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Ukraine darf Rinder nach Algerien exportieren – Algier senkt Einfuhrzölle

Die ukrainische Lebensmittelsicherheitsbehörde teilte am 26. Januar mit, dass ukrainische Lebendrinder nun auf den algerischen Markt gelangen dürfen – zur Schlachtung, Mast und Zucht. Die Öffnung fügt Algeriens bestehenden Lieferquellen einen neuen Anbieter hinzu und fällt mit umfassenden Zollbefreiungen zusammen, mit denen Algier sein strukturelles Rindfleischdefizit schließen will.

Ukraine darf Rinder nach Algerien exportieren – Algier senkt Einfuhrzölle

Die Ukraine hat Zugang zum algerischen Markt für Lebendrinder erhalten und damit einen neuen Handelskanal zu einem der größten Rindfleischkonsumenten Afrikas geöffnet. Laut einer auf der Website der ukrainischen Regierung veröffentlichten Mitteilung erklärte der Staatliche Dienst der Ukraine für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz am 26. Januar, dass Exporte ukrainischer Rinder nach Algerien nun genehmigt sind; die Behörde habe die für den Marktzugang erforderlichen Veterinärzertifikate bestätigt.

Nach Angaben der Behörde sind die betreffenden Rinder zur Schlachtung, Mast und Zucht bestimmt. Sie bezeichnete die Öffnung als wichtigen Schritt zur Stärkung der handels- und wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Algerien sowie als Bestätigung, dass ukrainische Produkte die veterinärrechtlichen Anforderungen des Einfuhrlandes erfüllen.

Ein neuer Anbieter in einem umkämpften Feld

Algerien bezieht seine Lebendrinder derzeit vor allem aus Brasilien, Irland, Deutschland, Polen und Italien, wie La Tribune berichtet. Der Markteintritt der Ukraine verschafft algerischen Käufern eine zusätzliche Herkunft zu einem Zeitpunkt, an dem das Land die Einfuhr lebender Tiere aktiv fördert, um Schlachthöfe zu versorgen, Preise zu stabilisieren und saisonale Nachfragespitzen abzudecken.

Der Schritt fügt sich in eine breitere Strategie zur Schließung eines strukturellen Rindfleischdefizits ein. Da der nationale Bestand die Inlandsnachfrage nicht vollständig decken kann, setzt die Regierung auf Einfuhren lebender Tiere und hat den steuerlichen und regulatorischen Rahmen dafür deutlich gelockert.

Zollbefreiungen und Vorzugsregelung

Im Rahmen des Finanzgesetzes 2026 verabschiedete Algier eine Reihe außergewöhnlicher Maßnahmen zur Erleichterung von Einfuhren zur Schlachtung. Zwischen dem 15. November 2025 und dem 30. Juni 2026 – ein Zeitraum, der das Opferfest Eid al-Adha umfasst – sind Rindereinfuhren vollständig von Zöllen, Mehrwertsteuer (MwSt.), der Bankdomizilierungssteuer, dem Solidaritätsbeitrag und der Vorauszahlung befreit. Ziel ist es, ein ausreichendes Angebot für das wichtige religiöse Fest zu sichern und Preissprünge auf dem Inlandsmarkt zu begrenzen.

Über dieses Zeitfenster hinaus hat Algier eine Vorzugsregelung beibehalten. Nach Juni unterliegen zur Schlachtung eingeführte Rinder bis zum 31. Dezember einem ermäßigten Zollsatz von 5 %.

Nachfrage übersteigt heimisches Angebot

Die Abhängigkeit von importierten Lebendrindern und Rindfleisch spiegelt einen schnell wachsenden Markt wider. Getragen von Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und veränderten Ernährungsgewohnheiten ist die Nachfrage nach rotem Fleisch kräftig. Der durchschnittliche Verbrauch wird auf 18 bis 22 kg pro Person und Jahr geschätzt, davon etwa 11 kg Rindfleisch, so die Daten des Institut d'études et de recherches sur le halal (IERH).

Algerien, das flächenmäßig größte Land Afrikas, liegt beim Rindfleischkonsum kontinentweit an dritter Stelle hinter Südafrika und Ägypten. Der Rotfleischsektor macht rund 17 % des landwirtschaftlichen BIP des Landes aus, doch die heimische Produktion deckt nur etwa 80 % der nationalen Nachfrage – eine Lücke, die Einfuhren notwendig macht, um Schlachthöfe zu versorgen, Preise zu regulieren und saisonale Spitzen abzudecken.

Zugleich hält Algerien am Ziel fest, die heimische Produktion zu stärken. Das Landwirtschaftsministerium hat dazu mehrere Initiativen gestartet, insbesondere die Gründung der Nationalen Kommission zur Stärkung der Rotfleischproduktion im Dezember 2024. Das in Algier ansässige Gremium soll konkrete Lösungen zur Entwicklung des Schaf- und Rinderbestands, zur Verbesserung der Betriebsproduktivität und zur besseren Strukturierung der lokalen Lieferketten vorschlagen.

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