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Ukraines Pflanzenölexporte halbieren sich auf rund 300.000 Tonnen pro Monat

Die Ukraine exportiert monatlich rund 300.000 Tonnen Pflanzenöl und damit nur halb so viel wie vor dem Stopp der Seetransporte. Logistikengpässe drücken die Ankaufspreise für Sonnenblumenkerne, doch bei einer möglichen Jahresproduktion von 7 Millionen Tonnen wird kein Versorgungsdefizit im Inland erwartet.

Ukraines Pflanzenölexporte halbieren sich auf rund 300.000 Tonnen pro Monat

Monatliche Ausfuhren sinken um die Hälfte

Die Ukraine exportiert derzeit rund 300.000 Tonnen Pflanzenöl pro Monat. Das entspricht nur der Hälfte des Volumens, das vor dem Stopp der Seetransporte verzeichnet wurde. Die Angaben stammen von Stepan Kapshuk, Generaldirektor des Verbands Ukroliyaprom, dessen Äußerungen gegenüber NV Business von Glavcom wiedergegeben wurden.

Der Rückgang zeigt die starke Abhängigkeit der ukrainischen Ölsaatenverarbeitung von der maritimen Logistik. Pflanzenöl verlässt das Land weiterhin, doch die verfügbaren Transport- und Lagerkapazitäten können die früheren Mengen nicht bewältigen. Verarbeiter und Händler können Fertigprodukte deshalb langsamer ausliefern, während ausländischen Käufern monatlich weniger ukrainisches Öl zur Verfügung steht.

Sonnenblumenöl dominiert die Lieferungen

Im August liegen die Sonnenblumenölexporte bei 5.000 bis 7.000 Tonnen pro Tag. Weitere 2.000 bis 3.000 Tonnen entfallen auf Raps- und Sojaöl. Kapshuk bezifferte die gesamten täglichen Pflanzenölausfuhren auf rund 8.000 Tonnen.

Damit bleibt Sonnenblumenöl der wichtigste Bestandteil des Exportstroms. Raps- und Sojaöl steuern zusätzliche Mengen bei, können den umfassenderen Verlust maritimer Kapazitäten aber nicht ausgleichen. Für Importeure und Händler bedeutet das niedrigere Tempo ein geringeres monatliches Angebot aus der Ukraine, obwohl das Land weiterhin über erhebliches Produktionspotenzial verfügt.

Die Störung ist nicht auf eine fehlende Verarbeitung oder mangelnde inländische Rohstoffnachfrage zurückzuführen. Entscheidend sind vielmehr ein Mangel an Transportmitteln und Lagerraum sowie allgemeine logistische Verzögerungen. Ukroliyaprom erwartet eine Lösung innerhalb von zwei bis drei Wochen. Wie sich die Seetransporte oder einzelne Routen verändern könnten, wurde jedoch nicht erläutert.

Logistikprobleme belasten die Erzeuger

Die Schwierigkeiten beim Abtransport des fertigen Öls sind laut Kapshuk zum Hauptgrund für sinkende Ankaufspreise für Sonnenblumenkerne geworden. Können Verarbeiter das Öl nicht im erforderlichen Tempo versenden, füllen sich die Lager und die Nachfrage nach zusätzlichen Saaten lässt nach. Der Druck wird damit über niedrigere Einkaufspreise an die landwirtschaftlichen Erzeuger weitergegeben.

Die Risiken treffen die Lieferkette auf unterschiedliche Weise. Landwirte erhalten schwächere Gebote für Sonnenblumenkerne, während Verarbeiter ihre Bestände bei begrenztem Lagerraum steuern müssen. Exporteure und internationale Käufer sind mit geringerer Verfügbarkeit und langsameren Lieferungen konfrontiert. Eine Lösung binnen zwei bis drei Wochen wäre daher sowohl für die Exportmengen als auch für das Gleichgewicht zwischen Verarbeitung, Lagerung und Saateneinkauf wichtig.

Keine Knappheit im Inland erwartet

Trotz des Exportengpasses könnte die ukrainische Pflanzenölproduktion im Gesamtjahr 7 Millionen Tonnen erreichen. Der Binnenmarkt verbraucht nach Angaben von Ukroliyaprom nur rund 300.000 Tonnen. Die Produktion läge damit weit über dem lokalen Bedarf, sodass kein Grund für eine Ölknappheit bei ukrainischen Verbrauchern besteht.

Kapshuk erklärte, es werde kein Defizit geben, und rief die Bevölkerung auf, nicht in Panik zu geraten. Das zentrale Marktproblem ist somit die Exportkapazität und nicht die Versorgung im Inland. Die Ukraine kann den lokalen Verbrauch decken, benötigt aber funktionierende Logistik, um den deutlich größeren exportfähigen Überschuss im Ausland abzusetzen.

Bis die Transport- und Lagerengpässe nachlassen, bleibt der geringe Exportdurchsatz der wichtigste Belastungsfaktor. Die unmittelbaren Folgen sind ein kleineres Angebot auf Auslandsmärkten, ein langsamerer Lagerumschlag bei Verarbeitern und niedrigere Sonnenblumenpreise für Erzeuger — nicht ein Mangel an Speiseöl in der Ukraine.

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