UFI Hydrogen eröffnet europäisches MEA-Werk im Trentino – Cluster im Wert von 100 Millionen Euro
UFI Hydrogen, Tochter der italienischen UFI Filters Group, hat am 25. September in Serravalle di Ala ein Industrie- und Technologiezentrum von 14.000 m² eingeweiht – das europäische Fertigungszentrum für Membran-Elektroden-Einheiten (MEA). Geplant sind rund 50 Millionen Euro Investitionen bis 2029 und etwa 100 Arbeitsplätze. Zusammen mit den FBK-Wasserstoffanlagen in Rovereto entsteht im Trentino ein Cluster von 40.000 m² für rund 100 Millionen Euro.
Die UFI Hydrogen S.p.A., die Wasserstoffgesellschaft der italienischen UFI Filters Group, hat am 25. September in Serravalle di Ala in der Provinz Trient ihr neues Industrie- und Technologiezentrum eingeweiht. Der Standort ist das europäische Produktionszentrum des Unternehmens für Membran-Elektroden-Einheiten (MEA) – jene katalysierte Membran, die den Kern von PEM-Elektrolyseuren und Brennstoffzellen bildet.
Laut Adnkronos umfasst das Werk 14.000 Quadratmeter, davon 6.000 Quadratmeter überdacht, und bündelt Forschung und Entwicklung, Tests, Prototypenbau, Industrialisierung, Produktion und einen Technologie-Showroom an einem Ort. Seit dem ersten Quartal 2025 ist es in Betrieb. Der Entwicklungsplan sieht Investitionen von rund 50 Millionen Euro bis 2029 und einen schrittweisen Personalaufbau auf etwa 100 Arbeitsplätze in der Region vor, berichtet Soldionline.
Vom Forschungsprojekt zur eigenen Gesellschaft
UFI Hydrogen wurde 2023 gegründet, im Anschluss an ein 2017 im UFI Innovation Center gestartetes Forschungs- und Entwicklungsprogramm. Giorgio Girondi, Präsident von UFI Hydrogen und der UFI Filters Group, erklärte, der Konzern habe sich entschieden, „nicht einfach eine neue Division zu schaffen, sondern eine eigene Gesellschaft mit eigenen Kompetenzen, eigenem Management und eigenen Investitionen“, und wolle dieses Feld „von Italien aus, mit europäischer Technologie und globalem Anspruch“ aufbauen.
Girondi verwies auf Anwendungen, die das Labor bereits verlassen: Fincantieri hat mit der Viking Libra ein Kreuzfahrtschiff mit wasserstoffbetriebenem Brennstoffzellensystem vom Stapel gelassen, in der Luftfahrt laufen Programme für Wasserstoffantriebe, und Brennstoffzellen-Lkw gehen auf europäischen Straßen schrittweise in Erprobung und Einsatz.
Die MEA und die Technologieplattform
Die MEA ist die katalysierte Membran, in der die elektrochemische Reaktion abläuft. In PEM-Elektrolyseuren spaltet sie Wassermoleküle und erzeugt mit erneuerbarem Strom Wasserstoff; in Brennstoffzellen wandelt sie Wasserstoff wieder in elektrische Energie um. Die Technologieplattform von UFI Hydrogen umfasst vier Linien:
- Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse;
- Stromerzeugung über Brennstoffzellen;
- elektrochemische Umwandlung von CO₂ für die Synthese von E-Fuels;
- elektrochemische Verdichtung von Wasserstoff für Speicherung und Transport.
Die Fähigkeit, eigene MEA und CCM zu entwickeln und zu industrialisieren, stellt das Unternehmen in ein hochspezialisiertes Segment, das international nur eine begrenzte Zahl von Akteuren beherrscht, wie Adnkronos anmerkt. UFI Hydrogen ist das einzige italienische Unternehmen im IPCEI Hy2Move, dem wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse zur Wasserstoffmobilität; in dessen Rahmen wurde für das Projekt R2RMEA eine Förderung von bis zu rund 22 Millionen Euro genehmigt, um innovative Brennstoffzellen-MEA im Rolle-zu-Rolle-Verfahren zu entwickeln und zu industrialisieren. Zielmärkte sind schwer dekarbonisierbare Industrien, Schwerlastverkehr und Energiespeicherung sowie Rechenzentren und künstliche Intelligenz, humanoide Robotik und Drohnen, wo Brennstoffzellen und elektrochemische Systeme Elektrifizierung und Netz ergänzen können.
Ein Cluster von 40.000 m² im Trentino
Wenige Kilometer entfernt haben im Industriegebiet von Rovereto 2026 die Arbeiten am neuen Wasserstoffzentrum des Trentino begonnen, einer von der Autonomen Provinz Trient angestoßenen und gemeinsam mit der Fondazione Bruno Kessler (FBK) und Trentino Sviluppo entwickelten Infrastruktur. Die neuen Anlagen des FBK-Zentrums Sustainable Energy werden rund 25.000 Quadratmeter einnehmen und über europäische Programme und Provinzmittel mit einer Gesamtinvestition von etwa 50 Millionen Euro errichtet; Wasserstoff- und Batterietechnologien lassen sich dort bis in den Megawattmaßstab testen.
Italpress berichtet, dass beide Standorte zusammen ein territoriales Ökosystem von rund 40.000 Quadratmetern bilden, getragen von zwei getrennten Investitionsprogrammen im Gesamtwert von etwa 100 Millionen Euro, die die gesamte Kette von Grundlagen- und angewandter Forschung über Prototypenbau, industrielle Validierung und Scale-up bis zur Produktion abdecken. Die strategische Partnerschaft zwischen UFI Hydrogen und dem FBK-Zentrum Sustainable Energy betrifft Forschung und Innovation an MEA der nächsten Generation.
Rückhalt aus der Regierung
Unternehmensminister Adolfo Urso erklärte, die Eröffnung bedeute „nicht nur die Inbetriebnahme eines neuen Industriestandorts, sondern zeigt die Fähigkeit der italienischen Wasserstoffbranche, Investitionen und Innovation in konkrete Produktion zu verwandeln“, und forderte, Europa müsse den Weg der Technologieneutralität weitergehen. Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin sagte, die Regierung habe eine nationale Strategie erarbeitet und treibe Vorhaben wie den Südlichen Wasserstoffkorridor und die italienische Leitungsachse voran; hinzu komme ein Ermächtigungsgesetz zum Wasserstoff, das Branchenregeln, Regulierungsrahmen und die für Produktion und Verbrauch nötige Infrastruktur ordnen soll.
Tommaso Foti, Minister für europäische Angelegenheiten, den PNRR und Kohäsionspolitik, sagte, die Investition schaffe qualifizierte Beschäftigung und helfe, hochspezialisierte Fachkräfte nach Italien zurückzuholen. Maurizio Fugatti, Präsident der Autonomen Provinz Trient, verwies auf die Fähigkeit der Region, Investitionen und Kompetenzen anzuziehen. Claudio Durigon, Staatssekretär im Arbeitsministerium, verband den 50-Millionen-Euro-Plan und die 100 Arbeitsplätze mit Chancen für junge Beschäftigte.