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UBTech richtet Werk in Liuzhou auf 10.000 humanoide Roboter pro Jahr aus

Der chinesische Hersteller UBTech Robotics legt sein neues Werk in Liuzhou in der Region Guangxi auf eine Jahreskapazität von 10.000 humanoiden Robotern aus, gefertigt in automatisierten Prozessen mit Unterstützung von Siemens. Die Kapazität liegt deutlich über dem belegten Industriebedarf: 2025 wurden nur 7000 humanoide Roboter für industrielle Zwecke ausgeliefert. Goldman Sachs erwartet dennoch 6,48 Mio. Einheiten bis 2035.

UBTech richtet Werk in Liuzhou auf 10.000 humanoide Roboter pro Jahr aus

Der chinesische Roboterhersteller UBTech Robotics hat die Messlatte für die Fertigung humanoider Roboter höher gelegt. Mitte September kündigte das Unternehmen an, das Werk Liuzhou in der Region Guangxi auf eine Jahreskapazität von 10.000 humanoiden Robotern auszulegen — das entspricht einem Roboter alle zehn Minuten, wie das Fachmedium ingenieur.de berichtet.

Das zentrale Problem der Branche ist nicht mehr die Technikdemonstration, sondern die Serienfertigung. Die Skalierung der Produktion gilt als größte Herausforderung, um den aktuellen Wachstumsprognosen gerecht zu werden. UBTech setzt dafür auf automatisierte Fertigungsprozesse und wird dabei von Siemens unterstützt.

Eine Linie, drei Modelle

Auf der Linie in Liuzhou sollen sowohl die zweibeinigen Walker-S-Modelle als auch die auf Rädern fahrenden Cruzr S2 und Cruzr Y1 entstehen. Videos aus dem Werk zeigen, dass die rollenden Roboter bereits in der eigenen Fertigung im Einsatz sind: Sie transportieren Kisten mit kleineren Bauteilen durch das Werk und bewegen sich dabei deutlich dynamischer als die Variante auf Beinen.

Der Modellmix ist kommerziell aufschlussreich: Im eigenen Werk arbeiten heute die Räderfahrzeuge, während die zweibeinige Plattform vor allem in öffentlichen Vorführungen und Kundenerprobungen auftaucht.

Kapazität vor Nachfrage

Die angekündigte Kapazität liegt deutlich über dem bisherigen Jahresbedarf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) wurden für industrielle Zwecke im gesamten Jahr 2025 nur 7000 humanoide Roboter ausgeliefert. Zum Vergleich: Weltweit wurden 2024 rund 540.000 Industrieroboter installiert. Eingesetzt werden humanoide Roboter derzeit vor allem in Forschungseinrichtungen und um in Fabriken Daten zu sammeln.

Die Prognosen liegen weit darüber. Goldman Sachs erwartet in einer vor wenigen Wochen veröffentlichten Vorhersage bis 2035 einen Absatz von 6,48 Mio. Einheiten; zuvor waren die Investmentbanker von 1,38 Mio. Einheiten ausgegangen. Darin enthalten sind allerdings auch menschenähnliche Roboter für Einsätze außerhalb der Industrie.

  • Geplante Jahreskapazität in Liuzhou: 10.000 humanoide Roboter
  • Auslieferungen industrieller Humanoider 2025: 7000 Einheiten (IFR-Zahlen laut Reuters)
  • Weltweit installierte Industrieroboter 2024: rund 540.000
  • Goldman-Sachs-Prognose für 2035: 6,48 Mio. Einheiten statt zuvor 1,38 Mio.

Kunden, Kapital und Marktzugang

Zu den Kunden zählen laut Medienberichten BYD, Geely, FAW Volkswagen, Dongfeng, Foxconn und Texas Instruments. Anfang 2026 wurde zudem berichtet, dass Airbus humanoide Roboter vom Typ Walker S2 bei UBTech erproben will. Auf Nachfrage von ingenieur.de antwortete Airbus, man befinde sich „in einer sehr frühen Phase der Konzeptprüfung“. Seitdem gab es dazu keine neuen Informationen.

Bei Investoren wechseln sich Euphorie und Vorsicht ab. Nach Angaben des Finanzmediums Ad-hoc-News haben die chinesischen Aufsichtsbehörden die Vorbereitungen für Börsengänge von Entwicklern humanoider Roboter spürbar verlangsamt. Im Mittelpunkt der behördlichen Prüfung steht die Frage, ob die teils immensen Bewertungen der Branche tatsächliche kommerzielle Nachfrage widerspiegeln.

Parallel dazu wird der Zugang zu internationalen Märkten enger. Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC hat kürzlich eine „Covered List“ veröffentlicht, in der „advanced robotic devices“ — dazu zählen unter anderem humanoide Roboter aus China — als Gefahr für die nationale Sicherheit betrachtet werden. Der Zugang zu einem wichtigen Markt wird für chinesische Hersteller damit schwerer.

Mit der Serienproduktion humanoider Roboter könnte China wie schon bei der Elektromobilität weltweit ein Zeichen setzen; bei der Serienfertigung von Batterien und der Entwicklung effizienter Elektroantriebe gibt es deutliche Parallelen zwischen beiden Branchen. Mit AgiBot, Unitree Robotics und UBTech sitzen die drei Firmen in China, die nach Bewertung aktueller Informationen weltweit bisher die meisten humanoiden Roboter ausgeliefert haben — darunter allerdings auch Modelle, die nicht für die Industrie vorgesehen sind. Zudem werden weltweit Fabriken aufgebaut: In Deutschland produzieren Neura und Agile Robots inzwischen ebenfalls humanoide Roboter.

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