UBS hebt Kupferprognose wegen größerem Angebotsdefizit 2026 an
UBS hat ihre Kupferpreisprognosen für sämtliche Zeiträume um 500 $ je Tonne angehoben und erwartet bis Ende März 2027 einen Preis von 15.000 $ je Tonne. Die Bank erhöhte ihre Schätzung des Angebotsdefizits 2026 auf 520.000 Tonnen und empfiehlt weiterhin Long-Positionen.
Preisziel steigt auf 15.000 $ je Tonne
UBS hat ihre Kupferpreisprognosen über alle betrachteten Zeiträume um 500 $ je Tonne angehoben und damit ihre positive Einschätzung des weltweit gehandelten Industriemetalls bekräftigt. Investing.com zufolge erwartet die Investmentbank nun bis Ende März 2027 einen Kupferpreis von 15.000 $ je Tonne. Kunden sollen ihre Long-Positionen weiterhin halten.
Die neue Einschätzung beruht auf einer aktualisierten Analyse von Angebot und Nachfrage. UBS rechnet im Jahresvergleich mit steigenden Preisen, bleibt kurzfristig jedoch vorsichtig. Die jüngste Aufwärtsbewegung ist ins Stocken geraten. Anhaltend hohe Preise im Jahr 2026 und die saisonal schwächere Aktivität rund um das chinesische Neujahrsfest dürften zunächst eine Konsolidierung begünstigen.
Defizitprognose für 2026 steigt
UBS senkte ihre Schätzung für das Marktdefizit 2025 leicht von zuvor 230.000 auf rund 200.000 Tonnen. Damit könnte die Versorgungslage 2025 etwas ausgeglichener ausfallen als bisher angenommen. An der grundlegenden Einschätzung eines unzureichenden Kupferangebots ändert sich jedoch nichts.
Für 2026 nahm die Bank eine gegenläufige Anpassung vor. Das erwartete Defizit wurde von 407.000 auf 520.000 Tonnen angehoben. Die zusätzliche Lücke von 113.000 Tonnen ist ein wesentlicher Grund für den höheren Preisausblick: Ein wachsender Abstand zwischen Angebot und Nachfrage dürfte den Wettbewerb um verfügbare Metallmengen verschärfen und die physische Verfügbarkeit zunehmend einengen.
Für Importeure und industrielle Verbraucher spricht die Prognose für dauerhaft hohe Beschaffungskosten statt einer schnellen Rückkehr zu günstigem Kupfer. Unternehmen mit hohem Spotmarktanteil wären bei Eintritt des Defizits stärkeren Preisrisiken ausgesetzt. Auch Käufer mit langfristigen Lieferverträgen müssen Prämien und Vertragsbedingungen beobachten. Produzenten und Exporteure würden dagegen von festen Referenzpreisen profitieren, sofern sie Produktion und Liefermengen halten können.
Konsolidierung ändert den positiven Ausblick nicht
Die Empfehlung von UBS, Long-Positionen zu halten, bedeutet keinen ununterbrochenen Preisanstieg. Die Bank erwartet ausdrücklich eine kurzfristige Konsolidierung, da die saisonale Schwäche in China und das bereits hohe Preisniveau die Dynamik begrenzen. Händler müssen daher zwischen der kurzfristigen Preisrichtung und der für 2026 und 2027 erwarteten Marktverengung unterscheiden.
Entscheidend ist, ob sich der physische Markt entsprechend den revidierten UBS-Zahlen entwickelt. Ein Defizit von 520.000 Tonnen würde die Verhandlungsposition der Verkäufer stärken und Lagerbestände, Lieferpläne sowie regionale Prämien wichtiger machen. Fällt das Angebot höher oder die Nachfrage schwächer aus, könnte sich das Defizit verringern und das Preisziel von 15.000 $ weniger Unterstützung erhalten.
Für Akteure im Welthandel macht die UBS-Prognose Angebotsdaten wichtiger als kurzfristige Preisschwankungen. Importeure werden die chinesische Beschaffung und die Verfügbarkeit von raffiniertem Kupfer verfolgen. Exporteure müssen prüfen, ob hohe Preise den Verbrauch dämpfen. Die Kernaussage der Bank lautet: Eine vorübergehende Konsolidierung ist mit einem jährlichen Preisanstieg vereinbar, solange der Markt im Defizit bleibt.