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Türkischer Stahlexport verlagert sich nach Amerika: EU-Absatz minus 22 Prozent

Der türkische Stahlexport legte in den ersten acht Monaten 2026 um 3,1 Prozent auf 10,3 Millionen Tonnen zu, doch die EU war der einzige Hauptmarkt mit einem Rückgang von 22 Prozent. Südamerika wuchs um 67 Prozent auf 849.000 Tonnen, die Lieferungen von Fertigstahl in die USA stiegen im August um 954,7 Prozent auf 107.000 Tonnen.

Türkischer Stahlexport verlagert sich nach Amerika: EU-Absatz minus 22 Prozent

Die türkischen Stahlexporte sind in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 mengen- und wertmäßig gewachsen, doch die Zielmärkte haben sich deutlich verschoben. Die Europäische Union, der größte und traditionelle Absatzmarkt der Branche, war das einzige Hauptziel mit einem Rückgang. Das zeigen Daten des türkischen Stahlproduzentenverbands TÇÜD, über die Dünya und Doviz.com berichten.

Im August erreichten die Exporte von Stahlprodukten 1,3 Millionen Tonnen, ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; der Exportwert stieg um 12,7 Prozent auf 930,3 Millionen US-Dollar. Von Januar bis August legte die Menge um 3,1 Prozent auf 10,3 Millionen Tonnen zu, die Erlöse um 2,9 Prozent auf 7 Milliarden US-Dollar.

Lieferungen in die EU 22 Prozent niedriger

Nach Angaben von TÇÜD-Generalsekretär Veysel Yayan sanken die Stahlexporte in die Europäische Union in den ersten acht Monaten um 22 Prozent. Dünya und Doviz.com weisen darauf hin, dass die EU im gleichen Zeitraum der einzige große Markt mit einem Rückgang war.

Das neue EU-Schutzsystem für Stahl, das seit dem 1. Juli 2026 gilt, hat die Zugangsbedingungen verschärft. Die zollfreie Einfuhrquote ist auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt, oberhalb der Quote wird ein zusätzlicher Zoll von 50 Prozent erhoben. Das Regime gilt für Lieferanten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums; für Länder mit Freihandelsabkommen gelten andere Bedingungen bei der Quotenverteilung, doch auch die Türkei ist von den neuen Mengenbegrenzungen betroffen.

Keines der beiden Medien führt den Rückgang von 22 Prozent allein auf die Quote zurück. Die Schwäche im EU-Geschäft war bereits im ersten Halbjahr sichtbar; als weitere Faktoren werden der CO2-Grenzausgleichsmechanismus, die geringe Nachfrage in Europa, hohe Energiekosten und zunehmende Schutzmaßnahmen genannt. Die Quote hat im zweiten Halbjahr eine zusätzliche Beschränkung gebracht.

Südamerika, USA, Ägypten und Jemen nehmen die Mengen auf

Die Exporte nach Südamerika stiegen in den ersten acht Monaten um 67 Prozent auf 849.000 Tonnen. Die von beiden Publikationen zitierten ISSB-Länderdaten für August zeigen Fertigstahllieferungen in die USA mit einem Plus von 954,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 107.000 Tonnen, obwohl in den USA weiter Antidumping- und Ausgleichszölle sowie neue Untersuchungen gegen einzelne Gruppen türkischer Stahlprodukte laufen.

Fertigstahllieferungen im August nach Zielmarkt:

  • USA: 107.000 Tonnen, plus 954,7 Prozent
  • Ägypten: 102.000 Tonnen, plus 221,2 Prozent
  • Vereinigtes Königreich: 80.000 Tonnen, plus 23,1 Prozent
  • Jemen: 56.000 Tonnen, plus 355,9 Prozent

Dünya betont, dass die Abgrenzung der ISSB-Daten für Fertigstahl und die Abgrenzung des TÇÜD-Außenhandels für Stahlprodukte insgesamt nicht identisch sind, sodass die Gesamttonnagen der beiden Datensätze nicht direkt vergleichbar sind. Die ISSB-Länderzahlen dienen dazu, die Richtung der Lieferungen zu erkennen, nicht die absoluten Mengen.

Europa bewegt sich nicht einheitlich

Innerhalb Europas entwickelte sich die Nachfrage im August unterschiedlich. Die Fertigstahlexporte nach Italien fielen im Jahresvergleich um 26,5 Prozent auf 100.000 Tonnen, die Lieferungen nach Rumänien um 16,5 Prozent auf 68.000 Tonnen. Spanien entwickelte sich gegenläufig mit einem Plus von 20,2 Prozent auf 81.000 Tonnen; die schwache heimische Produktion gilt als eine der wesentlichen Stützen der Nachfrage nach türkischem Material.

Dünya argumentiert, die Augustdaten seien deshalb nicht als einheitliche Bewegung in ganz Europa zu lesen. Der Rückgang von 22 Prozent in der Achtmonatssumme zeige jedoch einen klaren Positionsverlust im Hauptmarkt der Branche.

Handelsbilanz verbessert sich vor der nächsten Prüfung

Die Verschiebung ging mit einer besseren Handelsbilanz der Branche einher. In den ersten acht Monaten dieses Jahres deckten die Stahlexporte 83 Prozent der Stahlimporte ab, gegenüber 77 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Die Europäische Kommission hat Ende September ein neues Monitoring gestartet, um die ersten drei Monate der neuen Stahlregulierung zu bewerten; einbezogen werden Branchenvertreter, Exporteure und Verwaltungen von Drittstaaten. Die Daten der kommenden Monate werden zeigen, wie dauerhaft die Zuwächse in den USA und Südamerika sind und wie viel des verlorenen europäischen Volumens anderswo ausgeglichen werden kann.

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