← Zurück zu den Nachrichten

Ukrainische Einkaufspreise für Sonnenblumen steigen um 23 $ je Tonne

Die ukrainischen Einkaufspreise für Sonnenblumen stiegen binnen einer Woche um 5 % auf 483 $ je Tonne CPT Werk. Der stärkste Preissprung unter den wichtigsten Ölsaaten verschärft den Wettbewerb der Ölmühlen um Rohstoffe.

Ukrainische Einkaufspreise für Sonnenblumen steigen um 23 $ je Tonne

Sonnenblumen führen den Preisanstieg bei Ölsaaten an

Die Einkaufspreise für Sonnenblumensaat in der Ukraine stiegen innerhalb einer Woche um 23 $ je Tonne. Auf Basis CPT Werk erhöhten sie sich von 460 auf 483 $ je Tonne. Der Anstieg um 5 % war die stärkste Preisbewegung unter den wichtigsten Ölsaaten am ukrainischen Markt, berichteten Elevatorist und UkrAgroConsult unter Berufung auf Spike Brokers.

Der höhere Preis stärkt die Verhandlungsposition der Landwirte gegenüber dem heimischen Verarbeitungssektor, verteuert aber zugleich den Rohstoffeinkauf der Ölmühlen. Da die Notierung die Lieferung ans Werk einschließt, deutet der Anstieg vor allem auf einen intensiveren Wettbewerb der Verarbeiter um verfügbare Saat und nicht auf eine Zunahme der direkten Saatenausfuhr hin.

Verarbeitete Produkte dominieren den Export

Die Ukraine exportierte im August 147.100 Tonnen Sonnenblumenöl und 110.000 Tonnen Sonnenblumenschrot. Die direkte Ausfuhr von Sonnenblumensaat lag dagegen nur bei 700 Tonnen, wie die von Elevatorist und UkrAgroConsult veröffentlichten Daten zeigen. Öl und Schrot stellten damit praktisch die gesamte gemeldete Exportmenge des Sonnenblumenkomplexes, was die zentrale Rolle der inländischen Verarbeitung unterstreicht.

Bei dieser Exportstruktur hängt die Marge der Ölmühlen davon ab, ob die Verkaufspreise für Öl und Schrot die höheren Saatkosten auffangen können. Europäisches Sonnenblumenöl wurde am 4. September mit rund 1.410 $ je Tonne FOB Nordeuropa bewertet und verlor binnen eines Tages 10 $ je Tonne. Der Anstieg der ukrainischen Saatpreise wurde somit nicht von einem gleichzeitigen Tagesgewinn dieses externen Ölpreises begleitet.

Uneinheitliche Signale vom globalen Pflanzenölmarkt

Die Segmente des weltweiten Pflanzenölmarktes entwickelten sich unterschiedlich. Palmöl notierte am 4. September bei rund 4.898 MYR je Tonne, während Sojaöl an der CBOT bei 68,89 US-Cent je Pfund lag. Diese Werte bilden das Wettbewerbsumfeld für ukrainisches Sonnenblumenöl ab, zeigen aber keinen einheitlichen globalen Preisanstieg, der das gesamte Wochenplus von 5 % bei ukrainischer Saat erklären würde.

Andere ukrainische Ölsaaten verzeichneten kleinere oder keine Preisänderungen. Heimische Verarbeiter erhöhten ihre Gebote für Raps um 5 $ je Tonne, von 480 auf 485 $ je Tonne CPT Werk. Die Exportbasen blieben trotz eines Anstiegs der November-Futures an der MATIF um etwa 1,1 % unverändert: 520 $ je Tonne CPT Hafen und 555 $ je Tonne FCA Tschop. Der Abschlag des Werkspreises zum Hafen sank auf 35 $ je Tonne und zur Westgrenze auf 70 $, doch die Exportkanäle boten weiterhin eine erhebliche Prämie.

Die ukrainischen Sojapreise blieben unterdessen unverändert, obwohl die November-Futures an der CBOT um 1,7 % auf 1.309,75 US-Cent je Scheffel stiegen. GVO-Soja verharrte bei 410 $ je Tonne CPT Hafen, 450 $ FCA Tschop und 400 $ CPT Werk. Für gentechnikfreie Soja galten weiterhin 430 $ CPT Hafen und 475 $ FCA Tschop. Dieser Gegensatz spricht dafür, dass der Preisanstieg bei Sonnenblumen vor allem durch die heimische Saatverfügbarkeit und die Nachfrage der Ölmühlen verursacht wurde und nicht durch eine breite Neubewertung aller ukrainischen Ölsaaten.

Für Landwirte verbessert das Gebot von 483 $ je Tonne den Anreiz, Sonnenblumen an heimische Abnehmer zu verkaufen. Für Ölmühlen erhöht der gestiegene Einkaufspreis dagegen die Bedeutung der Exporterlöse aus Öl und Schrot. Der weitere Preisverlauf hängt vom Wettbewerb um Saat und davon ab, ob der externe Sonnenblumenölmarkt die gestiegene Kostenbasis tragen kann.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.