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Türkei will Rosinenkonsum steigern, während Europa den Großteil aus Manisa abnimmt

Der türkische Rosinenverbrauch liegt einschließlich der Alkoholindustrie bei rund 40.000 Tonnen jährlich; die Warenbörse Manisa fordert mindestens 100.000 Tonnen. Europa bleibt der wichtigste Absatzmarkt, insbesondere das Vereinigte Königreich, Deutschland und die Niederlande.

Türkei will Rosinenkonsum steigern, während Europa den Großteil aus Manisa abnimmt

Verbrauchsziel liegt mehr als doppelt so hoch wie der Istwert

Die Türkei sollte ihren jährlichen Rosinenverbrauch von rund 40.000 Tonnen auf mindestens 100.000 Tonnen erhöhen, erklärte Sadık Özkasap, Vorsitzender der Warenbörse Manisa. Im derzeitigen Wert ist bereits die Nachfrage der Alkoholindustrie enthalten. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Rosinen beträgt lediglich etwa 200 Gramm.

Gegenüber Dünya und Gazete Vatan sagte Özkasap, die Türkei gehöre zwar zu den weltweit führenden Produzenten kernloser Rosinen, verbrauche aber selbst nur einen vergleichsweise kleinen Teil ihrer Erzeugung. Ein großer Anteil wird in Europa abgesetzt, vor allem im Vereinigten Königreich, in Deutschland und den Niederlanden. Er forderte Maßnahmen, die die Binnennachfrage verbreitern und in ertragreichen Jahren einen zusätzlichen Absatzkanal schaffen.

Lebensmittelindustrie könnte zusätzliche Nachfrage schaffen

Zu den Vorschlägen zählen ein stärkerer Einsatz von Trauben für Sirup, Essig und verarbeitete Lebensmittel sowie ein breiteres Angebot an Kuchen, Keksen und Schokolade mit Rosinen. Özkasap sprach sich außerdem für eine Neuauflage früherer „Trauben-Schulprojekte“ aus, die Kinder früh an den Verzehr gewöhnen sollten.

Er stellte infrage, warum Traubenderivate importiert werden, obwohl einheimische Trauben bereits zur Herstellung alkoholischer Getränke dienen. Eine stärkere Nutzung lokaler Rohstoffe durch türkische Hersteller könnte in Jahren mit hohen Erträgen einen größeren Teil der Ernte aufnehmen. Der Sprung von 40.000 Tonnen auf das vorgeschlagene Minimum erfordert jährlich 60.000 Tonnen zusätzliche Binnennachfrage und damit einen Zuwachs von 150% gegenüber dem heutigen Niveau.

Manisa ist Zentrum von Produktion und Exportverarbeitung

Rund 90% der türkischen kernlosen Sultaninen werden in Manisa erzeugt. Nach Angaben Özkasaps exportieren Unternehmen der Provinz 80-85% der dort produzierten Ware. Erzeuger und Verarbeiter sind deshalb stark von der Lage auf den Auslandsmärkten abhängig. International konkurriert die Türkei unter anderem mit Ägypten, Peru und Südafrika; Erntemengen, Preise, Wechselkurse und Konkurrenzangebote beeinflussen die Kaufentscheidungen.

Özkasap zufolge entsprechen die türkische Traubenverarbeitung und Produktionsinfrastruktur internationalen Standards. Die Unternehmen seien bei Hygiene, Technologie und Produktqualität gut aufgestellt. Weinberge sind jedoch langfristige Anlagen und keine jährlich austauschbare Kultur. Manche produktiven Bestände sind 20, 30 oder sogar 40 Jahre alt und bereits mit Pfählen und Tropfbewässerung ausgestattet. Nach einem Verlustjahr kann ein Landwirt daher nicht einfach in der folgenden Saison auf eine andere Kultur wechseln.

Heimischer Absatz als Puffer für den Exportsektor

Der Ausbau des Binnenkonsums soll die Exportnachfrage ergänzen und nicht ersetzen. Exporteure streben weiterhin den höchsten erzielbaren Preis an, doch das weltweite Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie die Preise konkurrierender Länder begrenzen die Zahlungsbereitschaft der Käufer. Ein größerer Heimatmarkt würde Produzenten, Verarbeitern und Händlern bei umfangreichen Ernten oder schwächerer Auslandsnachfrage einen weiteren Vertriebskanal eröffnen.

Für das Ziel von 100.000 Tonnen braucht es dauerhafte Nachfrage aus Haushalten, Schulen, Lebensmittelbetrieben und Getränkeherstellern. In Manisa, wo Produktion und Exportabwicklung konzentriert sind, könnte dies die Abhängigkeit von wenigen europäischen Zielmärkten verringern und Weinberge stützen, deren Produktionsbasis sich nicht kurzfristig verändern lässt.

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