← Zurück zu den Nachrichten

Uganda kündigt Kaffeepark für 173 Millionen € mit Fokus auf Saudi-Arabien an

Uganda plant einen Kaffeeverarbeitungskomplex für 200 Millionen $ (173 Millionen €) mit einer Jahreskapazität von 42.000 Tonnen. Das öffentlich-private Projekt soll heimische Bohnen zu Fertigprodukten verarbeiten, die vor allem für Saudi-Arabien bestimmt sind.

Uganda kündigt Kaffeepark für 173 Millionen € mit Fokus auf Saudi-Arabien an

Verarbeitungskapazität von 42.000 Tonnen

Uganda hat Pläne für einen agroindustriellen Kaffeekomplex im Wert von 200 Millionen $ (173 Millionen €) bekannt gegeben. Er soll die Verarbeitung im Land und den Export fertiger Kaffeeprodukte ausbauen. Laut La Tribune ist der Nonda Coffee Park in Butalangu im Zentrum Ugandas vorgesehen. Die Ankündigung folgte auf ein Treffen am 27. Juli zwischen Präsident Yoweri Museveni und Tonny Miiro Kibuuka, dem Geschäftsführer des Projektentwicklers Nonda Commodities.

Der Komplex soll auf einem 40 Hektar großen Gelände entstehen und jährlich 42.000 Tonnen Kaffee verarbeiten können. Geplant ist eine öffentlich-private Partnerschaft. Nach offiziellen Angaben, die La Tribune zitiert, soll die ugandische Regierung rund 44 Millionen $ (38 Millionen €) bereitstellen. Die verbleibende Finanzierung soll von privaten Investoren aus Saudi-Arabien kommen.

Kibuuka zufolge sollen die Bauarbeiten im Oktober beginnen und innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen werden. Bei erfolgreicher Umsetzung wäre der Park eine der bedeutendsten laufenden Investitionen Ugandas in die Weiterverarbeitung von Kaffee. Zunächst muss das Vorhaben jedoch den Schritt von der Ankündigung über den Bau bis zur Inbetriebnahme schaffen.

Von der grünen Bohne zum Fertigprodukt

Der Nonda Coffee Park soll die gesamte Verarbeitungskette abdecken: Reinigung, Sortierung, Röstung, Mahlung, Herstellung von löslichem Kaffee, Verpackung und Markenentwicklung. Die Fertigprodukte sind hauptsächlich für den Export nach Saudi-Arabien vorgesehen. Mit diesem integrierten Modell will Uganda mehr Verarbeitungserlöse im Land halten, statt fast die gesamte Ernte als unverarbeiteten Agrarrohstoff auszuführen.

Das Projekt gehört zum Great UgandaSaudi Coffee Corridor, einer Initiative des ValueatSource Coffee Project. In einer Erklärung der ugandischen Regierung heißt es, die Anlage könne jährlich mehr als 800 Millionen $ (694,3 Millionen €) umsetzen und die Deviseneinnahmen aus Kaffeeexporten deutlich erhöhen. Dabei handelt es sich bislang um eine amtliche Prognose und nicht um den Umsatz eines bestehenden Betriebs.

Die Wahl Saudi-Arabiens als Hauptabsatzmarkt verbindet die Herkunft des privaten Kapitals mit einem klar definierten Zielmarkt. Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler hängt die wirtschaftliche Bedeutung davon ab, ob die Anlage genügend Bohnen beschaffen, ihre geplante Kapazität auslasten und ugandischen Röst- und löslichen Kaffee dauerhaft im Markt etablieren kann.

Mehr Wertschöpfung aus Kaffee

Uganda ist nach Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien und Äthiopien der sechstgrößte Kaffeeexporteur der Welt. Zudem ist das Land der viertgrößte Produzent von Robusta, einer häufig für löslichen Kaffee verwendeten Sorte. Die heimische Verarbeitung bleibt dennoch begrenzt. Nach Daten des US-Landwirtschaftsministeriums, die La Tribune anführt, werden mehr als 98 % des ugandischen Kaffees als grüne Bohnen ausgeführt. Wichtigste Absatzmärkte sind die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und Marokko.

Für 2025/2026 werden Kaffeeerlöse von 2,3 Milliarden $, rund 2 Milliarden €, erwartet. Kaffee wäre damit nach Gold die zweitgrößte Quelle der ugandischen Wareneinnahmen. Mehr als 1 Million Erzeuger sind in dem Sektor tätig. Zusätzliche Verarbeitung könnte die heimische Bohnennachfrage, die Industriebeschäftigung und die Zusammensetzung der Exporteinnahmen verändern. Dafür braucht es jedoch verlässliche Qualitätskontrollen, Logistik, Energieversorgung und Zugang zu Auslandsmärkten.

Weitere Verarbeitungsprojekte

Der Nonda Coffee Park ist nicht Ugandas einziger Versuch, eine weiterverarbeitende Kaffeeindustrie aufzubauen. Seit 2023 investiert die Regierung in eine industrielle Kaffeeanlage in Rwashamaire im Distrikt Ntungamo. Dort sollen löslicher Kaffee, Filterkaffee, Malzkaffee, Energydrinks und Kosmetikprodukte auf Kaffeebasis hergestellt werden.

Uganda erhält außerdem internationale Unterstützung für die Produktion höher verarbeiteter Kaffeeerzeugnisse. Dazu gehören Kooperationsprogramme mit Italien sowie technische Partner für Ausbildung und Verarbeitung. Gemeinsam weisen die Projekte auf eine Ausweitung des Exportangebots hin. Für Exporteure grüner Bohnen könnten die neuen Anlagen zusätzliche Käufer im Inland werden. Hersteller von Fertigprodukten müssen dagegen zeigen, dass Uganda seine Robusta-Basis in wettbewerbsfähige Marken und stabile Auslandsverkäufe umwandeln kann.

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.