2,6% und fielen auf 471,8 $ je Tonne. Im Monatsvergleich sank der Preis um 2%, lag aber noch 20% über dem Vorjahreswert.

Auch die US-Verarbeitungsdaten verstärkten den Preisdruck. Amerikanische Betriebe verarbeiteten im August 5,7 Millionen Tonnen Sojabohnen, 5,5% weniger als im Juli und weniger als vom Markt erwartet. Eine größere erwartete US-Ernte, günstige Aussaatbedingungen in Südamerika und geringere Verarbeitungsmengen in den USA könnten die Weltmarktpreise weiter belasten.

Ukrainische Ernte erhöht das kurzfristige Angebot

Ende September lief die Ernte der neuen ukrainischen Sojabohnen zügig. Die Landwirte hatten auf 571.000 Hektar bereits 1,215 Millionen Tonnen eingebracht. Das entsprach 36% der prognostizierten Fläche. Der Durchschnittsertrag betrug 2,13 Tonnen je Hektar. Das neue Angebot erhöht gewöhnlich die Verkaufsmenge der Erzeuger und erschwert während der Haupternte einen kräftigen Anstieg der Inlandspreise.

Zu Saisonbeginn legten die Exporte dennoch zu. Nach Angaben des Ukrainian Agribusiness Club stiegen die Sojaausfuhren im September 2026 gegenüber August um 24,3% auf 36.200 Tonnen. Die gesamten Ölsaatenausfuhren erreichten im selben Monat 494.500 Tonnen, wobei Raps den größten Anteil stellte. Die Europäische Union gewinnt als Absatzmarkt für ukrainische Sojabohnen an Bedeutung; zugleich kaufen heimische Verarbeiter die Ware zur Herstellung von Sojaschrot.

Lieferbedingungen bestimmen den ukrainischen Preis

Am 6. Oktober 2026 unterschieden sich die ukrainischen Ankaufspreise je nach Lieferort. Laut der Elektronischen Getreidebörse sank der Durchschnittspreis binnen eines Tages um 165 Hrywnja. Den daraus resultierenden Durchschnittswert nannte die Quelle jedoch nicht. Die Exportindikationen lagen bei 450 $ je Tonne DAF für die Lieferung an einen festgelegten Grenzpunkt und bei 490 $ je Tonne CIF einschließlich Warenwert, Versicherung und Fracht bis zum benannten Bestimmungshafen.

Diese Notierungen sind nicht direkt mit Chicagoer Futures vergleichbar. Ukrainische DAF- und CIF-Preise enthalten unterschiedliche Logistikkosten und vertragliche Pflichten, während der Future ein standardisierter Börsenkontrakt ist. Für Erzeuger zählt der Nettoerlös nach Abzug des Inlandstransports, der Kosten für die Lieferung an Grenze oder Hafen sowie möglicher Qualitätsauflagen.

Festere Preise sind daher eher nach dem Abklingen des höchsten Erntedrucks oder bei einer Beschleunigung der Export- und Verarbeitungsnachfrage zu erwarten. Kurzfristig trifft das wachsende ukrainische Angebot jedoch auf höhere Produktionserwartungen für die USA und Brasilien. Eine nachhaltige Erholung erfordert eine Änderung der Fundamentaldaten, etwa stärkere chinesische Käufe von US-Soja, höhere ukrainische Exporte in die EU oder eine steigende Nachfrage der heimischen Ölmühlen.

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